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Winterschlaf? Nichts los beim Gospeltrain?

Die Konzerte des Jahres 2015 sind gesungen, Hochzeiten und Taufen mitgestaltet, Gottesdienste begleitet. Winterschlaf beim Gospeltrain? So scheint es. Doch das täuscht!

Bis zum Auftakt unserer Chorsaison 2016 mit einem kleinen Workshop und anschließendem Auftritt in der eigenen Gemeinde geht es ruhig zu. Dennoch laufen die Proben bis dahin fast durchgehend weiter. Es ist die Zeit, in der am Repertoire gearbeitet wird. Es gilt neue Songs zu lernen und lange nicht mehr Gesungenes aufzufrischen. Nebenbei wird am Programm für die Konzerte des kommenden Jahres gebastelt. Natürlich werden wir uns auch eine chorinterne Weihnachtsfeier gönnen, um uns am Ende dieses wie immer ereignisreichen Jahres zu belohnen.

Nebenbei haben einige Gospeltrainer die Zeit genutzt, um über den Tellerrand des eigenen Tuns hinaus zu schauen und neue Erfahrungen in Sachen Gospel und Chorgesang zu sammeln. Mal sang man bei externen Veranstaltungen mit oder war als Zuschauer bei Konzerten unterwegs.

Da war zunächst der Gospelday am 11.09.2015 in Herzebrock-Clarholz. Der Herzebrocker Rainbow Gospelchor war Gastgeber eines Konzertes in „seiner“ Kreuzkirche. Über Chorleiter Sebastian Wewer steht man in Verbindung zum Gospeltrain Hamm und zum Gemeindechor CHORios aus Ahlen, mit denen man bereits mehrfach kooperiert hat. Die Herzebrocker hatten sich CHORios eingeladen, die ihrerseits von einigen Gospeltrainern ergänzt wurden. Einige Überschneidungen im Repertoire und der gemeinsame „Trainer“ machten es möglich. Es standen aber nicht nur Gospeltrainer mit auf der Bühne, sondern einige erlebten die Veranstaltung als Zuschauer aus anderer Perspektive. Das musikalisch gelungene Benefizkonzert zugunsten des durch den Gospelday unterstützten Projekts „Happy Home“ gegen Benefizkinderarbeit/-sklaverei in Bangladesh war ein voller Erfolg. Das wohlgestimmte Publikum sorgte zudem für eine großzügige Spende zugunsten des Projekts, das ihm in einem kurzen Wortbeitrag näher gebracht wurde.

© trainarchivatorGospelday in Herzebrock

Über Monate hinweg zog sich für einige Gospeltrainer eine ganz andere Aktion – ihre Teilnahme am Pop-Oratorium „Luther“, dass am 31.10.2015 in der Dortmunder Westfalenhalle seine Welturaufführung erlebte. Als Teil eines 3000 Köpfe starken Chores durfte man die Zusammenarbeit mit echten Bühnenprofis (Musicalsänger, Sinfonieorchester und Band) erleben. Bei mehreren gemeinsamen Proben mit allen Beteiligten sowie weiterer Probenarbeit in den Heimatchören erarbeitete man sich die extra für dieses Stück geschaffenen Songs (Musik Dieter Falk, Text Michael Kunze). Lohn waren zwei Aufführungen in der Westfalenhalle mit sehr positiver Publikumsresonanz, bundesweiter Berichterstattung und v.a. unbezahlbarer Erlebnisse mit vielen anderen Gospelaktivisten.

© A.RemmertGospeltrainer als Teil des Riesenchores in weiß – die Perspektive der Aktiven
© A.Remmert

Natürlich verfolgen wir, was an Gospelkonzerten in der Nähe geboten wird. Privat verabreden sich dann gelegentlich interessierte Gospeltrainer, um diese Konzerte zu besuchen. Man möchte sich unterhalten und inspirieren lassen; vielleicht gibt es auch etwas abzuschauen oder zu lernen.

Kürzlich veranstaltete der Kulturarbeitskreis unseres Stadtteils Hamm-Norden in der Ev.Johanneskirche ein Konzert unter dem Titel „Shout to the Lord“, bei der afrikanischer Gospel auf europäische Orgelmusik traf. War ja klar, dass einige von uns dabei waren, wenn in der Nachbarschaft ein solches Angebot gemacht wird. Gerade afrikanische Songs interessieren uns im Moment, nachdem wir uns in unserer Chorgeschichte zunächst nur mit amerikanischen Gospels beschäftigt und in den letzten Jahren europäische Kompositionen kennen und schätzen gelernt haben. Die „Harmonie Singers“ sind ein Laienchor afrikanischer Frauen aus Hamm, die nicht nur englischsprachige Liedern sangen, sondern sich auch erfolgreich an deutschsprachige Kirchenlieder mit Orgelbegleitung heranwagten.

© Westfälischer Anzeiger, 07.11.2015, Online-Fotoserie, Peter Sudermann© Westfälischer Anzeiger, 07.11.2015, Online-Fotoserie, Peter Sudermann

Auch das nächste Konzert steht für einige bereits im Kalender: der Gospelchor „Rejoice“ aus Langenberg (Kreis Gütersloh) gibt in Lippstadt am 15.11.2015 ein Konzert unter dem Titel „Joy to my soul“ – wir sind schon gespannt.

Blick über den Tellerrand 21.12.2014

Als ob die Gospeltrainer mit Proben und Veranstaltungen ihrer eigenen Truppe noch nicht ausgelastet wären! So mancher schaut gerne mal über den Tellerrand. So gibt es einige wenige, die zweigleisig fahren und aktives Mitglied eines weiteren Chores sind; allerdings unter dem Dach der Wewer-Chöre, einem Netzwerk aller Chöre unseres gemeinsamen Chorleiters Sebastian Wewer.

Werden irgendwo im Wirkungskreis Wewers musikalische Projekte gestartet, so sind ebenfalls oft Gospeltrainer mit von der Partie – je nach Interessen- und Terminlage. In diesen Fällen treten wir auf als „WeST! = We sing together“. Beispielsweise beim Gospelday hat sich diese Zusammenarbeit bewährt, ebenso beim Gospelkirchentag und auch am Heiligen Abend wird wieder eine dieser gemischten Teams in der Friedenskirche in Unna-Massen am Start sein.

Schließlich findet man uns auch einfach als Zuschauer bei Konzerten. Mal möchte man befreundete Chöre unterstützen, mal ist man einfach neugierig was andere so zu bieten haben und möchte genießen. Schaut und hört man anderen zu, so kann man immer auch etwas über sich selbst lernen oder Anregungen für die eigene Chorarbeit mitnehmen.

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So war es auch am Sonntag, als in der Kreuzkirche in Bockum-Hövel der Chor „Crescendo“ der dortigen Gemeinde ein Adventskonzert gab. Diese Kirche ist immer wieder ein toller Ort für Konzerte, denn ihre gute Akustik und die kompakte Bauweise sorgen für Wohlfühlatmosphäre. Weihnachtsbäume und Girlanden am Oberrang waren mit Lichterketten geschmückt, ansonsten gab es nur gedämpftes Licht.

© trainarchivatorWeihnachtliche Kreuzkirche vor Konzertbeginn

Los ging es mit einem Orgelinstrumentalstück, bei dem gleich festliche Stimmung aufkam. Noch war der Chor nicht zu sehen und so ließ man seinen Blick durch die Kirche schweifen. Als „Crescendo“ den Altarraum als Bühne betrat, ging es los mit einem bunt gemischten Programm der Advents- und Weihnachtsmusik. Man sang in Deutsch, Englisch und Latein, bot neben deutschen Klassikern („Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, „Es kommt ein Schiff geladen“) auch ganz junge Stücke („Arm und klein“, „Mitten unter uns“). Verschiedenste Stimmungen wurden abgedeckt, von feierlich über nachdenklich bis zum heiteren „Jingle bells“. Zum Abschluss erklang nochmals die Orgel.

© trainarchivatorDiese als „Kaffeekonzert“ angekündigte Veranstaltung bot in einer Pause Gelegenheit bei Kaffee und Kuchen zuzugreifen, sowie kleine Weihnachtsgeschenke zu erstehen. Das Publikum konnte in diesem schönen Adventskonzert von der hektischen Betriebsamkeit der Vorweihnachtszeit entspannen und sich ein wenig verwöhnen lassen.

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Als Gospeltrainer hat man spätestens jetzt kapiert, wie das musikalische Netzwerk Sebastian Wewers funktioniert: Zwar haben alle Chöre ein eigenes Profil und stilistische Schwerpunkte, doch es gibt Überschneidungen im Repertoire. Mal gehört ein Titel zum festen Programm des eigenen Chores, andere kennt man aus Projekten. So steckt in diesem Netzwerk viel Potential, wenn es gilt einander zu unterstützen oder auch mal ganz kurzfristig eine Mannschaft für einen Auftritt zusammenzutrommeln. Ergebnis: heute konnten sich Gospeltrainer gegenseitig beobachten: die einen als Mitglieder von „Crescendo“ auf der Bühne bei der Arbeit – die anderen als Teil des Publikums beim Musikgenuss.

Gospelkirchentag Kassel – Teil 2 Die Gospelnacht

© Creative Kirche, Witten

© Sebastian WewerJetzt steht sie bevor, die Gospelnacht. Wir sitzen in den Bänken der ansonsten noch leeren Christuskirche und lauschen letzten Ansagen unseres Chefs. Heute werden wir als WeST! (We Sing Together!) auftreten. Der Name ist Programm. Unter diesem Dach versammeln sich Mitglieder verschiedener Chöre unseres gemeinsamen Chorleiters Sebastian Wewer.

© trainarchivatorAuf geht’s – fertig machen für den Auftritt

Große Gruppen stellen jeweils der „Gospeltrain Hamm“ und „CHORios“ aus Ahlen, dazu kommen einige Aktive von „Come on and sing“ aus Unna. Begleitet werden wir zudem vom „Rainbow Gospelchor“ aus Herzebrock-Clarholz. Ob sich unter diese bunte Truppe noch weitere Sänger gemischt haben, weiß wahrscheinlich nur der Chef ;-). Jedenfalls haben wir in einer Reihe von Workshops fleißig daran gearbeitet, eine Einheit zu werden und ein gemeinsames Repertoire für diesen Auftritt zu erarbeiten. Nun steht also der Ernstfall kurz bevor.

© trainarchivatorDie 50 Leute von WeST! beim Einsingen

Jetzt geht es ans Einsingen. Wir stellen uns auf den Stufen vor dem Altar auf. Zum Glück ist die Kirche für die Größe unseres Chores geeignet. Es hat also Sinn gemacht, dass die Veranstalter die an der Gospelnacht teilnehmen Chöre gefragt haben, mit welcher Personenzahl zu rechnen ist und welches technische Equipment benötigt wird. Auch wurden Möglichkeiten besprochen z.B. Keyboards gemeinsam zu nutzen, um unnötigen Aufwand bei der Anreise zu ersparen. Wie wir von Sebastian erfahren haben, hatte er Kontakt zu den Chorleitern der anderen beiden Chöre, die den heutigen Abend gemeinsam mit uns bestreiten. Dies sind GospelFire aus Hamburg und der Gospelchor Waltrop. Man muss wohl einen guten Draht zueinander gefunden haben, so dass Sebastian sicher ist, dass wir nicht in Konkurrenz zu einander stehen werden, sondern gemeinsam ein tolles Konzert für Zuhörer und Beteiligte auf die Beine stellen wollen. So soll es sein!

© trainarchivatordraußen Dunkelheit, drinnen geht’s gleich ab

Während wir uns in der Kirche einsingen, sind die anderen im benachbarten Gemeindezentrum mit ihrer Vorbereitung beschäftigt. So nach und kommen die ersten Gäste, die das Einsingen interessiert verfolgen. Obwohl mehr und mehr Leute eintreffen, bleibt der Geräuschpegel angenehm ruhig und unsere Vorbereitung wird nicht gestört. Man hat den Eindruck, als ob eine ganze Menge Fachpublikum unterwegs ist.
Pfarrer Martin Becker von der hiesigen Gemeinde trifft ein und stellt sich vor. Er begrüßt uns und drückt seine Vorfreude aus. Willkommen ist sein Angebot, sich im Gemeindezentrum an bereit gestellten Getränken zu bedienen. Der Mann weiß, was SängerInnen brauchen. Auch stellt er uns noch ein wenig die 1903 gebaute Kirche vor.

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Es geht los. Wir haben auf unseren Bänken im Seitenschiff Platz genommen, während der Hamburger Chor „GospelFire“ die Bühne betritt. Es sind nur sechzehn Leute eines an sich fast sechzig Mitglieder starken Chores, wie Chorleiter Daniel Zickenrott erklärt. Dieser hat seinen musikalischen Schwerpunkt als Chorleiter und Keyboarder im Gospel- und Popbereich. Man sei in dieser Formation noch niemals aufgetreten und dementsprechend gespannt. Es geht gleich richtig los. Schnell ist klar, dass die SängerInnen auftrittserfahren sind. Von der ungewöhnlichen Besetzung lässt sich niemand irritieren, sondern man strahlt große Selbstsicherheit aus. Die Mitglieder kommen sehr individuell daher, sowohl was Kleidung als auch den Ausdruck betrifft. Die vorgetragenen Songs sind alle modern und schwungvoll. Überhaupt ist der ganze Chor in Bewegung. Ganz alte Gospelklassiker sind nicht im Angebot, doch diese werden auch nicht vermisst. Das Publikum ist begeistert von diesem sehr frischen Auftritt und spendet großzügig Applaus. Am Ende strahlen die SängerInnen angesichts ihres sehr gelungenen Auftritts und die Besucher verabschieden den Chor stehend.
Wer vor dem Gospelkirchentag mal einen Blick auf die Homepage des Chores geworfen hatte, der erinnert sich an die Aussage: „Wir verstehen Gospelmusik als einen wichtigen Teil zeitgemäßer Kirchenmusik. Von daher ist GospelFire nicht nur ein Name, sondern auch Ausdruck für die Freude und Energie, die wir aus der Gospelmusik schöpfen“. – Da kann man nur sagen: gute Beschreibung und ihrem Namen machen sie in Kassel alle Ehre.

© trainarchivator Von der Seite aus verfolgen wir den Auftritt von GospelFire

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So. Jetzt kommt der Augenblick, auf den wir uns Monate lang gemeinsam vorbereitet haben. Wir betreten die Altarstufen. Angesichts der Zahl von 50 SängerInnen geht ein Raunen durch’s Publikum. „Herr, wir beten dich an” heißt unser erstes Lied. Nach den englischen Songs zuvor ist dieses ruhige, aber intensive Stück ein großer Kontrast. Das Publikum ist offensichtlich neugierig, was da jetzt für ein Chor auf der Bühne steht. Schnell ist aber klar, dass wir die Leute erreichen. Man hört still und aufmerksam zu, applaudiert anschließend gerne.

Chorleiter Sebastian begrüßt die Zuschauer und stellt uns kurz vor. Mit „Jesus is right here“ schließt sich nun ein ebenfalls ruhiger Song an, der sich aber gehörig steigert. Damit holen wir die Zuhörer ein wenig aus einer passiv-zuhörenden Haltung heraus. Man merkt’s auch gleich am Applaus, viel weniger dezent.

Dass wir auch richtig abgehen können beweisen wir mit „Heaven is a wonderful place“. Gerade am Beginn, den die Herren allein bestreiten, bewährt es sich, dass WeST! viele Männerstimmen an Bord hat – das macht schon Eindruck beim staunenden Publikum. Als dann nach und nach Alt und Sopran einsetzten, wird es erstmals richtig laut. Dementsprechend gehen jetzt die Leute mit. Reine Zuhörer sind sie längst nicht mehr. Etliche stehen auf und singen mit.

Chorleiter Sebastian Wewer verweist auf die Jahreslosung 2014 „Gott nahe zu sein ist mein Glück“, die im nächsten Lied vertont ist. „Lebensglück“ heißt das Stück, vor dem einige angesichts der Textfülle ein wenig Bammel haben. Wider erwarten nutzen nur sehr wenige die verpönten (streng verbotenen 🙂 ) Spickzettel. – Wo ist das befürchtete Problem? Wir kommen wunderbar durch den Text und vergessen dabei auch den Ausdruck nicht. Wir erleben einen hoch konzentrierten und uns bestens unterstützenden Chorleiter. Falls irgendjemand tatsächlich ein Problem haben sollte, dann wird dies durch die Fülle der Stimmen völlig ausgeglichen. Auch hier sind die Besucher sehr aufmerksam. Wie bei anderen ruhigen Stücken haben auffallend viele die Augen geschlossen und genießen still. Intensiver, leiser Applaus. Niemand mag die Stimmung durch überschäumenden Lärm zerstören.

„I will be there“ ist ein besonderer Titel, denn hier wird die Perspektive umgekehrt. In vielen Gospels sprechen die Menschen/die Singenden zu Gott. In diesem Fall ist es umgekehrt: Gott spricht zum einzelnen Menschen, der sich in einer Situation verloren fühlt und der Unterstützung bedarf. Vielleicht spricht hier aber auch ein aufmerksamer Mensch, der die Situation des anderen erkennt und ihm beisteht. Philosophisch betrachtet mag es sogar ein und dasselbe sein…

Natürlich darf in Kassel auch nicht unser Test fehlen, ob die Stadt gospeltauglich ist. Wir stimmen nach energiegeladener Anleitung durch unseren Chef unser Triplet an, bei dem drei Titel gleichzeitig gesungen werden. „Go, tell it on the mountains“ singt der Sopran, „He’s got the whole world“ der Alt und die Männer tragen „Rock my soul“ bei. Auch die Besucher werden mit einbezogen, so dass schließlich alle stehen und singen, die Stimmung tobt. Rasender Applaus. Wir kennen’s ja schon, für Kassel ist das neu. Test bestanden!

  • Jetzt ist es an der Zeit, das Sebastian Wewer die Rolle eines Vertreters der Creativen Kirche übernimmt. Er berichtet dem Publikum von der Initiative „Gospel für eine gerechtere Welt“, die jedes Jahr ein anderes Hilfsprojekt durch Spendenaktionen unterstützt. Dazu nutzt man den jährlichen Gospelday, alle zwei Jahre den Gospelkirchentag und viele andere unterschiedliche Veranstaltungen der Unterstützer. 2014 hat man das Projekt „Happy Home“ in Bangladesh ausgewählt. Dieses unterstütze ehemalige Kindersklaven, die in Privathaushalten oder verschiedenen anderen Branchen ausgenutzt wurden. Man bietet Unterkunft, Bildung und den Aufbau eines selbstbestimmten Lebens.
    Wewer bittet die Anwesenden auf eindringliche und überzeugende Weise dieses Projekt zu unterstützen, indem man die gleich durch die Reihen wandernden gelben Eimer ordentliche fülle. Wem die Eimer mit den Münzen zu schwer seien, der dürfe auch Scheine hinein tun. – Diese Bitte kann man eigentlich nicht ausschlagen…

© Creative Kirchehttp://www.creative-kirche.de/

http://www.gospelday.de/

http://www.gospelday.de/spendenprojekte/happy-home-bangladesch-2014/

Was sollen wir nun tun? Eigentlich steht nun „Let me fly“ auf dem Programm. Allerdings hat auch GospelFire dieses Lied schon gesungen. Sollen wir nun unsere Gäste mit einer Wiederholung langweilen? – Wir singen es trotzdem! Es ist einer unserer Lieblingssongs, und wir haben uns so lange darauf gefreut es mit einer so großen Gruppe zu singen. Ein Auslassen kommt auch für unseren Chef nicht in Frage; diesen Genuss wollen wir uns einfach gönnen. Schnell ist klar, dass wir niemanden langweilen Es kommt halt auch ein wenig anders rüber als bei GospelFire. Unter den Menschen in der Kirche sind etliche textsicher und singen mit. Überhaupt sind heute Abend viele voll mit dabei – mal aktiv singend, mal versonnen träumend. Keiner lässt sich einfach nur berieseln. Das macht diese Gospelnacht aus. Trotz der Wiederholung bekommen wir einiges mehr als Höflichkeitsapplaus. Den Leuten hat es gefallen, auch für uns war’s toll.

Jetzt geht es langsam dem Ende zu. „Angels by your side” wird, wie so oft, als Segenslied gesungen. Alle kommen wieder ein wenig runter und lassen sich tragen. Wir wollen die Menschen schließlich nachher mit einem guten Gefühl in die Nacht entlassen, So weit ist es aber noch lange nicht. Unsere Angels erreichen jedenfalls die Menschen und deren Lächeln erreicht uns. Das geplante „Heavenly peace“ lassen wir angesichts fortgeschrittener Zeit weg. Mit den anderen Chören gibt es schließlich die Absprache, dass sich keiner der Chöre auf Kosten der anderen mehr Zeit nimmt, als zuvor geplant war.

Einen Knaller haben wir noch zum Abschluss unseres Auftritts. Den Gopelklassiker „This little light of mine“ scheinen fast alle mitzusingen. Auch GospelFire und der Gospelchor Waltrop sind im Seitenschiff der Kirche mit dabei. Wunderschön. Laut. Intensiv. Von Herzen eben. Wir holen uns kräftigen Schlussapplaus ab und verlassen geschafft die Bühne.

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Als dritter Chor betritt der „Gospelchor Waltrop“ die Bühne. Wir können jetzt ganz entspannt zuschauen, nachdem wir unseren Auftritt erfolgreich hinter uns gebracht haben. Dieser Chor ist wesentlich kleiner als WeST! und umfasst ca. 20 SängerInnen. Man trägt schwarz und dazu einen violetten Schal. Begleitet werden sie von ihrer Chorleiterin, der Kirchenmusikerin Angelika Neuleben.
Vor einiger Zeit hatte ein Blick auf die Homepage des Gospelkirchentages, wo sich viele Chöre kurz vorgestellt haben, erstaunliche Parallelen zu unserem Gospeltrain aufgezeigt. In der Ev. Gemeinde Waltrop sollen Gospelbegeisterte diesen Chor gegründet haben und hauptsächlich englischsprachige Titel singen. Man ließe sich vom Klavier begleiten, habe aber auch A-capella-Stücke im Repertoire. Man trete in Gottesdiensten auf, gebe Konzerte und könne für Hochzeiten gebucht werden. Auch die Geselligkeit spiele eine Rolle. – Interessant. Ein ganz ähnlicher Werdegang wie bei uns.
Nun geht es los. Offensichtlich ist man recht aufgeregt. Vielleicht Lampenfieber ob des Auftritts beim Gospelkirchentag; oder man hat sich von den Auftritten von GospelFire und WeST! beeindrucken lassen. Gar nicht nötig. Der Chor hat ja etwas zu bieten. Außerdem haben wir selbst zuvor feststellen können, dass das Publikum wohlwollend ist und keine unangenehme Erwartungshaltung zeigt. GospelFire und WeST! zollen demonstrativ verdienten Applaus und ernten dankbares Lächeln. Auch die Chorleiterin der Waltroper wirkt ruhig und vermittelt ihren Leuten Sicherheit. So langsam schwimmen sie sich frei. Das Repertoire bietet bekannte Gospelsongs, doch man bewegt sich nicht nur auf ausgetretenen Pfaden, sondern hat auch Überraschungen parat. So singt man z.B. Popsongs mit Gospelthematik wie z.B. „What a wonderful world“ oder „Lean on me“
Langjährigen Gospeltrainern fallen sicher immer wieder Parallelen zu unserer eigenen Entwicklung auf. Bei einigen Stücken singen die Waltroper eher klassisch und ein wenig sopranlastig statt gospeltypisch zu grooven. Man steht recht ruhig und gerät nur wenig ins swingen. Genau diesen Entwicklungsschritt haben auch wir in den letzten Jahren hinter uns gebracht. Kostet erst etwas Überwindung, bereichert aber enorm. Man hat den Eindruck, als ob der Chor seinen ganz eigenen Stil entwickelt hat und diesen konsequent umsetzt. Wir jedenfalls genießen das Zuhören, ebenso das Publikum.

© trainarchivatorAuch bei den Auftritten der anderen Chöre sind wir voll mit dabei

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Als der Gospelchor Waltrop sein Programm unter kräftigem Applaus beendet hat, kommt es zum großen Finale. Die Chorleiter hatten zuvor einen Titel ausgewählt, den alle Chöre kennen und nun gemeinsam singen wollen. Dabei stellen sich alle Aktiven bunt gemischt auf die Altarstufen, lediglich nach Stimmen getrennt. „Lord, hold me“ wird nun angestimmt. Das Keybordspiel übernimmt der Hamburger Chorleiter, das Dirigat – Kenner sprechen auch von Ausdruckstanz – ist Aufgabe von unserem Sebastian Wewer. Außer zwei, drei Hinweisen zur Gestik gibt es keinerlei Abstimmungen, erst recht hat es zuvor keine ausgiebige Probe gegeben. Was sind wir gespannt! –

© trainarchivatorBlick in die gut besuchte Kirche

Wow, wer hätte das gedacht. Da steht doch tatsächlich EIN Chor auf der Bühne. Das glaubt einem niemand, dass wir niemals zuvor gemeinsam gesungen haben. Am Keyboard werden keine Experimente gemacht, die zu Missverständnissen führen könnten. Ganz klar wird lediglich die vertraute Melodie gespielt, was uns Sicherheit gibt und dennoch wunderbar gefühlvoll klingt. Sebastian ist in seinem Element: so viele Leute, die widerspruchslos seinen Vorgaben folgen. Ein Traum für jeden Chorleiter. Trotz aller Konzentration zeigt er sein allerschönstes Honigkuchenpferdgesicht. Das sind die besonderen Glücksmomente, die uns Gospeltrainer mit unserem „Chef“ zusammenschweißen. Dem Publikum gefällt´s, was sage ich – man ist begeistert. Man erkennt die harmonische Gemeinschaftsleistung der sich bis dahin völlig fremden Chöre an, und wir alle bekommen sehr kräftigen Applaus auf die Ohren. Längst hat man konzentrierte Sachlichkeit abgelegt und ist in Feierlaune. Wenn das Publikum wüsste, was – vielen Blicken verborgen – bei uns so partytechnisch in der letzten Reihe abgeht…

© trainarchivatorBei den Altos ist was los, ob das der Sopran auch so kann?

Ja, auf dieses Konzert können alle Teilnehmer stolz sein! Die Chöre bringen ein echtes Gemeinschaftswerk auf die Bühne. Jeder versucht sein vorbereitetes Programm optimal anzubieten und Spaß dabei zu haben. Hier muss man keine Konkurrenten um die Publikumsgunst ausstechen, sondern man rockt mit Gleichgesinnten die Christuskirche in Kassel-Wilhelmshöhe! Danke an alle!!!

© trainarchivatorSchluss, aus, es ist vollbracht! Geschafft, aber glücklich

Die Besucher genießen es offensichtlich. Auch bei ihnen ist definitiv Gospelkirchentagsfeeling aufgekommen. Sehr positiv: niemand rennt schon während des letzten Liedes hinaus. Das Kommen und Gehen während der Auftritte ist wohl eher der Tatsache geschuldet, dass mancher Zuschauer in der Gospelnacht verschiedene Veranstaltungsorte aufsuchen und möglichst viele Chöre erleben möchte. Auch jetzt verlassen die Menschen nur langsam die Kirche. Lieber hält man noch ein Schwätzchen mit Bekannten oder Unbekannten, lässt das gemeinsam Erlebte nachwirken.

© trainarchivatorDas schöne Konzert klingt noch nach, da hat es niemand eilig

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Eine wunderbare Gospelnacht in Kassel-Wilhelmshöhe liegt hinter uns. Wir sitzen wieder in unserem Bulli und fahren durch die Nacht unserer Unterkunft entgegen. Es tut gut eine Weile Zeit zu haben, um wieder runter zu kommen. Man ist doch noch einigermaßen energiegeladen. Der Kopf ist noch voller Musik und vieler Eindrücke. Da wäre an Schlaf noch nicht zu denken. Eines ist aber jetzt schon klar: an diesen Abend werden wir auch in Zukunft noch des Öfteren denken. Der Gospeltrain und sein musikalisches Umfeld mit all‘ den verschiedenen Chorfreundschaften und Kooperationen bietet uns immer wieder tolle Erlebnisse, die wir uns aber auch durch viel persönliches Engagement verdienen. Dann darf man ein angenehm warmes Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit genießen, dass alle Kümmernisse des Alltags für einen Augenblick ausgeblendet. Danke euch allen, die ihr dabei wart.

© trainarchivatorEin toller Abend mit fast 90 Aktiven – Dank ans Publikum

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Und was das Beste ist – morgen geht es weiter auf dem Gospelkirchentag. Der Mass Choir Workshop steht als nächstes an. Ein neuer Tag, neue Erfahrungen. Erst aber müssen in der Nachtruhe die Kräfte ein wenig aufgetankt werden.

Mehr vom Mass Choir Workshop in Teil 3.

Gospelkirchentag Kassel – WeST! ist dabei

© Creative Kirche, Witten

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© Sebastian WewerWer oder was bitte ist „WeST!“? Hat man etwas verpasst? – Nicht wirklich. WeST gibt es nämlich noch gar nicht. WeST entsteht gerade erst. Wir sind überzeugt, dass bis zum Gospelkirchentag aus dieser Idee eine große Sache wird.

Um die Erklärung schön spannend zu machen aber erst mal die Vorgeschichte: Vor einigen Tagen bekamen viele Gospeltrainer die gute Nachricht: „Wer diese Email erhält, hat sich eine Karte zum Gospelkirchentag gesichert!“ Super. Ganz aktuell wurde uns eine Teilnehmerliste ins Haus geliefert. Schnell ein Blick darauf geworfen. Aha, viele Gospeltrainer der 2012er-Gospelkirchentags-mannschaft dabei. Trotz unterschiedlichster privater und beruflicher Situationen haben sie sich Platz im Kalender geschaufelt. Es scheint also der Bedarf nach mehr Gospelkirchentagsfeeling zu bestehen. Logisch nach den Dortmunder Erlebnissen. Auch von unseren Neuzugängen werden einige mit nach Kassel fahren. Jetzt könnte sich der Gospeltrain Hamm eigentlich als aktiver Teilnehmer für die Gospelnacht am Eröffnungstag anmelden, bei der etwa 120 Chöre an ca. 30 Orten auftreten. Tun wir aber nicht. Denn wir haben ein Luxusproblem.

Chorleiter Sebastian Wewer hat seine Begeisterung über die Teilnahme am Gospelkirchentag vor zwei Jahren natürlich nicht für sich behalten, sondern überall in den Proben mit seinen vielen Chören den Menschen davon berichtet und diese neugierig gemacht. Es kam wie es kommen musste: eine große Menschenmenge aus den verschiedensten Chören, darüber hinaus einige „Chorlose“ haben sich angemeldet und wollen mit Sebastian auf große Fahrt gehen. Das kann ja was geben. 😉

Einige Leute kennen einander bereits, da es in der Familie der Wewer-Chöre immer mal wieder Kooperationen bei Auftritten gab. Andere sind sich völlig fremd. Diesmal ist die Truppe aber besonders bunt gemischt. Wie geht man nun damit um? Wie will man den Chor vorstellen? Etwa die genaue Konstellation erklären? – Viel zu kompliziert. Jetzt wird Sebastian als unser gemeinsamer Kreativdirektor aktiv. Warum der Truppe nicht einfach einen eigenen Namen geben?! Das würde das Ganze schon wesentlich griffiger machen. Wir möchten uns ja irgendwie vorstellen, der Veranstalter muss uns in das Programm aufnehmen oder ansagen können.

Das ist jetzt der Moment, in dem der Name WeST! ins Spiel kommt. Eine Namenssuche kann fürchterlich kompliziert sein. Man muss und will ja vieles bedenken, alle mit ins Boot holen, niemanden in eine Nebenrolle drängen. Also, wie soll dieser spezielle Projektchor heißen? Wer sind wir? Was machen wir eigentlich?
Wir singen zusammen – we sing together – We Sing Together! – WeST!
So einfach geht das!!!

Is ma wieder soweit! – HILFE!!!!!

© Sebastian WewerKlingt ja recht verzweifelt – die Überschrift der Nachricht im E-Mail-Postfach. Als erfahrene Gospeltrainer erahnen wir natürlich schon, worum es geht: Zusammentrommeln der Wewerschen Fußtruppen für einen Eileinsatz.

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In der Regel wird bei uns frühzeitig angefragt, ob wir eine Einladung zu einem Auftritt annehmen möchten. Der fragliche Termin und Anlass wird dem Chor in einer regulären Probe vorgestellt, man zückt die privaten Kalender und erhält ein erstes Stimmungsbild. Manchmal wird auch bereits direkt über eine Zusage abgestimmt.

Dann gibt es aber auch die Eileinsätze. Diese scheinen ein Preis des zunehmenden Bekanntheitsgrades zu sein. Immer mehr Leute oder Organisationen kennen den Gospeltrain, einzelne Mitglieder und erst recht unseren Chorleiter Sebastian Wewer. Da fragt man auch schon mal spontan nach, ob wir nicht bei diesem oder jenem Anlass auftreten können. Die Nachfragenden sind offensichtlich hemmungslos optimistisch, dass man innerhalb eins, zwei Wochen SängerInnen in Chorstärke aus ihren beruflichen und privaten Verpflichtungsnetzwerken frei bekommt.

Diese Situation ist für uns nicht ganz neu und – mal ehrlich – macht uns manchmal sogar Spaß. Wenn man es trotz aller Eile und Improvisation zu einem gelungenen Auftritt bringt, ist dies ein bereicherndes Erfolgserlebnis. So ist es für uns spannend, in welcher Besetzung wir schließlich aktiv werden und wer ggf. für die Soli zur Verfügung steht. Die gesungenen Titel bekommen so immer mal wieder ganz neue Facetten.

Eines ist bemerkenswert – die Hilferufe werden immer professioneller und durchdachter! Es ist inzwischen eine echte Strategie zu entdecken.

  1. Hilferuf – Huch, der Chef ist in Nöten. Wir halten große Stücke auf ihn und können ihn doch nicht so hilflos seinem Schicksal überlassen. Damit kann man die Herzen der Gospeltrainer erweichen; das weiß er ganz genau 😉
  2. „Hat jemand ‚zufällig‘ Zeit?“ – ist natürlich nur eine rhetorische Frage zwecks Zeitgewinn, er will ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, kann also direkt übersprungen werden
  3. professionelles Briefing mit Ort, Zeit und Anlass
  4. weitere Infos z.B. zur Auftrittskleidung – damit hält man sich lästige Nachfragen vom Leib
  5. Bekanntgabe der „Playlist” – damit wird einigen Bedenkenträgern gleich der Wind aus den Segeln genommen, da wir uns mit den genannten Titeln auf vertrautem Terrain bewegen werden
  6. letzter Aufruf – auch die letzten Widerstände und Hindernisse wollen aus dem Weg geräumt werden
  7. liebe Grüße und ein kecker Spruch – erstere kommen natürlich von Herzen, der Spruch allerdings auch – sei es als Entschuldigung für den E-Mail-Überfall, sei es als zweckgerichtete Provokation

Infos zum angefragten Auftritt gibt es an dieser Stelle natürlich nicht. Zunächst will abgewartet werden, ob der Hilferuf auf ausreichend Widerhall in der Familie der Wewer-Chöre stößt…

Nachbesprechung Gottesdienst Christuskirche Beckum 09.11.2013

© Sebastian WewerErneut war im E-Mail-Postfach der SängerInnen der Wewer-Chöre ein Hilferuf eingegangen. Mal wieder wurde kurzfristig ein Chor gesucht. Diesmal war der Abstand zwischen Aufruf und Auftritt knapper als beim letzten derartigen Einsatz in Unna-Massen im September – nur vier Tage! Sollte es etwa eine Bewährungsprobe sein? Gar ein Härtetest?

Foto: trainarchivatorMan war gespannt, wie viele Aktive aus Beständen der Wewer-Chorfamilie den Weg nach Beckum fänden. Schließlich waren wir sechzehn Sängerinnen vom Gospeltrain Hamm und vom Ahlener Gemeindechor CHORios. Allerdings mit dem extremen Ungleichgewicht zwischen drei Altos und dreizehn Sopranos, von den Männern konnte niemand so kurzfristig zusagen. Egal. Wir haben es einfach als Herausforderung gesehen.

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Beim Einsingen ließ es sich gleich recht vielversprechend an. Der Chorleiter war so weitsichtig gewesen, nur Titel auszuwählen, die besonders gut sitzen, da sie bei den jüngsten Auftritten auf dem Programm standen. Wir waren der Ansicht, wenn die Minderheit alles gibt und die Mehrheit sich hier und da dezent zurücknimmt, könne es wohl gelingen. Schließlich wurden dem Chor noch zwei Lieder vorgestellt, bei denen wir die Gemeinde gesanglich unterstützen sollten. Die entsprechenden Texte projizierte man per Beamer an die Wand.

Foto: trainarchivator
Wir werden schnell noch in zwei weitere Lieder eingeweiht

Zum Beginn des recht gut besuchten Gottesdienstes sangen wir „Lord, hold me“. Erleichtert konnten wir feststellen, dass diese zusammengewürfelte Mannschaft ein harmonisches Ganzes sein kann. Der Titel gelang, die Besucher spendeten regen Applaus, was wir an dieser Stelle gar nicht erwartet hatten.

Pastorin Birgit Schneider eröffnete die in der Reihe der Paternoster-Abendgottesdienste stattfindende Veranstaltung und begrüßte die Besucher. Auf einer Karte zu dieser Reihe heißt es: „Inhaltlich geht es […] um wichtige Texte des Glaubens: Vaterunser, Glaubensbekenntnis, Zehn Gebote und mehr“. Heute lag der Fokus auf der Zeile des Glaubensbekenntnisses, in der von Gott als dem Schöpfer von Himmel und Erde die Rede ist. Nachdem von den biblischen Schöpfungsmythen gesprochen wurde, sangen alle gemeinsam den Song „Ich sing dir mein Lied“. Dieses sehr persönlich gehaltene Stück drückt den Dank über die verschiedenen Facetten des Lebens aus, dazu passte unser nächster Beitrag „Let me fly“ genau.

Auf den Psalm 104 als einem Loblied auf den Schöpfer ließen wir unser „Hallelujah“ als Ausdruck des Jubels erklingen. Immer wieder schön, wie gut dieser Titel, den viele nur als Popsong kennen, in Gottesdienste verschiedener Art hineinpasst.
Da eine Zeile aus dem Glaubensbekenntnis zentrales Thema des Gottesdienstes war, durfte dieses natürlich nicht fehlen. „Heaven is a wonderful place“ hieß unser folgendes Stück. Unser Mann am Klavier musste mangels anderer Herren die Männerstimme zum Auftakt des Liedes alleine übernehmen. Aufgrund voller Konzentration und einer kräftige Stimme war diese Version eine vollwertige Alternative zu unseren Jungs, sicherlich begünstigt durch die unproblematische Akustik der Christuskirche.

Nun sangen alle Anwesenden gemeinsam „Herr, ich sehe deine Welt“. Wie schon zuvor kam der Beamer zum Einsatz. Dieses Hilfsmittel scheint sich in immer mehr Gemeinden zu bewähren – zumindest wenn die Architektur des Kirchengebäudes dafür geeignet ist.
Nach dem Vater Unser ging es dem Ende der Veranstaltung entgegen. Als Segenslied hatten wir wie so oft „Peace shall be with you“ ausgewählt. Wunderbar kam es rüber, völlig leicht und harmonisch. Wir waren selbst angenehm überrascht, was wir in diesem Gottesdienst ohne wirkliche Vorbereitung musikalisch auf die Beine gestellt haben. Den Kirchenbesuchern schien es gefallen zu haben, da sie auch während des Gottesdienstes immer wieder Applaus gespendet hatten.
Den Schlussworten der Pfarrerin folgte jetzt noch „This little light of mine“, an dessen Ende wir aus dem Altarraum in Richtung Ausgang abgingen.

Foto: trainarchivatorDie ruhige Atmosphäre des Abendgottesdienstes gefiel

Konzertandacht 12.10.2013 Josefskirche Hamm-Westen – Heute Generalprobe

© Deutscher Kinderhospizverein e.V.Jetzt wird es ernst. Wir sind in Richtung Konzertandacht auf der Zielgeraden unserer Vorbereitungen. Jetzt geht es in den Endspurt.

Heute Abend treffen sich in der St.Josefskirche in Hamm-Westen alle, die am Samstag an der Veranstaltung zugunsten des Kinderhospizdienstes mitwirken, zur Generalprobe. Bisher haben die Chöre unabhängig voneinander ihre Beiträge geprobt. Keiner weiß, was die anderen so drauf haben. Nur unser aller Chorleiter ist im Bilde. Ich  denke, wir können aber nach unseren bisherigen Erfahrungen mit unserer Wewer-Chöre-Familie ganz optimistisch sein.

Lange Zeit haben wir auf einen Ablaufplan gewartet. Das scheint Methode zu haben, um die Spannung hoch zu halten. Die Proben haben uns natürlich die vorgesehenen Stücke verraten, doch welcher der teilnehmenden Chöre wann dran ist und in welcher Reihenfolge die Titel gesungen werden, war lange unklar. Bei welchen Stücken singt wer mit wem zusammen, wie sind die Übergänge gestaltet? Das will man ja rechtzeitig wissen.

Bei der letzten regulären Probe ist uns der Ablauf von Chorleiter Sebastian Wewer vorgestellt worden. Erst hörte sich das wie von langer Hand geplant an; dann gab er zu, der Plan sei erst eine Stunde alt. Dachte ich mir doch gleich, dass sich das Spontane wieder einen Weg suchen wird. Wir lassen uns einfach überraschen – bis zum letzten Moment. Selbst beim Auftritt wird erfahrungsgemäß häufig auf die Situation reagiert oder einer plötzlichen Inspiration gefolgt. Die Gospeltrainer kennen das und bleiben ganz relaxt!

So, nun treffen wir in einigen Stunden aufeinander und werden einen Eindruck davon bekommen, wie es wohl sein wird. Jede Wette – im Hinterkopf unserer Ein-Mann-Kreativabteilung ist ein tolles Programm entwickelt worden. Wir sind selber neugierig. Es wird uns auch gut tun schon mal die Atmosphäre zu schnuppern und den Auftrittsort kennen zu lernen. Die Lieder sitzen, jetzt geht es um den Feinschliff beim Ablauf.

auch kurz vor dem Konzert gilt: nicht vergessen und weitersagen:

Konzertandacht des Gospeltrain Hamm e.V.
zugunsten des
„Ambulanten Kinderhospizdienstes Hamm“
12.10.2013, 19.00 Uhr
St.Josefkirche, Laurentiusweg 4/Ecke Viktoriaplatz,

Konzertandacht 12.10.2013 Josefskirche Hamm-Westen – Die Pressemeldung

© Deutscher Kinderhospizverein e.V.Die Konzertandacht zugunsten des Ambulanten Kinderhospizdienstes Hamm am 12.10.2013 um 19.00 Uhr in der Josefskirche Hamm rückt immer näher. Kürzlich  ist die offizielle Pressemeldung rausgegangen. Sie lautet:

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© Hartwig Krause
„Gospeltrain and friends“ möchten begeistern   © Hartwig Krause

100 Stimmen für den Kinderhospizverein – Jesus is right here!

Der Gospeltrain Hamm e.V. hat sich große Ziele für sein nächstes Konzert gesetzt. Gemeinsam mit weiteren Chören will er in gut 4 Wochen die Pfarrkirche St.Josef im Hammer Westen „rocken“ und versuchen, die Kirche bis zum letzten Platz mit Publikum zu füllen.

Dafür proben die rund 50 Sängerinnen und Sänger des beliebten Gospelchores aus dem Hammer Norden bereits fleißig. „Wir freuen uns auf dieses Großevent, weil wir erstmalig mit mehreren Chören zusammenarbeiten. Und das für einen guten Zweck!“  freut sich Christa Etzel, 1. Vorsitzende des Vereins. Dabei lässt der Titel der gut eineinhalbstündigen Konzertandacht Großes erwarten.

„100 Stimmen für den Kinderhospizverein“ steht auf den bereits im Umlauf befindlichen, auffällig orangen Flyern, die neben den teilnehmenden Chören auch den leitenden Songtitel der Konzertandacht nennen. Bei dem Song „Jesus is right here!“ (engl. Jesus ist tatsächlich hier!) und weiteren Hits werden sich alle teilnehmenden Chöre vereinen und einen Einblick in die Schule des Contemporary Gospels, vornehmlich von skandinavischen Komponisten, bieten und so einen Chor von ziemlich genau 100 Sängerinnen und Sängern bilden.

Mit von der Partie sind neben dem Gospeltrain Hamm e.V. der Ev. Kirchenchor Crescendo (Bockum-Hövel), der Ev. Gemeindechor CHORios Ahlen und der Jugendchor „Soulteens“ aus Unna-Massen. Letztere werden in der Josefskirche ihr Konzertdebut haben.

Während der Konzertandacht, die am Samstag, 12.10.2013 um 19 Uhr in der Pfarrkirche St.Josef (Laurentiusweg/Viktoriaplatz) stattfindet, wird eine Sammlung zugunsten des Ambulanten Kinderhospizdienstes Hamm-Unna (Deutscher Kinderhospizverein e.V.) erbeten. Die liturgische Leitung übernimmt Pastor Ludgerus Poggel, die musikalische obliegt Chorleiter Sebastian Wewer. Der Eintritt ist frei!

Weiterführende Links:

www.gospeltrain-hamm.de – Offizieller Blog des Chores mit sehr aktuellen und detaillierten Informationen aus dem Chor.
www.gospelday.de – Seite der Aktion „Gospel für eine gerechtere Welt“
www.wewer-chöre.de – Seite des Chorleiters Sebastian Wewer
Facebook: Gospeltrain Hamm e.V.

Wir danken für Ihre Mühe!

Herzliche Grüße

Sebastian Wewer

Nun hoffen wir, dass uns die Presse unterstützt und diese Einladung in ganz Hamm und darüber hinaus verbreitet.

© Gospeltrain Hamm e.V.

Gospeltrainer im Einsatz für Wewer–Chöre

© Sebastian WewerHilfe, ich brauch ´nen Chor!!!!! So heißt es in der E-Mail von Chorleiter Sebastian Wewer, die viele Leute aus dessen musikalischem Kosmos‘ erreicht. Hört sich spannend an. Irgendwie auch ein bisschen durchgeknallt. Mal lesen…

Nach einer Minute ist man schlauer. Es geht also um das spontane Zusammenstellen eines Chores, der in der Friedenskirche in Unna-Massen am 08.09.2013 einen Gottesdienst mit afrikanischen Gospels mitgestalten soll. Das Problem: der Hilfesuchende hat nur eine gute Woche Zeit, um genug Leute zusammenzutrommeln.

Zwar leitet er mehrere Chöre, die für diese Aufgabe in Frage kämen, doch so kurzfristig kann kein Chor in angemessener Personenstärke zusagen. Außerdem ist der September voll mit Auftrittsterminen. Wie soll man einen weiteren Termin in vielen privaten Kalendern unterbringen? – Was also tun?

Es dämmert! Es ist immer die Rede von den Wewer-Chören als Chorfamilie. Man kennt einander zumindest ansatzweise, hat sich teilweise auch schon mal bei besonderen Events unterstützt und ergänzt. In diesem Fall wird also der gesamte SängerInnen-Pool angesprochen. Wer hat Zeit? Wer macht mit? Bitte melden. Es wäre doch gelacht, wenn man nicht genug Leute für einen Auftritt zusammenbekäme!

Die zu singenden Titel sind dem Gospeltrain gut bekannt. Wie es um die Mitglieder der anderen Chöre bestellt ist, weiß zumindest unser gemeinsamer Chef. Außerdem steht noch eine kurzfristig einberufene Probe an. Es sollte uns dann wohl gelingen, alle Aktiven auf einen gemeinsamen auftrittsreifen Stand zu bringen.

Gerade dachte man noch, dass man als Gospeltrain nach dem Abschluss der Hochzeitssaison einige ruhige Probenwochen vor sich hat, in denen es ausschließlich um die Vorbereitung unseres Benefizkonzertes am 12.10.2013 geht. Denkste! Wir hätten es wissen oder zumindest erahnen müssen. Spontanität ist Sebastians zweiter Vorname. Wie oft hat er uns mit Ideen überrascht, die uns doch etwas gewagt erschienen. Bei uns ist dann erst immer Skepsis angesagt. Er sagt dann nur: „Das wird richtig gut“. Was soll man sagen – der Mann hatte bisher immer Recht. Also lassen wir uns mal wieder mit Vorfreude darauf ein und warten ab, was passiert.

Wer mehr über die Wewer-Chöre wissen möchte, der schaut mal im Netz unter www.wewer-chöre.de vorbei.

Nachbesprechung Novemberblues auf Caldenhof am 11.11.2012

Eins vorweg: was war das für ein schöner Saisonabschluss!

Foto: trainarchivatorUnsere Vorfreude auf den Auftritt war mehr als berechtigt. So locker und leicht hatten wir uns die Veranstaltung erhofft. Schon die Anfahrt durch die herbstlich gelbbelaubte Allee im Sonnenschein machte gute Laune.

Foto: trainarchivatorMitarbeiter der auf dem Caldenhof tätigen Institutionen waren mit letzten Vorberei-tungen für Angebote und Aktionen dieses Tags der offenen Tür beschäftigt. Uns hatte man für zwei kleine Musikblöcke eingeplant. Zuerst sollte die den Veranstaltungs-nachmittag einleitende kurze Andacht untermalt werden, dann einige Zeit später ein zweiter Auftritt im Saal stattfinden. Es gab noch Gelegenheit sich umzuschauen, bevor wir uns vorbereiten mussten.

Foto: trainarchivator
Eine Künstlerin war aktiv – eines von vielen Angeboten des Tages

Pünktlich und zahlenmäßig gut aufgestellt machten wir uns an das Einsingen in der uns nach mehreren Gastspielen schon fast heimatlich vertrauten Kapelle. Sobald wir loslegten, hatten wir schon Zaungäste, darunter einige uns von früheren Terminen bekannte Gesichter. Wir schienen freudig erwartet worden zu sein. Das Einsingen klappte gut, das Publikum hatte seine Freude daran, v.a. an einigen Einsingübungen und den Anweisungen von unserem Vorturner (wie viele Kilometer macht der Mann eigentlich in dieser winzigen Kapelle?).

Foto: trainarchivator
Sopran des Gospeltrains bei denVorbereitungen zur Andacht

Chorleiter Sebastian Wewer, der vormittags schon den ersten Einsatz beim Festgottesdienst zum 100jährigen Bestehen der Bockum-Höveler Kreuzkirche hinter sich hatte, war offensichtlich gut aufgelegt.

Foto: trainarchivatorUns blieben noch einige Minuten Zeit bis zum Beginn, man unterhielt oder konzentrierte sich – jeder wie er wollte. Sebastian hatte sich gerade noch einen Kaffee gönnen wollen, doch bei seiner Rückkehr vom Buffet war die Kapelle bereits gut gefüllt und der gastgebende Diakon eingetroffen. Nix mit Kaffee, ab ans Keyboard.

Die Andacht:

Zu Beginn erklang das ruhige und stimmungsvolle Lied „Lord, hold me“; ein Solo von Sebastian vorweg, dann setzte der Chor ein. Gänsehaut pur. Wir stimmlich gut in Form, die Akustik perfekt und dazu das milde herbstliche Sonnenlicht. Das machte richtig Eindruck. Nach der Begrüßung durch Diakon Jürgen Ellinger ein Moment der Stille. Nachdem Gott angerufen wurde, sangen wir das ebenfalls ruhige „Deep river“. Auch dieser Titel war gut gelungen, die Mimik des Mannes am Klavier übermittelte uns das erste Lob des Tages. Für das Publikum ist es manchmal echt schade, dass es die interne non-verbale Kommunikation nicht miterlebt und unser anschließendes schmunzeln nicht recht deuten kann.

Im Publikum waren vier (?) Gospeltrain-Beitritts-Anwärterinnen, die sich z.T. als echte Aktivposten erwiesen. Zwar noch nicht „auftrittsberechtigt“, waren sie zur Unterstützung gekommen (Respekt und Danke!). Da war offensichtlich schon einiges an Textkenntnissen vorhanden und wurde mitsingend zum Besten gegeben.

Sehr schön war dann der nach Psalm 126 von Hans Dieter Hüsch, dem Kabarettisten und Sprachakrobaten, verfasste Text, der gemeinsam gelesen wurde. In der folgenden kurzen Ansprache von J. Ellinger ging es um die Frage: Hast Du heute schon getankt? Dem vielleicht irritierten Zuhörer wurde anschließend schnell vermittelt, wie wichtig es sei, etwas für sich zu tun, sich etwas zu gönnen, den eigenen Akku wieder aufzuladen. Eine perfekte Überleitung zu den Angeboten dieses Nachmittags auf Caldenhof.

Nun sollte das Lied „Komm, Herr, segne uns“ gemeinsam gesungen werden, und der offensichtlich gut gelaunte Diakon fragte Sebastian, ob dieser das Stück am Keyboard begleiten könne. Was für eine Frage an einen Kirchenmusiker – das ist doch ein Klassiker, um den niemand herum kommt. Sebastian spielte den Empörten und hatte mit der Gegenfrage, ob Ellinger das „Vater unser“ kenne, die Lacher auf seiner Seite. Das Gebet wurde dann – zur Sicherheit 😉 – gemeinsam gesprochen. Nach dem Segen wurde es mit dem Gospel „Heaven is a wonderful place“ recht beschwingt. Unsere Beiträge kamen gut an, was den Diakon zur Frage: „Habt Ihr noch einen?“ veranlasste. Das Publikum schaute auch schon erwartungsfroh. Na klar, „Oh, happy day“ schien uns der richtige Titel zu sein. Heute sang mal wieder Andrea L. das Solo, die einen guten Tag erwischt hatte und sehr zu überzeugen wusste. Nach der Andacht konnten sich alle GospeltrainerInnen eine Pause gönnen, sich auf dem Caldenhof umsehen, das Kaffee- und Kuchenangebot nutzen und die Zeit bis zum nächsten Auftritt frei gestalten.

Der Auftritt im Saal:

Sebastian hatte uns vorgewarnt, das es im Saal unruhig sein könne, weil Gäste umherliefen und sich am Kuchenbuffet bedienten. Seine Sorge war unbegründet. Die Leute im vollen Saal erwarteten uns bereits, hatten sich rechtzeitig mit Kaffee versorgt oder waren schon fertig. Die Unruhe brachte der Gospeltrain rein, der begann das Publikum aufzumischen. In der Ankündigung des „Novemberblues“ hier im Blog war vermutet worden, dass es sich um ein „Freestyle-Event“ des Chorleiters handeln könne. Selten traf eine Formulierung so ins Schwarze! Sebastian war inzwischen richtig heiß gelaufen und spielte voller Freude seine Stärke im Umgang mit dem Publikum aus.

Zum Einstieg begann es ganz harmlos mit dem Kanon „Jesus is my salvation“. Die uns offensichtlich wohlgesonnenen Menschen im Saal hörten aufmerksam zu, einige klatschten im Takt. Beim sehr schönen „Let me fly“ strahlte der Chorleiter, unsere Choranwärterin Marianne schaute uns aus dem Publikum mit ganz verträumten Blick zu – vielleicht wäre sie gerne schon dabei gewesen. Inzwischen blieben Leute im Treppenhaus stehen und schauten uns durch die weit geöffnete Tür zu. Wer im Alt ganz außen stand, hatte das Vergnügen während des Auftritts in Richtung gegenüber liegender Küche zu schauen. Die dort aktive Mannschaft fühlte sich wahrscheinlich unbeobachtet und ließ sich zur Musik gehen. Da wurden mit schwingenden Hüften Waffeln gebacken oder Teller abgetrocknet. Man hatte richtig Spaß. Die Beobachterinnen auch.

Foto: trainarchivatorDer Chef hatte das Publikum schnell im Griff – man muss ihn einfach mögen

Jetzt wurde deutlich mehr Fahrt aufgenommen, das Publikum sollte aktiviert werden, Sebastian schritt zur Tat. Provozierend fragte er, ob man südlich der Lippe, welche mit ihrem Lauf die Stadt Hamm teilt, ebenso gospeltauglich sei wie im Norden. Anhand von rhythmischen Klatsch- und Stampfübungen nach Anleitung konnte dies bewiesen werden. Nun wurden die Gospelklassiker „Rock my soul“, „Go, tell it on the mountain“ und „ He’s got the whole world” mit den Besuchern geübt. Anschließend erklangen die Titel gleichzeitig als Gospeltriplett. Nach dem Gospeltrain sollte eigentlich der Ahlener Chor „Chorios“, das jüngste Mitglied der Chorfamilie Wewer-Chöre, seinen Auftritt haben. Die bereits im Saal anwesenden Mitglieder wurden sofort aktiv mit einbezogen. Da fast alle Menschen im Saal mitsangen, war richtig etwas los. Die Küchenmannschaft tanzte inzwischen.

Die ursprüngliche Auftrittsfolge der Chöre wurde kurzerhand gestrichen, aber wen interessierte schon die Planung von gestern…? Wir hatten doch einen Kreativdirektor! Schwuppdiwupp, lassen wir die Chöre doch gemeinsam singen. Jetzt klärte sich auch die Frage, warum wir in unserer Alternativ-Auftrittskleidung (weiß-grau-schwarz) antreten sollten, statt wie üblich schwarz mit orangem Schal. Hatte der Direktor etwa alles bereits im Vorfeld geplant? Ohne uns zu fragen?? Zufälligerweise erfüllte „Chorios“ die gleiche Kleiderordnung, so ein Zufall!

Foto: trainarchivator„Chorios“ aus Ahlen in der ersten Reihe

Nun wurden die Ahlener nach vorne gerufen; sie sollten sich einfach aufgereiht vor den Gospeltrain stellen und sich nicht irgendwo am Rande verstecken. Obwohl erst einige Monate alt, wusste der kleine Chor mit dem Lied „Über allem ist die Liebe“ zu überzeugen. Einige Kundige im Publikum sangen mit, der Chor wurde zunehmend selbstbewusster, der Gospeltrain summte dazu. Mit „Let me overflow“ folgte ein Titel, den einige Gospeltrainerinnen vom Gospelkirchentag kannten, doch man blieb dezent summend im Hintergrund und überließ der ersten Reihe die Bühne. Anschließend unterstrich das gefühlvolle Lied „Mighty wind“ die wunderbare Atmosphäre auf Caldenhof: tolle Musik, gut gelaunte Menschen und dazu der Ausblick durch die große Glasfront in den herbstlich-goldenen Park bei Sonnenschein.

Anschließen übernahm wieder der Gospeltrain das Kommando, Chorios mischte sich unterstützend unter uns. Teilweise waren unsere folgenden Titel den anderen bekannt oder man summte dazu. Die Zusammenarbeit klappte übrigens völlig reibungslos – man hat ja den gleichen Trainer. „This little light“ erklang in einer gerade ganz frisch einstudierten Version; ziemlich mutig vom Chef, doch das Ergebnis war zufrieden stellend. Beim „Hallelujah“ fühlten wir uns dann wieder völlig sicher, so dass ein Highlight gelang, was uns der Blick ins Publikum verriet. Die Männerstimmen bekamen ihren großen Auftritt, als sie für „Heaven is a wonderful place“ nach vorne gerufen wurden. Das Lied hätte auch Mottolied des Tages sein können.

Foto: trainarchivatorGospeltrain und Chorios mit ihrem Leiter

Den Abschluss sollte das Segenslied „Peace shall be with you” bilden, das trotz des Klangvolumens der vielen SängerInnen wunderbar weich klang. Aber von wegen Ende – das applaudierende Publikum ließ uns nicht gehen. Also eine Zugabe. Als Zeichen, dass wir auch anders können, nochmal ganz heftig „Rock my soul“, das viele der Gospeltrain- und Chorios-Aktiven in der ultimativen Gospelkirchentags-Version noch im Ohr haben. Die ist zwar unerreicht, doch die Caldenhof-Ausführung hat auch ganz schön gerockt. Damit ist die Auftrittssaison des Gospeltrains endgültig beendet – schön wars!

Foto: trainarchivatorBevor wir zufrieden nach Hause fuhren, wurden noch Wertmarken am Bratwurststand in Naturalien umsetzt. Man nutzte die Gelegenheit zu Gespräch und Flachs, wollte den Nachmittag angenehm abschließen. Dabei sollen einige Leute von anderen ein wenig „auf die Schippe genommen“ worden sein – kaum vorstellbar in einem Chor, der fromme Lieder singt! Unsere Erwartungen an die Veranstaltung hinsichtlich der guten Stimmung und der angenehmen Atmosphäre wurden jedenfalls erfüllt oder gar übertroffen. Wir haben es mit einer guten musikalischen Leistung gedankt und dafür viele Sympathien gewonnen.