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Nachbesprechung Konzert mit „Hörsturz“ in Hamm-Rhynern 19.11.2016 – Teil 2

Wir sitzen am Rande des Forums in der Konrad-Adenauer-Realschule in Hamm-Rhynern. Der Saal ist gefüllt, und alles wartet gespannt auf den Beginn des Konzerts des Rock- und Pop-Chores HÖRSTURZ, bei dessen Veranstaltung der Gospeltrain später einen Gastauftritt haben wird.

Die Begrüßung des Publikums ist angenehm kurz und knapp. Man ist schließlich zum Singen und Musik hören gekommen. Stolz wird jedoch verkündet, dass man trotz der zeitgleichen Konkurrenz durch das Topspiel der Fußballbundesliga – Dortmund gegen Bayern – ebenfalls ausverkauft sei. Den Hinweis auf die Führung des BVB nimmt man hier, im schwarz-gelben Hinterland, mit Beifallsbekundungen auf.

© trainarchivatorWir Gospeltrainer hören aufmerksam zu, bevor es für uns losgeht

Die dreißig Sängerinnen und Sänger von HÖRSTURZ haben inzwischen die Bühne eingenommen. Es ist ganz still im Saal, nur die leise Tonvorgabe der Chorleiterin ist zu hören. Los geht es mit dem Titel „Time after time“ (Cyndi Lauper). Sehr sauberer Einsatz, ruhiger Aufbau bis zur Steigerung des Songs, der sich für eine A-capella-Version geradezu aufdrängt. Man spürt, dass sich der Chor intensiv auf das Konzert vorbereitet hat, und mit dem Gelingen des ersten Liedes verfliegt die Aufregung. Verdienter Applaus des Publikums ist der Lohn.

© trainarchivatorHÖRSTURZ vor bunter Beleuchtung, z.T. mit dezentem Farbwechsel

Für viel Spaß bei einigen Gospeltrainern sorgt ein Kleinkind, welches mit strahlendem Lächeln, auf dem Schoß der Mutter sitzend, mittanzt – korrekt im Takt wohlgemerkt. Ist Musik nicht die universale Sprache zum Herzen?

Mit „Fragile“ (Sting) folgt ein ruhiges Stück, auf dessen Text in einer kurzen Ansage besonders hingewiesen wurde. Obwohl die Aktiven zahlenmäßig sehr ungleich auf die einzelnen Stimmen verteilt sind, kann man diese differenziert herauszuhören. Ein Zeichen exzellenter Chorarbeit, die viel Probenfleiß voraussetzt. Bei Brigitte Kockelke, der erfahrenen und in der Region sehr bekannten Chorleiterin, sind HÖRSTURZ in dieser Beziehung in den besten Händen.

Richtig flott wird es bei „Drück die eins“ (Annett Louisan). Der schwungvolle Vortrag klingt glasklar, kein ineinander verschwimmender Sound. Offensichtlich ist HÖRSTURZ musikalisch vielseitig interessiert, und bietet den Zuhörern eine bunte Mischung unterschiedlicher Stilrichtungen. Dabei wird bekannten Titeln eine individuelle Note verpasst.

© trainarchivatorTextsicher und mit guter Präsenz machen HÖRSTURZ Spaß

Auch „Die perfekte Welle“ (Juli) ist im Saal bekannt, so dass teilweise mitgesungen wird. Vom Chor sehr sauber gesungen, doch es hätte etwas mehr Emotion sein dürfen. Wenn man schon die „perfekte Welle“ erwischt, dann darf man auch die Großartigkeit dieses seltenen Moments deutlicher hören. „Einfach die Bremse loslassen“ sind wir in solchen Situationen schon aufgefordert worden. Aber: das ist Jammern auf sehr hohem Niveau, denn dieser Chor hat in den wenigen Jahren seiner Existenz eine erstaunlich hohe Qualität erreicht.

„Mona Mu“ (Maybebop) setzt einen originellen Abschluss dieses ersten musikalischen Blocks. Da das Stück über die Liebe zu einer Kuh weit weniger bekannt ist, kann kaum jemand mitsingen, doch die Zuschauer hören umso aufmerksamer schmunzelnd zu. Mit kräftigem Applaus geht HÖRSTURZ von der Bühne.

© Jens SpitczokDie Kuh stand schon vorher da – ehrlich!   © Jens Spitczok

Jetzt darf der Gospeltrain die Stufen der Bühne betreten. HÖRSTURZ hat für gute Stimmung gesorgt und die Messlatte ordentlich hoch gelegt. Mal sehen, wie wir uns hier bewähren. Ob der nun folgende Stilbruch das Publikum stört? Vielleicht sind die Menschen aber auch richtig neugierig auf uns? – Wir werden sehen.

© trainarchivatorDem Gospeltrain gefällt die Atmosphäre im Saal

Mit „Come home“ haben wir mutig einen Titel an den Anfang gesetzt, den wir erst auf dem im September in Braunschweig besuchten Gospelkirchentag kennengelernt und anschließend mit dem ganzen Chor einstudiert haben. Er feiert in Rhynern Premiere und wir sind im wesentlichen mit dem Gelingen zufrieden – Chorleiter Sebastian Wewer hat einfach einen Draht dafür, was er uns zumuten kann und was wir drauf haben.
Die Besuche von Gospelkirchentagen haben bisher immer tiefen Eindruck bei den Teilnehmern hinterlassen und anschließend die Probenarbeit beeinflusst. So ist es nur logisch, dass wir den diesjährigen Mottosong ins Repertoire aufgenommen haben. Ein wenig Luft nach oben ist noch, aber bei unserem Adventskonzert (11.12.2016) wird uns das Lied noch leichter über die Lippen gehen. Wetten?

Während bei HÖRSTURZ die Ansagen von verschiedenen Chormitgliedern übernommen werden, greift bei uns der „Chef“ selbst zum Mikro. Rhynern ist vom Gospeltrain noch wenig „heimgesucht“ worden, so dass dem Publikum in den Ansagen hier und da etwas über uns vermittelt wird.

© trainarchivatorGospeltrain vor vollem Haus – die Veranstalter freut‘s

Eine weitere Premiere gibt es, als Martin erstmals vor „fremdem“ Publikum als Solist eingesetzt wird. Zwar hat er beim Song „In your arms“ schon einmal das Solo gesungen, doch dies war bei einem eher familiär-chorinternen Auftritt. Wir drücken die Daumen und Martin liefert prima; hatte er doch beim Einsingen noch gestanden, dass er ordentlich geübt habe. Es fällt auf, dass das Publikum recht ruhig ist, aber dennoch sehr aufmerksam. Man weiß offensichtlich die ruhigen Facetten der Gospelmusik zu schätzen, und erwartet unter dem Stichwort Gospel nicht nur die alten Gassenhauer und Sister-Act-Bühnen-Action. Das gefällt uns!

2016_11_19_20_14_27_hoersturz_0061Solist: Premierenprüfung bestanden   © Jens Spitczok

„Immanuel“ ist ein noch ganz junges Werk der Komponistin Miriam Schäfer. Irgendwie lebt dieses Stück, denn bei jedem Auftritt klingt es ein wenig anders. Danny als Solistin überzeugt das Publikum, doch sie ist etwas skeptisch. Der Text erzählt von der Anflehung Gottes, wozu ihr heutiger zart-zerbrechlicher Ausdruck bestens passt. Wer stark und selbstbewusst ist, der meistert seine Schwierigkeiten allein und muss nicht um Gottes Hilfe bitten. Die Zuhörer haben dieses intensive Anrufen genau verstanden und sind begeistert.

© Jens SpitczokIn unserem ersten Block gibt’s die besinnlichen Stücke   © Jens Spitczok

Zu „The singers prayer“ wird dem Publikum erklärt, dass es sich um ein Arrangement aus drei Titeln des zeitgenössischen dänischen Gospelmusikers Hans Christian Jochimsen handelt. Sich selbst als Urheber dieses gelungenen Arrangements verschweigt der „Chef“ bescheiden. Da die Menschen von der Struktur wissen, unterbleibt Applaus in den ganz ruhigen Übergängen, um dann zum Abschluss des souveränen Vortrags um so kräftiger auszufallen.

© Jens SpitczokBecause I am loved, I can lift my head – so der Songtext   © Jens Spitczok

Den Song „Order my steps“ haben wir vor vielen Jahren ins Repertoire aufgenommen, nachdem wir ihn von einem Gastchor in unserer Heimatgemeinde sehr eindrucksvoll gehört hatten. Als Chor hat man dabei viel Text zu lernen, unterschiedliche Stimmungen mit verschiedenen Übergängen zu meistern. Sehr häufig hört man diesen Titel sicher nicht, umso erstaunter sind wir, als einige unter den Zuschauern textsicher mitsingen. Sieht nach „Fachpublikum“ aus. Rhynern ist gospeltauglich!

© trainarchivatorAlle Augen auf Herrn Wewer – es ist jederzeit mit Anweisungen zu rechnen

Pause. Beide Chöre haben einen ersten, ca. zwanzigminütigen Block gesungen. Die Besucher sind bisher gut unterhalten worden und holen sich etwas zu trinken. Das Angebot wird vom Förderverein der Schule gemacht, der einerseits diese Veranstaltung unterstützen und andererseits Einnahmen für seine Kasse erzielen möchte.

Teil 3 folgt.

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Bericht über Konzert mit „Hörsturz“ in Lokalzeitung 21.11.2016

Eigentlich findet man im Westfälischen Anzeiger, der Lokalzeitung Hamms, Berichte von den Kulturveranstaltungen des vergangenen Wochenendes erst am Dienstag; Montags kommt erst der Sport zu seinem Recht. Darum hatte man als Leser nicht unbedingt damit gerechnet, schon heute einen ausführlichen Artikel zum Gemeinschaftskonzert mit dem Rock- und Popchor HÖRSTURZ zu finden. Als gastgebender Chor hatte uns HÖRSTURZ zu seinem Konzert in der Konrad-Adenauer-Realschule in Hamm-Rhynern als Gastchor eingeladen.

Die Zuschauer hatten bei ausverkauftem Haus ein sehr gelungenes Konzert erlebt, bei dem zwei hinsichtlich Repertoire und Präsentation unterschiedliche Chöre jeweils auf ihre Art zu einer wunderbaren Veranstaltung beitrugen. Immerhin haben es die Beteiligten auf die Seite „Kultur lokal“ statt auf die Lokalseite des Stadtteils geschafft, was angesichts vieler anderer Veranstaltungen am Wochenende schon bemerkenswert ist.

konzert-hoersturz-wa-21-11-2016© Westfälischer Anzeiger, Hamm, 21.11.2016

Nachbesprechung Konzert mit „Hörsturz“ in Hamm-Rhynern 19.11.2016 – Teil 1

Heute sind wir als Gastchor bei einem Gemeinschaftskonzert in Hamm-Rhynern aktiv, zu dem uns der Pop-Chor HÖRSTURZ eingeladen hat. Trotz einiger weniger organisatorischer Absprachen zwischen den Chorleitern sind wir gespannt, was uns wohl erwarten wird.

© trainarchivatorDie Konrad-Adenauer-Realschule als Veranstaltungsort

Die Veranstalter, organisatorisch unterstützt vom Förderverein der Schule, haben uns einen Klassenraum zur Verfügung gestellt, in dem wir kurz letzte Dinge besprechen können. Noch vor wenigen Tagen hatte uns Chorleiter Sebastian Wewer – der „Chef“ –  eine Liste der zu singenden Lieder mitgeteilt. Dass es dabei „unter Vorbehalt“ geheißen hatte, machte durchaus Sinn, denn vor dem Auftritt präsentiert er uns ein kurzfristig von ihm umgestelltes Programm. Kein Problem – so etwas sind wir gewohnt; oft genug sorgen solche spontanen Aktionen für das nötige Vorstartfieber.

© trainarchivatorDieses Programm soll heute zu hören sein

Als Gospelchor treten wir überwiegend in Kirchen auf, zumal wir auch als Hochzeitschor sehr gefragt sind. Dieses Konzert findet hingegen in der Konrad-Adenauer-Realschule in Hamm-Rhynern statt. Mit der erst 2002 eröffneten Schule erwartet uns kein altehrwürdiges Gebäude, sondern moderne Architektur, dessen Forum für vielfältige Veranstaltungen variabel nutzbar ist.

© trainarchivatorDieses Forum gilt es gleich mit Musik zu füllen

Da wir sowieso eine Stellprobe auf den Stufen im Forum machen wollen, soll dort auch das Einsingen stattfinden. Die Stellprobe verläuft nach Gospeltrain-Art leicht chaotisch. Erst sieht es ganz gut aus; dann fällt uns ein, dass einige Gospeltrainer erst kurz vor dem Auftritt eintreffen werden, so dass für diese Platz freigehalten werden muss. Also wird kräftig aufgerückt. Nach den ersten gesungenen Klängen musst nochmals ordentlich durchgemischt werden, damit alle Stimmen gut zur Geltung kommen. Es ist eine Unruhe und ein Geplapper – sollten wir etwa besonders nervös sein?

© trainarchivatorDiese Aufstellung soll’s sein. Und gleich kommt noch Verstärkung

Dann wird – auch das ist gospeltrain-typisch – der Schalter komplett umgelegt und das Vorbereitungsprogramm ganz seriös durchgezogen. Stimme aufwärmen, Körper lockern und natürlich ordentlich Atmosphäre schnuppern. Es folgen noch einige angesungene Songs. Der Chef ist gnädig bei kleinen Fehlerchen, und es wird auch ordentlich gelacht. Eine gute Vorstartstimmung ist oft wichtiger als ein fehlerfreies, perfektes Einsingen, um den richtigen Flow zu erwischen, der uns später durch den Auftritt tragen soll.

© trainarchivatorZum „Einsingen“ gehören nicht nur Übungen für die Stimme, sondern auch Lockerung und Dehnung. Der „Chef“ macht vor, wie’s geht.

Unser Aufwärmprogramm ist weitgehend abgeschlossen, im Saal werden letzte Vorbereitungen getroffen. Inzwischen verbreitet farbiges Licht schon Bühnenatmosphäre, erste Zuschauer treffen ein. Wir sind gut vorbereitet. Nun bleibt uns noch ein Viertelstündchen, bis HÖRSTURZ mit seinem ersten musikalischen Block dieses Gemeinschaftskonzert eröffnen wird.

© trainarchivatorJetzt passt alles! Gleich kann’s los gehen

Wir setzen uns an den Rand des Zuhörerraumes auf reservierte Plätze. Einige Momente der Entspannung und ein paar Schluck Wasser tun uns gut. Die meisten von uns Gospeltrainern kennen HÖRSTURZ noch nicht und sind dementsprechend neugierig auf deren Auftritt. Toi, toi, toi – nach dem ersten Block mit A-capella-Popgesang sind wir an der Reihe.

© trainarchivatorWie Hühner auf der Stange – vor Konzertbeginn darf noch geschnattert werden

Teil 2 folgt.

Gospelkirchentag 9.-11.9.2016 Teil 3 – Die Gospelnacht

© Creative KircheDie Gospelnacht ist bei jedem Gospelkirchentag ein Highlight für die veranstaltende Stadt. In Braunschweig kann das Publikum zwischen 25 Veranstaltungen mit 90 Chören wählen. Und das alles bei freiem Eintritt. Welcher Chor in welcher Kirche auftritt, hat meistens praktische Gründe (Chorgröße, Technikeinsatz, Begleitband). Manchmal äußern Chöre aber auch den Wunsch, mit einem bestimmten anderen Chor gemeinsam aufzutreten.

Wir als „WeST-We sing together!“, ein Zusammenschluss von Mitgliedern des Gospeltrains Hamm und des Rainbow-Gospelchors aus Herzebrock, haben die St. Martinikirche zugewiesen bekommen. Immer wieder spannend, welche Art Kirchengebäude sich hinter der bis dahin unbekannten Örtlichkeit verbirgt. Recherchen im Vorfeld haben immerhin ergeben, dass es sich um eine große, alte Stadtkirche im Zentrum Braunschweigs handelt.

© trainarchivator  Die östliche Chorseite vom Altstadtmarkt aus

Der erste Anblick der St. Martinikirche vom Altstadtmarkt aus ist beeindruckend. Eine Braunschweiger Seniorin erklärt einigen Gospeltrainern, dass es sich um die Kirche der reichen Kaufleute handelte, die einen Gegenpol zum Dom als geistliches Zentrum darstellte. Den Bau begann man ab ca. 1190 in Gestalt einer romanischen Pfeilerbasilika. Zwischen 1250 und 1400 wurde sie zu einer gotischen Hallenkirche ausgebaut. Danach folgten weitere Anbauten und Veränderungen. © Infos aus WIKIPEDIA

© trainarchivatorIn der St. Martinikirche gibt’s heute Gospel satt

Vor der geöffneten Tür laden Plakate zur Gospelnacht ein. Erste Zuschauer sind schon da. Wir warten darauf, dass unsere Truppe vollständig ist, um uns dann einzusingen. Vorne hat man eine Chortribüne aufgebaut, auf der sich der erste Chor vorbereitet. Hier und da werden von Aktiven der vier teilnehmenden Chöre und Veranstaltern letzte Absprachen getroffen, tontechnische Einstellungen verändert. Dabei füllt sich die Kirche weiterr.

© trainarchivatorSt. Martini – eine mächtige, reich ausgestattete Stadtkirche

Wir warten immer noch auf eine Person und warten und warten. Wir haben im Laufe der Jahre schon vieles erlebt und sind dementsprechend abgebrüht, doch jetzt kommt langsam Unruhe auf. Per Handy kommt die Nachricht, dass es eine Verwechslung mit einer anderen Kirche gegeben habe. Immerhin eine Information. Irgendwo in der Stadt versucht nun jemand so schnell wie möglich die St. Martinikirche zu erreichen, bevor die Veranstaltung los geht. Schließlich wird alles gut. Chorleiter Sebastian Wewer hat alle seine Schäfchen beisammen.

Auftritt „Martiniforte“ (Braunschweig)

Es geht los. Mit „Martiniforte“ geht der Gospelchor der gastgebenden Gemeinde an den Start. Die Chormitglieder freuen sich, bei ihrem Heimspiel den Auftakt machen zu dürfen. Vor dem ersten Titel begrüßt die Chorleiterin, Kantorin der Gemeinde, die Besucher der Gospelnacht in der St. Martinikirche.

© Karsten Socher/Creative KircheMartiniforte vor dicht besetzten Bankreihen   © Karsten Socher/Creative Kirche

Der Start ist schwungvoll, die Nervosität wird schnell abgelegt. Begleitet wird der Chor von E-Piano, Schlagzeug und Kontrabass. Auf dem Programm stehen viele bekannte Songs, teilweise individuell arrangiert. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gospelchören singt Martiniforte mit Mappe – ein ungewohnter Anblick. Eine tolle junge Sopranistin, die viele Soloparts übernimmt, hat man zu nah am Mikro positioniert, so dass sie zu stark dominiert. Schade. Die gute Leistung des Chores sorgt für einen gelungenen Einstieg in die Gospelnacht.

© trainarchivatorMartiniforte am Ende ihres erfolgreichen Auftritts

Auftritt „New City Voices“ (Neustadt am Rübenberge)

Als zweiter Chor gehen die „New City Voices“ aus Neustadt am Rübenberge an den Start. – Was heißt gehen? Sie schreiten von hinten, „Jesus is the rock“ singend, in Richtung Bühne. Das kann man mal einen perfekten Einzug nennen. Sehr effektvoll. Auch der Anblick der glänzenden roten Roben mag manchen Besucher überraschen. Sofort ist klar, dass dieser Chor völlig anders ist als Martiniforte. Gelobt sei die Gospelvielfalt!

Die Mitglieder sind häufig in Bewegung, haben kleine Choreographien einstudiert und strahlen echte Begeisterung aus. Kein Wunder, haben sie doch eine äußerst charismatische Chorleiterin – ein echtes musikalisches Power-Paket. Viele Songs sind uns unbekannt. Kein Wunder, sind doch viele von der Leiterin selbst komponiert, wie ein Chormitglied später verrät. Es werden actiongeladene Songs präsentiert, gefolgt von ruhigen, melancholischen Stücken.

© Karsten Socher/Creative KircheNew City Voices   © Karsten Socher/Creative Kirche

Jetzt ziehen wir uns zurück, um uns im Gemeindehaus einzusingen. Das Konzert geht hingegen weiter. Interessant zu beobachten ist das sehr aktive Dirigat, eine ständige non-verbale Kommunikation, oft geradezu ein Anfeuern. Auch das Publikum wird bei vielen Gospels mit einbezogen, beispielhaft bei „Down by the riverside“, was gut ankommt. Die Chorleiterin hat mit klaren Gesten Chor, wechselnde Solisten und mitsingende Besucher im Griff. Darüber hinaus übernimmt sie mehrere Soli selbst. Der Chor bietet eine gute, harmonische Leistung, wirkt auftrittserfahren und zieht das Publikum in seinen Bann. Schließlich wird er mit Applaus verabschiedet.

Auftritt „WeST-we sing together!“ (Beckum, Hamm, Herzebrock)

Den dritten Auftritt des Abends dürfen wir als „WeST-we sing together!“ bestreiten. Mal sehen, was geht, denn außer dem Einsingen haben die unter dem gemeinsamen Projektnamen startenden Mitglieder des Gospeltrains Hamm und des Rainbow-Gospelchors aus Herzebrock keine gemeinsame Probe gehabt. Da verlassen wir uns ganz auf unseren gemeinsamen Chorleiter Sebastian Wewer, der uns in unseren Heimatorten auf diesen Auftritt vorbereitet hat.

© trainarchivatorDie letzten Sekunden vor dem Auftritt. Toi, toi, toi!

Wir treten in schwarz auf, dazu bunte Schals; entweder die regenbogenfarbenen der Rainbows oder alte/neue Schals des Gospelkirchentags. Wirkt trotz der verschiedenen Modelle fröhlich und harmonisch. Chorleiter Sebastian nimmt das Publikum gleich für uns ein, indem er mit „Guten Abend, Braunschweig“ startet – einfach, aber wirkungsvoll. „Lasst uns singen“. Gesagt, getan. Mit „Come, let us sing“ geht es musikalisch los. Und wie! Ein Superstart mit der A-capella-Version. Ganz fein abgestimmt sind die Wechsel zwischen ein- und mehrstimmigen Passagen, die Lautstärkeunterschiede gelingen ausgezeichnet. Da sind wir selbst ein wenig überrascht.

Kaum sind von „I want to love you, Lord” die ersten Töne zu vernehmen, werden sie erkannt und man summt mit. Logisch, beim Gospelkirchentag sind natürlich viele Kenner unterwegs. Ein gelungener Vortrag.

„Burden down“ ist nach langer Zeit mal wieder im Repertoire; in einer aktualisierten Fassung. Bei der heutigen Premiere klingt der Song sehr sauber. Das einstudierte leichte in die Knie gehen beim Wort „down“ gelingt zufriedenstellend und verfehlt seine Wirkung nicht – das Publikum schmunzelt. In Sachen Präzision geht es zukünftig aber noch besser.

© trainarchivatorIn diesem Moment sind wir Teil der großen Braunschweiger Gospelfamilie

Auch mit dem Gospelklassiker „I’m gonna sing“ können wir gesanglich zufrieden sein, beim Klatschen jedoch gibt es noch ein wenig Trainingsbedarf.

„Jesus is right here“ kann ein echtes Highlight in einem Konzert sein, doch heute ist der Einsatz nur halbherzig. Auf einmal sind wir sind total verunsichert, und entgegen unserer üblichen Art bekommen wir das Stück heute nicht in den Griff. Im Chor ist sehr viel Unruhe, Nervosität und viele sind mehr mit sich selbst beschäftigt, als dass wir das Problem gemeinsam anpacken. Ganz ungewöhnlich. Die Einsätze bleiben bescheiden. Aber auch dieses Lied geht vorbei. Zum Glück haben wir ein sehr wohlwollendes Publikum.

Was nun passiert ist wieder absolut typisch: der Hebel wird mit Schwung umgelegt und beim Titel „In your arms“ erleben die Zuhörer, was wirklich in uns steckt. Ein Klassenunterschied zum zuvor gehörten Stück ist feststellbar. Die Männer klingen toll, die Abstimmung ist richtig fein. Große Erleichterung macht sich im Chor breit. Und das Publikum honoriert die sehr gute Leistung.

© trainarchivatorUnsere Männerstimmen sind heute in Form

Weiter geht es mit dem Song „Immanuel“, bei dem Danny als Solistin überzeugt. Zwar ist der Einsatz des Alt etwas verhalten, doch wir ziehen konsequent durch und bieten eine gute Gesamtleistung.

© trainarchivatorSolistin Danny im Einsatz

Der Gassenhauer „Heaven is a wonderful place“ dient der Erholung. Es sind keine besonderen Klippen zu umschiffen. Hier können wir die Energie einfach raus lassen. Die Menschen nutzen die Gelegenheit nach den „Zuhörsongs“ selbst mitzusingen.

Nun steht mit „The singer’s prayer“ eine vom Chorleiter geschaffene Kombination von Kompositionen Hans Christian Jochimsens auf dem Programm. Wir heben das Konzentrationslevel wieder an, um die Verschmelzung der Einzeltitel „Lord, hold me“, „I belong to you“ und „Loved“ zu einem harmonischen emotionalen Gesamtwerk zu machen. Klappt prima, wir fühlen uns mit diesem Stück merklich wohl, was offensichtlich auch im Auditorium spürbar ist.

© Karsten Socher/Creative KircheEin prächtiges Gesamtbild mit WeST!   © Karsten Socher/Creative Kirche

Als Segenslied zum Abschied singen wir „Sei behütet“. Die befürchteten Textschwächen gibt es nicht, wir sind längst im flow. So können wir zum Abschluss den Gästen der Gospelnacht noch mal eine weitere Facette der Gospelmusik präsentieren.

Damit ist unser Auftritt beendet. Insgesamt können wir recht zufrieden sein. Einige Highlights konnten wir setzen; besonders in den A-capella-Passagen. Die Besucher dürften sich gut unterhalten gefühlt haben – den einen schwächeren Beitrag hat man großzügig verziehen, wie der Applaus bestätigt. Nun werden wir uns zurücklehnen und dem letzten Chor der Gospelnacht unsere Aufmerksamkeit schenken.

Auftritt „Gospelfire“ (Hamburg)

Als letzter Chor der Gospelnacht in der St. Martinikirche betritt „Gospelfire“ aus Hamburg die Bühne. Bereits vor zwei Jahren sind wir beim Gospelkirchentag in Kassel mit diesem Chor in einer gemeinsamen Veranstaltung aufgetreten. Damals boten sie eine klasse Leistung, obwohl sie von krankheitsbedingten Ausfällen gebeutelt waren. Mal sehen, was sie heute zu bieten haben.

Schon nach wenigen Songs ist klar, dass dieser Chor verschiedenste Facetten der Gospelmusik im Repertoire hat. Sehr ausgewogen und harmonisch präsentieren sie sich dem Publikum. Sie beherrschen sowohl Soul als auch Action.

© trainarchivatorGospelfire aus Hamburg in der Gospelnacht

Für Teilnehmer, die auch in Kassel dabei waren, ist der Song „The promise“ ein Highlight. Im Mass-Choir-Workshop hatten wir mit Joakim Arenius an diesem Song gearbeitet; allerdings nicht bis zur Konzertreife. Man hatte nur eine Ahnung, wie sich das Stück „fertig“ anhören könnte. Jetzt wird es live in einer wunderbaren Veranstaltung gesungen und strahlt genau diese hypnotische Kraft aus, die man in ihm vermutet hatte. Gänsehaut pur.

Gegen Ende ihres Auftritts wird ein Michael-Jackson-Medley angekündigt. – Was hat dessen Musik bei einem Gospelkonzert zu suchen? Hoffentlich wird das nicht zu peinlich, wie so viele andere Jackson-Beiträge bei Musikveranstaltungen. – [einige Minuten später] – Hammer! Frisch und gekonnt kommt der Beitrag von Gospelfire daher. Sämtliche Befürchtungen wurden hinweggefegt!! Stimmlich und choreografisch hochklassig vorgetragen ohne showmäßig zu überziehen. Das begeisterte Publikum singt bei den weithin bekannten Hits textsicher mit und es gibt verdient Standing Ovations. Es bleibt die Erkenntnis: auch Michael-Jackson-Titel können Gospel sein. An Gospelfire: Mut bewiesen und gewonnen. Glückwunsch.

© Karsten Socher/Creative KircheGospelfire beim Michael-Jackson-Medley   © Karsten Socher/Creative Kirche

Zum Abschluss werden dem Publikum mit „Souled out“ (einstudiert mit Malcolm Chambers beim GoKiTa Kassel) und „Shackles“ (moderner Gospel-Pop) noch zwei echte Kracher geboten. Jetzt kocht St. Martini endgültig.

© Karsten Socher/Creative KircheStimmung zu Konzertende – ein Bild sagt mehr als viele Worte…
© Karsten Socher/Creative Kirche

Puh, was für ein Abend. Tolle Gospelmusik verschiedener Stilrichtungen gehört, unterschiedliche Präsentationen erlebt und auch noch selbst gesungen. Den Applaus noch im Ohr, begeben wir uns hinaus in die Nacht, um Richtung Hotel zu gehen. Man schwappt noch über angesichts der vielfältigen Eindrücke des heutigen Tages mit der Eröffnungsveranstaltung auf dem Schlossplatz und der soeben zu Ende gegangenen Gospelnacht.

Und das war erst der Auftakt des diesjährigen Gospelkirchentags in Braunschweig. Es ist schon abzusehen, dass die Nacht kurz werden wird. Wenig Zeit, um runterzufahren. Müssen wir halt ein wenig schneller schlafen. Morgen geht es dann mit dem Mass-Choir-Workshop weiter.

Teil 4 folgt

Gospelkirchentag 9.-11.9.2016 Teil 1 – Ankunft in Braunschweig

© Creative KircheDrei…Zwei…Eins…Los – heute ist der große Tag! Es geht nach Braunschweig zum 8. Internationalen Gospelkirchentag. 17 Gospeltrainer aus Hamm, 21 Mitglieder des Rainbow-Gospelchors (Herzebrock) und unser gemeinsamer Chorleiter Sebastian Wewer nehmen an diesem Großereignis der Gospelmusik teil, welches alle zwei Jahre stattfindet. Gemeinsam treten wir in der Gospelnacht auf; wie immer bei solchen Kooperationen unter dem Namen „WeST – We sing together!“

© trainarchivatorDiese Truppe startet in Hamm per Zug

Die Anreise erfolgt in Kleingruppen, je nach persönlichen Bedürfnissen. Ein „richtiger“ Gospeltrainer nimmt natürlich den Zug 😉 Kaum gestartet, haben viele sofort das Handy in der Hand. Unser Gruppenbild ist schon im Netz, „Bossin“ Christa meldet sich über ein soziales Netzwerk und wünscht alles Gute. Es ist Zeit genug, um das Veranstaltungsprogramm und den Stadtplan zu studieren. Neben einigen Fixpunkten kann jeder Teilnehmer sein individuelles Wunschprogramm zusammenstellen.

© trainarchivator Programmstudium – welche Veranstaltung möchtest du besuchen?

Auf der Fahrt gibt’s schon reichlich Musik: eine Reisegruppe nicht mehr ganz junger Männer hört Rocksongs ihrer Jugend. Deren Alkoholpegel ist noch im Rahmen (ist ja auch erst gegen 9 Uhr), doch die Lautstärke ist schon kurz vor dem Anschlag. Wir sind hart im Nehmen. Außerdem werden wir in nächster Zeit jede Menge Gospelmusik auf die Ohren bekommen oder gar selber singen.

© trainarchivatorSo sieht Vorfreude aus

Die Fahrt vergeht reibungslos und die Spannung steigt. Dass in Braunschweig ein besonderes Wochenende vor der Tür steht, verkündet man ahnungslosen Reisenden schon direkt im Bahnhof. Warnung oder Angebot?

© trainarchivatorEine Laufschrift kündigt den Gospelkirchentag an

Aus dem Bahnhof raus und direkt in die Straßenbahn hinein. Kein langes Fragen und Kleingeldzählen. Die Veranstalter waren weitsichtig; die Nutzung des Nahverkehrs ist im Festivalticket eingeschlossen. Dass die Zielhaltestelle direkt am Hotel liegt, ist das Sahnehäubchen obendrauf.

© trainarchivatorGut angekommen im City-Hotel nahe der Innenstadt

Wir checken ein und entdecken dabei ein großes Display mit Wetterdaten. Au weia – wer’s so warm mag, strahlt mit der Sonne um die Wette. Die anderen müssen kämpfen und durchhalten.

© trainarchivator    11.36 Uhr fast 26 Grad – und echt heiße Aussichten

Wir Zugfahrer haben noch einige Stunden Zeit, bis wir uns nachmittags mit anderen WeST-lern im Hotel treffen wollen, um gemeinsam zur Eröffnungsveranstaltung zu gehen. Bis dahin werden wir uns ein wenig die Beine vertreten und einen ersten Eindruck von der Stadt bekommen. Nach wenigen Metern sind wir in der Altstadt mit ihrer verzweigten Fußgängerzone. Wir erreichen den Kohlmarkt, der uns gleich gut gefällt.

©Igge (Multi-license with GFDL and Creative Commons CC-BY-SA-2.5)Kohlmarkt ohne Gospelkirchentag (11.09.2006)
©Igge  (Multi-license with GFDL and Creative Commons CC-BY-SA-2.5)

Historische Häuser verschiedener Epochen, geschäftiges Treiben und ein großes Angebot an Außengastronomie. Nach der Anreise haben wir Kaffegelüste und finden Platz für alle mit Blick auf den Platz. Bei Kaffee und Kuchen lassen wir es uns gut gehen. Spaß und Geselligkeit gehören bei uns immer dazu.

© trainarchivator„Dolce Vita“ für zwei Gospeltrainerinnen

© trainarchivatorFrisch gestärkt machen wir uns auf in Richtung Dom, der zu den größten Sehenswürdigkeiten Braunschweigs zählt. Der Weg führt an vielen gut erhaltenen Fachwerk-häusern vorbei, und bald erreichen wir das mächtige romanische Bauwerk.

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© trainarchivatorSüdseite des Domes

Wir besichtigen den Dom (Baubeginn 1173) und sind beeindruckt von Architektur, Bemalung und  kunstvoller Ausstattung. So eine Besichtigungstour vermittelt einem einen guten Zugang zu einer bis dahin unbekannten Stadt.

© trainarchivatorLeuchter von 1188, fast 5 Meter hoch

Auf dem benachbarten Platz der Deutschen Einheit treffen wir auf drei Brautpaare, die zuvor hier im angrenzenden Rathaus getraut wurden. Bedauerlicherweise ist unser Gospeltrainer Sebastian nicht anwesend – sonst wäre jetzt die Gelegenheit für ein Gospelständchen gewesen. Weiter geht es auf den Burgplatz, einem sehenswerten Ensemble on Baudenkmälern.

©Viteunic CC BY-SA 3.0Burgplatz mit Burg Dankwarderode, Braunschweiger Löwe, Rathausturm und Dom (27.9.2011)     ©Viteunic  CC BY-SA 3.0

© trainarchivatorBühnenbau zu Füßen des Braunschweiger Löwen

© trainarchivatorAuf dem Burgplatz wird eine Bühne aufgebaut, auf der morgen acht Gospelchöre nacheinander auftreten werden. Auf zwei weiteren Citybühnen (Schlossplatz, Kohlmarkt) gibt’s ebenfalls Gospel satt. Über das Programm informieren Plakatsäulen an mehreren Stellen in der Innenstadt. Da werden Interessierte wohl die Qual der Wahl haben angesichts des riesigen kostenfreien Angebots.

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Zurück auf dem Kohlmarkt, sehen wir hinter dem Gewandhaus versteckt erstmals die St.Martini-Kirche, in der wir heute Abend im Rahmen der Gospelnacht unseren Auftritt haben.

© trainarchivatorDie St.Martinikirche erwartet uns

Jetzt gilt es erst mal sich zu stärken, denn wenn der Gospelkirchentag erst eröffnet ist, geht es Schlag auf Schlag mit den Programmpunkten. Zum Glück gibt’s Angebote genug – vom Brötchen auf die Hand bis zum gepflegten Restaurant. Einige von uns entscheiden sich für ein Essen „Ut’n grooten Pott“, eine Suppenbar auf dem Kohlmarkt.

© trainarchivatorBraunschweiger Linsensuppe: lecker und eine gute Grundlage für Kommendes!

© trainarchivatorAuch auf dem Kohlmarkt laufen Vorbereitungen für den morgigen Gospel-Konzert-Marathon

Ein Blick auf die Uhr verrät, wir sollten uns jetzt in Richtung Hotel begeben, um uns in Auftrittsgarderobe zu werfen und mit anderen Aktiven zu treffen. Dann geht es zur Eröffnungsveranstaltung des Gospelkirchentags auf dem Schlossplatz.

© trainarchivatorInzwischen sind auch einige Autofahrer eingetroffen

Teil 2 folgt.

Nachbesprechung Konzert in Beckum 21.02.2016 – Teil 1

© trainarchivatorWindiges Regenwetter – da jagt man keinen Hund vor die Tür! Mal sehen, wie viele Zuschauer sich in Richtung Beckumer Christuskirche aufmachen, um unser Konzert mitzuerleben. Schnell rein ins Gebäude.

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© trainarchivatorEin Lichtblick, wenn man die Kirche betritt

Die Gast gebende Ev. Kirchengemeinde Beckum hat die Kirche angenehm temperiert und erzeugt durch eine rötliche Illumination des Altarraums Wohlfühlatmosphäre. Für den Gospeltrain geht es erst einmal ans Einsingen.

© trainarchivatorBeim Einsingen läuft alles noch ganz leger

Es wird schnell Aufstellung genommen und mit den Einsingübungen zum Aufwärmen der Stimme gestartet. Anschließend werden einige Songs angesungen. Chorleiter Sebastian Wewer gibt noch ein paar Hinweise und erinnert an die eine oder andere in den Proben getätigte Absprache.

© trainarchivator© trainarchivator

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Der „Chef“ bei der Arbeit – unter Beobachtung durch die „Bossin“

Erste Besucher kommen rein, und der Chor beendet das Einsingen. Kurz wird noch getestet, wie viel Platz der Chor in den Seitenschiffen der Kirche benötigt, um sich in einer geplanten Trinkpause kurz zu setzen.

© trainarchivator© trainarchivator

Bossin Christa: Alles bedacht?                                                       Chef Sebastian: Jau!

Jetzt haben wir noch ein wenig Zeit, die wir entspannt im benachbarten Gemeindehaus miteinander verbringen.

© trainarchivatorEin paar Minuten nur für uns

© trainarchivatorAls das Kirchengeläut kurz nach 18 Uhr verstummt, sitzt unser Chorleiter bereits am Keyboard. Er beginnt das erste Stück „Lord, hold me“ zu spielen. Als sein Sologesang einsetzt, zieht der Chor, leise die Melodie summend, von hinten Richtung Altarraum ein. Diese Form des Auftakts haben wir schon mehrfach gewählt und kommt auch heute gut an.

Unser Chef hat vor längerer Zeit das Lied an den Anfang eines musikalischen Gebets gestellt, das mit dem Zwischengesang „I belong to you“ zum Lied „Loved“ überleitet. Insider hören sofort, dass sich die Feinarbeit in den letzten Proben offensichtlich gelohnt hat: mal wunderbar zart und zurückhaltend, dann zunehmend lauter und intensiver, verfehlt der Konzertauftakt nicht seine Wirkung beim gerührten Publikum.

© trainarchivatorEin tolles Bild für die Zuschauer

Jetzt werden die Gäste durch Kirsten Gerndt als Stellvertreterin der Gemeinde herzlich begrüßt. Anschließend heißt auch Chorleiter Wewer die Zuhörer willkommen, erwähnt den später folgenden musikalischen Afrika-Schwerpunkt und bedauert, dass Afrika heutzutage immer viel zu schnell aus dem Fokus der breiten Öffentlichkeit gerät. Das Publikum applaudiert zustimmend und ist nun auf das angesagte schwungvollere Lied gespannt.

„I’m gonna sing“ hat heute Premiere, obwohl es früher schon einmal im Gospeltrain-Repertoire war. Heute bringen wir aber eine stark veränderte Wewersche Variante, auf deren Wirkung wir selbst sehr gespannt sind. Zu unserer Erleichterung läuft es prima; die Schwierigkeit mit einem nicht ganz einfachen Sprung der Tonhöhe meistern wir zu unserer Zufriedenheit. Die Menschen sind heute echt klatschfreudig und gehen schon in dieser frühen Phase des Konzerts gut mit. Sogar eine fröhlich-gejohlte Beifallsbezeugung ist zu vernehmen, was wir eigentlich nur aus wesentlich späteren Phasen unserer Konzerte kennen. Offensichtlich haben sich Beckums Gospelenthusiasten durch das Mistwetter zu uns durchgeschlagen. Welch ein Glück für uns!

© trainarchivatorDer Gospeltrain hat Spaß am eigenen Tun

Im Anschluss an diese Songpremiere singen wir das „Hallelujah“ von L.COHEN, das sich zu einem echten Renner unseres Repertoires entwickelt hat – und das nicht nur bei Hochzeiten. Es ist nicht nur eine tolle Komposition, sondern weithin bekannt und viele singen oder summen gerne mit. Unsere gut besetzten Männerstimmen sorgen für einen beeindruckenden Einstieg, so dass sich die Frauenstimmen nicht lumpen lassen wollen und ebenfalls Vollgas geben. Der Herr wird mit diesem Hallelujah sehr zufrieden gewesen sein…

Auf dem Programm steht unmittelbar danach ein anderes „Halleluja“ – das „gehackte Halleluja“, wie es der Chorleiter als lautmalerische Eselsbrücke nennt. Die Besucher werden aufgefordert mitzumachen und nach kurzweiliger Anleitung durch unseren „Chef“, erklingt ein toller Kanon von allen Anwesenden. Oft haben wir diesen Song als Einsingübung in den Proben gesungen, doch noch niemals in einem Konzert, geschweige denn als Mitmachaktion. Hat toll geklappt. Unser musikalischer Leiter hat wie immer das richtige Gespür bewiesen, was machbar ist. Ein Glück für jeden Chor, der ein so engagiertes Publikum hat.

© trainarchivatorGospel berührt die Seele

Vor Beginn des Afrika-Blocks erklärt Chorleiter Wewer, dass das Stück „Nkosi sikeleli Africa“ (Gott segne Afrika) nicht nur die heutige Nationalhymne Südafrikas ist, sondern für ganz Afrika Bedeutung hat. Man sieht uns erwartungsvoll an und los geht’s. Und wie. Von vorne bis hinten gelingt das Lied wie aus einem Guss! In der Form ist uns dies noch nicht so oft gelungen, obwohl wir sehr viel Mühe in das Einstudieren gesteckt haben, v.a. der fremden Sprache (Xhosa). Im letzten Jahr haben wir viel Probenzeit während unserer Chorfreizeit darauf verwendet und heute belohnen wir uns selbst.

War die Atmosphäre eben noch ganz getragen, so wird es beim zweiten Afrika-Gospel „Mayenziweh“ (Dein Wille geschehe) lebhafter, die Zuschauer gehen mit. Die Sprache Xhosa versteht niemand hier in der Kirche, doch die Titelübersetzung ist zuvor angesagt worden und nun spricht die Musik für sich. Diese wird verstanden und man hört einzelne Juchzer aus dem Publikum. Unser Klatschen klingt hierbei richtig kurz und knackig und trägt sicher dazu bei, dass die Menschen Zugang zu diesem Lied finden.

© trainarchivatorViel geübt – heute lassen wir es raus…

„Sia hamba“ (Wir marschieren im Lichte Gottes) auf Zulu singen wir seit Jahren und das immer wieder gern. Hier kann der Chorleiter immer ganz seinem Bauchgefühl folgen und uns durch seine Anweisungen per Mimik und Gestik hinsichtlich Lautstärke und Stimmung lenken. Als gut eingespieltes Team verstehen wir einander und können die Vorgaben direkt umsetzen, so dass der Song immer mal wieder ein wenig anders klingt. Bei aller Routine spiegelt sich darin die jeweilige Stimmung des Auftritts wieder. – Die Stimmung in Beckum? Bestens!

Beim Gospel „Masithi“ (Sing Amen) zum Abschluss des Afrika-Blocks werden die Zuhörer zu Mitsängern. Auf unnachahmliche Art gelingt es Sebastian Wewer die Menschen zu aktivieren und der Aufforderung aufzustehen kommt man ohne zögern sofort nach. Xhosa ist für Beckumer offensichtlich kein großes Problem. – Okay, ein Textzettel und klare Anweisungen helfen weiter. Man ist offensichtlich auch von Anja und Gabi begeistert, die die liedtypischen Zwischenrufe abwechselnd einstreuen. Dieser Programmpunkt ist für alle eine runde Sache, und am Ende gibt es begeisterten Applaus für alle. Jetzt darf der Chor für eine kleine Trinkpause von der Bühne gehen und es folgt ein Solobeitrag des Chorleiters.

© trainarchivatorSolistin Gabi mit Iris an den Congas

Teil 2 der Nachbesprechung folgt.

Gospeltrain-Gründungsmitglied verstorben

Den Gospeltrain hat die traurige Nachricht erreicht, dass Anneliese B., die wir nur als „Anne“ kannten, verstorben ist. Anne hat für uns eine ganz besondere Bedeutung, denn sie war eines der Gründungsmitglieder. Eine glückliche Fügung ließ sie Mitte der Neunziger Jahre auf Gleichgesinnte stoßen, die sich zum Singen zusammen fanden und das Fundament unseres Chores schufen.

An den Proben nahm Anne im Laufe der Jahre sehr regelmäßig teil, und drückte in Gesprächen immer wieder ihre Freude an der Musik aus. Sie gehörte zwar zur Gruppe der Ältesten im Chor, fand aber ganz leicht Kontakt zu allen anderen. „Du, sag‘ einmal…“ hieß es so oft, und schon war man im Gespräch. Dabei blieb sie immer ein zurückhaltender und unkomplizierter Typ, der sich durch viel Herzlichkeit auszeichnete.

© trainarchivatorAnne B. im Jahr 2014
Ein typisches Foto – zeigt es doch Interesse und rege Anteilnahme am Gespräch.

Lange hielt sie dem Gospeltrain die Treue, und nur das Alter ließ sie über einen Austritt nachdenken. Der Chorleiterwechsel im Jahre 2010 schien ihr der geeignete Zeitpunkt zu sein, da sowieso gerade eine Etappe zu Ende ging. Unsere Entscheidung, Sebastian Wewer zu unserem neuen Chorleiter zu machen, fand ihre volle Zustimmung. Nach dem ersten Konzert mit Wewer sagte sie strahlend: „Euer Neuer, der hat ja richtig Schwung!“

Trotz ihres Austritts blieb sie unserem Chor weiterhin verbunden. Wer immer Anne irgendwo zufällig traf, wurde auf den Chor hin angesprochen. Wir informierten sie hinsichtlich anstehender Konzerte in unserer Herz Jesu Kirche, die sie dann mit viel Freude besuchte. Auch bei unserem Jubiläumskonzert zum zwanzigjährigen Chorgeburtstag war sie im Publikum und anschließend beim Empfang, bei dem es viel zu erzählen gab.

© Gospeltrain HammAnne an Bord des Gospeltrains am 15.06.2007 (1. Reihe, 5. v.l.)

„Oh, wie schade“ war die spontane herzliche Äußerung von Gospeltrainerin Annegret, als die Nachricht von Annes Tod an den Chor weitergegeben wurde. Auf diese Weise hat sie absolut auf den Punkt gebracht, was alle, die Anne gekannt haben, in diesem Augenblick empfunden haben mögen.

Wir werden Anne in guter Erinnerung behalten; gerade die langjährigen Mitglieder können auf viele gemeinsame Erlebnisse zurückblicken. Ein Highlight war dabei sicher die Reise an den Mittelrhein, bei der wir an zwei Tagen drei sehr unterschiedliche Auftritte absolviert haben. Insider erinnern sich sicherlich noch schmunzelnd an die Geschichte im Hotel mit dem Wildschweinkopf…!

Jetzt hat sich ein Lebenskreis geschlossen. Aber Anne – Du kannst sicher sein – „Heaven is a wonderful place“, wie es in einem oft gesungenen Gospel heißt.

© Westfälischer Anzeiger, 19.01.2016© Westfälischer Anzeiger, Hamm, 19.01.2016