Schlagwort-Archive: Gospel

Gospeltrainer zum Chortag NRW 03.03.2019

Am Sonntag steht der „Chortag NRW“ in Witten an. Veranstalter ist die Stiftung Creative Kirche (https://www.creative-kirche.de), die auch für den Internationalen Gospelkirchentag verantwortlich ist. Dieser Chortag ist ein Eintagesworkshop, bei dem mehrere hundert Teilnehmer gemeinsam Songs einstudieren, die am Ende des Tages noch einmal in einem Abschluss-gottesdienst gesungen werden. Geleitet wird die Veranstaltung durch den international bekannten Komponisten und Chorleiter Hans Christian Jochimsen aus Dänemark.

© Creative Kirche

Wie so oft bei externen Veranstaltungen besuchen wir diese nicht geschlossen als Gospeltrain, sondern Sebastian Wewer wird wieder eine bunt gemischte Truppe von Sängern und Sängerinnen um sich scharen, die in irgendeiner Formation mit ihm als Chorleiter aktiv sind. Treffpunkt ist Beckum, von wo aus die gemein-same Busfahrt nach Witten startet. Wer von den Angemeldeten Jochimsen kennt, ist voller Vorfreude; die anderen haben die begeisterten Erzählungen von den Gospelkirchentagen mit Jochimsen gehört und dürften nun ziemlich neugierig sein, was sie wohl erwarten mag.

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Nachbesprechung Taufe in Hamm-Drechen 17.02.2019

© trainarchivatorWie bestellt hat nach einer kalten und dunklen Schmuddelwetterphase der Vorfrühling eingesetzt. Die Fahrt geht über Land zur im Grünen gelegenen kleinen Kirche in Drechen. Hier sollen gleich zwei Kinder im Rahmen eines regulären Sonntagsgottesdienstes getauft werden.

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Über eine steile Treppe geht es auf die Orgelempore, von wo aus wir singen werden. Zunächst war geplant, während der Taufzeremonie auch unten einen kleinen Beitrag zu singen, doch der Wechsel unseres Standorts hätte in dem kleinen Kirchlein für zu viel Unruhe gesorgt. Als das Keyboard aufgebaut ist, wird es schon ganz schön eng, doch schließlich hat Chorleiter Sebastian Wewer seine Gospeltrainer sinnvoll aufgestellt. Zum Glück treffen wir uns immer frühzeitig vor Auftritten, so dass genug Zeit für Stellprobe und Einsingen zur Verfügung steht.

Beliebt für Trauungen und Taufen

Das Einsingen selbst wird relativ schnell abgehandelt, da der „Chef“ stimmlich mit uns ganz zufrieden ist und wir konzentriert mitmachen. Noch ein paar Absprachen zu unseren Einsätzen und zum Ablauf des Gottesdienstes im Allgemeinen; und schon können wir entspannt auf den Beginn warten. Zugegeben – wir sind erleichtert, dass wir oben auf der Empore bei einem noch recht neuen Lied die Noten mit den Texten für die Zuhörer unsichtbar zur Hand nehmen können. Den Nervenkitzel, ob alle ohne Texthänger durchkommen, können wir uns somit sparen.

© trainarchivatorOhne Zeitdruck warten wir auf den Beginn

Schon bald erklingt Glockengeläut, und kurz darauf beginnt der Gottesdienst unter Leitung von Pfarrer Michael Schmidt mit einem Orgelvorspiel. Nach der Begrüßung startet der Gospeltrain mit dem schwungvollen Titel „Come, let us sing“. Wie auch schon bei anderen Auftritten bewährt er sich zum Veranstaltungsauftakt; man ist sozusagen gleich richtig „drin“. Man merkt sofort, dass die Mutter eines der Täuflinge und deren Eltern langjährige Gospeltrainer sind, denn es wird sofort mitgeschnipst und mitgeklatscht.

© trainarchivatorMusik hebt die Stimmung

Nun bekommen die Kirchenbesucher Gelegenheit mit Orgelbegleitung selbst zu singen; ausgewählt ist das Lied „Er weckt mich alle Morgen“ (EG 452). Anschließend lesen Pfarrer und Gemeinde abwechselnd einen Psalm (EG 725).

Über den Wert und das Wesen der Taufe gibt es viele biblische Aussagen, die Pfarrer Schmidt als Überleitung zu den Taufsprüchen der Kinder dienen. Er weist darauf hin, dass diese heutzutage in der Regel nicht mehr vorgegeben werden, sondern die Eltern diesen selbstständig auswählen, nachdem sie sich mit der Thematik beschäftigt haben.

Für den ersten Täufling wurde der Spruch „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“ (Röm 12,21) ausgesucht. Der zweite Täufling bekommt den Spruch „Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr“ (Jer 29,13f.) mit auf seinen Lebensweg

Die Gemeinde singt im Anschluss daran das Tauflied „Wir bringen, Herr, dies Kind zu dir“ (EG 594). Vertreter der beiden beteiligten Familien entzünden die jeweiligen Taufkerzen an der Osterkerze, bevor von allen Anwesenden gemeinsam das Glaubensbekenntnis gesprochen wird.

Jetzt wird es „ernst“, die eigentliche Taufzeremonie beginnt. Zuerst tritt eine Familie an das Taufbecken, deren Sohn auf den Namen Marlon getauft wird. Während dessen summen wir zur Untermalung in dezenter Lautstärke den Gospelsong „Angels“. Unmittelbar anschließend kommt unsere Gospeltrain-Ina mit ihrer Familie nach vorne, und ihr Sohn wird auf den Namen Luis getauft. Für dieses Kind haben wir den Titel „I want to love you, Lord“ ausgewählt, der ebenfalls im Hintergrund gesummt wird. Hat prima geklappt; erst recht, wenn man bedenkt, dass wir ihn heute beim Einsingen zum ersten Mal überhaupt in der gesummten Version probiert haben…

© trainarchivator„Der“ besondere Moment

Im Anschluss an die beiden Taufen werden die Elternpaare mit ihren Kindern von Pfarrer Schmidt gesegnet, denn dieser Gottesdienst gilt nicht nur den Täuflingen, sondern den ganzen Familien.

© trainarchivatorEin Moment des Innehaltens

Aufregende und emotionale Momente liegen hinter uns, und zur Entspannung gibt es Musik. „We are the world“ wurde von einer Täuflingsmutter gewünscht. Noch ganz neu im Repertoire fordert uns das Stück ordentlich, doch wir bekommen es ohne Pannen hin. In den Proben werden wir uns in nächster Zeit bestimmt noch größere Sicherheit antrainieren, so dass es zukünftig noch ein wenig lockerer klingen wird.

Für die Lesung steht eine Bibelstelle (Prediger 7, 15-18) auf dem Programm, die den beiden Kleinkindern und ihren Familien einen Rat erteilt, wie man den „goldenen Mittelweg“ findet und mit den Herausforderungen des Lebens zurechtkommt. Es erklingt wieder Orgelspiel, und die Gemeinde singt „Wo ein Mensch Vertrauen gibt“.

© trainarchivatorIn der Predigt wird ein weiter Bogen zu den Aspekten der Taufe geschlagen. Mit dem Vertrauen verbinden sich die Aufforderungen: „macht euch auf den Weg und sucht Gott, denkt an mich, bleibt bei mir“, der Glaube steht für „Unbeirrbarkeit, Mut und Vertrauen wagen“, Jesus schließlich „beugt sich zu den Menschen hinab wie ein Vater zu seinen Kindern“. Die biblische Schlussfolgerung: „Wer getauft ist, der hat das Leben“. Worte der Hoffnung und des Vertrauens für die Zukunft der Neugetauften und ihre Familien.

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Nach vielen Worten steht das Lied „Suchen und fragen“ für Hoffnung und Zuversicht. Nach einem knappen Abschluss und dem Segen wird als letztes Gemeindelied „Behüte, Herr, die ich dir anbefehle“ gesungen.

Bevor der Gottesdienst aber endgültig geschlossen wird, singt der Gospeltrain passend zum heutigen Anlass „Oh, happy day“. „Unsere“ Gospeltrainer im Publikum sind gleich angesteckt, singen mit und drehen sich zu uns um. Strahlende Gesichter. Nach flottem Start geht die Veranstaltung auch schwungvoll zu Ende.

© trainarchivatorAuf der Empore

Während die Orgel zum Auszug letztmalig erklingt, heißt es: „schnell raus“ – mal wieder so eine Spontanaktion des Chorleiters. Wir huschen schnell die Treppe hinunter nach draußen, stellen bei herrlichstem Sonnenschein ein Spalier und warten auf die Gottesdienstbesucher. Als die ersten aus der Kirchentür hinaustreten, starten wir mit dem Song „Jesus is my salvation“, der sich schließlich zum Kanon entwickelt. Dieser wurde im Laufe der Jahre unzählige Male gesungen und kann jederzeit spontan und sicher abgerufen werden. Wenn man einen so spontanen und kreativen Chorleiter hat, macht es Sinn ein gut gepflegtes Standardrepertoire zu haben, um auf alle Eventualitäten eingestellt zu sein.

© trainarchivatorAlles auf „Start“ – Taufe im Vorfrühling

Die Aktion kommt gut an, und wir erhalten viele positive Rückmeldungen zur Mitgestaltung des Gottesdienstes. Die Stimmung ist gut und ein weiteres Ständchen in Form unseres Gospeltripletts („Go, tell it on the mountain/He’s got the whole world/Rock my soul“) scheint uns angemessen.

© trainarchivatorDer „Chef“ macht spontan ´ne Ansage und wir singen

Was bleibt von diesem Auftritt? – Ein Ausflug ins Grüne, ein Gottesdienst mit viel Musik und eine wunderbare Taufzeremonie. Mancher wird sich vielleicht durch die Worte des Pfarrers noch mal ganz neu mit dem Thema Taufe beschäftigen. Zwei Familien können nun mit der Gewissheit nach Hause gehen, dass ihre Kinder in die Gemeinschaft aufgenommen wurden und sie etwas Wertvolles mit auf den Lebensweg bekommen haben.

© trainarchivator

Nachbesprechung Start in die Chorsaison 20.01.2019

Es ist frostig kalt und überall hat sich etwas Reif niedergeschlagen. Als wir bei klarem Himmel über Land Richtung Beckum fahren, um erstmals nach monatelanger Pause wieder aufzutreten, geht strahlend golden die Sonne auf. – Wenn das kein gutes Vorzeichen für unseren Re-Start bei einem Gottesdienst in der Beckumer Christuskirche ist!

In der Kirche angekommen, startet gleich das Einsingen. Die Heizung versucht ihr Bestes, doch wir lassen erst mal unsere Jacken an. Zwar sind wir heute in eher kleiner Besetzung am Start, doch alle Stimmen sind ordentlich besetzt. Mal unserem „Chef“, Chorleiter Sebastian Wewer, ins Gesicht geschaut – ist er vielleicht etwas nervös, bevor er den Train mal wieder vor Publikum singen lässt? Nein, eigentlich nicht besonders; selbst offensichtlich gut aufgelegt, verlässt er sich auf seine Gospeltrainer. Mit dem Einsingen scheint er zufrieden zu sein, und erste Gottesdienstbesucher sind es auch, wie uns gelegentlicher Zwischenapplaus verrät. Als immer mehr Leute kommen, ziehen wir uns für einige Minuten ins Gemeindehaus zurück.

Der Gottesdienst wird von uns mit dem Stück „Jesus is right here“ eröffnet. Alles klappt wie in den Proben einstudiert; speziell der Wechsel von Lautstärke und Intensität sowie die winzigen Pausen zur Betonung der Schlüsselwörter im Text. Ein zufriedenes Lächeln des „Chefs“ belohnt und bestätigt uns. Aus dem Auditorium der fast voll besetzten Kirche ist ein langgezogenes „schön“ zu hören; durchaus ungewöhnlich während eines Gottesdienstes.

Nun begrüßt die Pfarrerin B.Schneider die Gemeinde und den Gospeltrain. Schon die einleitenden Worte machen klar, dass sich das Thema „Musik“ wie ein roter Faden durch den heutigen Gottesdienst ziehen wird. „Du Licht des Morgens“ heißt das erste Gemeindelied, welches von uns natürlich unterstützt wird. Offensichtlich ist man in Beckum sangesfreudig, und das getragene Tempo lässt eine feierliche Stimmung aufkommen. Es folgt ein Gebet.

Unser nächster Einsatz erfolgt mit einem oft von uns in dieser Form gesungenen Medley, das chorintern als „The singers prayer“ bekannt ist. Die verschiedenen Stimmungen innerhalb des Medleys bringen wir prima zum Ausdruck, denn wir sind gut in Form. „Cheffe“ nickt anerkennend und das Publikum applaudiert. Schön für uns. Ist das in evangelischen Kirchen eigentlich üblich? In katholischen Gottesdiensten wird heutzutage zwar auch applaudiert, doch eher in Form eines Schlussapplauses. Gefällt uns jedenfalls gut und motiviert für den weiteren Verlauf.

In der Lesung aus dem Alten Testament (1.Sam 16/14-23) geht es um die heilende Kraft der Musik. Wie so oft wird auch heute der Ablaufplan kurzfristig geändert. Das ursprünglich vorgesehene Lied wird durch den Titel „Heaven is a wonderful place“ ersetzt. Kein Problem für uns, denn diesen bekämen wir auch hin, wenn man uns um vier Uhr morgens aus dem Schlaf risse. An dieser Stelle muss dringend ein Lob an den Mann gebracht werden; besser an die Männer, denn sie präsentieren sich harmonisch und kräftig, was angesichts der großen zahlenmäßigen Überlegenheit der Frauenstimmen nicht immer leicht ist. Danke, Jungs.

Neben der kurzfristigen Änderung von Abläufen und der Improvisation gehört auch die Interaktion mit dem Publikum zum typischen „Wewer-Style“. Der Chorleiter spielt den Titel „Halleluja“ an, den der Chor erst einstimmig singt und anschließend als zweistimmigen Kanon. Mit einem Ohr an der Gemeinde und per Schulterblick wird nun überprüft, ob die Leute unaufgefordert aktiv geworden sind. „Sie können ruhig mal mitmachen“ lautet die typische, humorige und leicht flapsige Art des Chorleiters bei der Aufforderung zum Mitmachen. Wewer ist hier in seiner Heimatgemeinde bestens bekannt, und wird wegen seiner unkonventionellen Art der Ansprache geschätzt, denn steife Langeweile ist überhaupt nicht sein Ding. Schnell hat der sonntägliche Chor an die hundert Stimmen, und es kommt Bewegung in die Menschen.

Nach diesem turbulenten Gesang wird es beim Glaubensbekenntnis wieder besinnlicher und ruhiger. Das Gemeindelied „Lobe den Herrn meine Seele“ darf man an dieser Stelle getrost als Danksagung verstehen. Zur Predigt greift die Pfarrerin den „roten Faden“ der Musik wieder auf. Sie sei in Gottesdiensten ein wichtiges Element, spreche die Emotionen an und berühre das Innerste des Menschen. Auch das besondere Wesen der Gospelmusik und deren Herkunft kommt zur Sprache; ebenso deren Hauptanliegen, die Verkündigung der Frohen Botschaft.

Musikalisch unterstrichen werden die Aussagen der Predigt durch den Song „Marvellous things“, der sicher und überzeugend klingt. Man merkt deutlich, dass sich die letzten Trainingsstunden gelohnt haben, denn die Akzentuierung der Rhythmik kommt wunderbar leicht daher. Man vergisst in Momenten wie diesen fast den gottesdienstlichen Rahmen des Auftritts, denn viele der zu beobachtbaren Reaktionen kennen wir sonst von einem Konzertpublikum. Die von Anfang an positive Grundstimmung schenkt uns viele lächelnde, später offen lachende Gesichter, Sitznachbarn tauschen sich aus, man bewegt sich und klatscht. Gospel ist definitiv ansteckend!

Im Anschluss an die der Kollekte unterstützt der Gospeltrain die Besucher beim Lied „Kommt atmet auf, ihr sollt leben“ als Backgroundchor. Nochmals muss hier die aktive Teilnahme und Sangesfreude des Auditoriums betont werden. In dieser Gemeinde scheinen die Bemühungen der Kirchenmusik auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Vor dem Segen werden die Fürbitten gesprochen, im Wechsel mit den einzelnen Strophen des Gemeindeliedes „Lass uns in deinem Namen“.

Am Ende singt der Gospeltrain das Segenslied „Sei behütet“, dessen Text vielen Besuchern geläufig ist und eifrig mitgesungen wird. Das „Oh, happy day“ beschließt den Gottesdienst und unterstreicht in seiner Aussage die wunderbare Stimmung in der Christuskirche zu Beckum in diesem Moment.

Für heute treten wir letztmalig von den Altarstufen ab, und haben dabei ein wohliges Gefühl. Unsere Premiere nach langer Pause ist geglückt! Weitgehend fehlerfrei und als harmonisches Ganzes wirkend, können wir sehr zufrieden sein. Die Gemeinde hat es uns aber auch leicht gemacht, denn man schaute von Beginn an in erwartungsfrohe Gesichter von Leuten, die man nicht erst mühsam für sich gewinnen musste. Das ist halt der Vorteil, wenn man an einem Ort schon mehrfach zu Gast war und man bisher immer zu gefallen wusste. Außerdem waren die Stücke sehr passend zu den Inhalten des Gottesdienstes ausgewählt. Noch ein Tässchen Kaffee im anschließenden Kirchkaffee, ein wenig Smalltalk und Rückmeldungen von Gemeindemitgliedern und schon geht es zurück nach Hamm.

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Nachtrag:

Warum gibt es von diesem Auftritt kein Foto? – Weil sich Trainarchivators Kamera partout weigerte, ohne Speicherkarte ein tolles Motiv festzuhalten. Dieses wird nun für das Kopfkino nachgeliefert:
Man stelle sich vier Gospeltrainerinnen in schicker schwarzer Auftrittskleidung ganz eng nebeneinander in einer Reihe stehend vor. Die wärmenden Winterjacken haben sie noch nicht abgelegt und eigenartiger mit deutlich wehenden Haaren. Was ist da los? – Jemand spricht das Stichwort „Marilyn Monroe“ aus und kommt des Rätsels Lösung damit recht nahe: die Damen stehen auf einem Gitter, durch das von unten die warme Heizungsluft in die Kirche gelangt. Da bekommt die Formulierung vom Aufwärmen vor einem Auftritt doch noch mal eine ganz andere Bedeutung…

Anekdote aus dem Chorarchiv: im Januar 2015 haben Gospeltrainerinnen schon einmal die Kirchenheizung zum Wärmen der Füße genutzt (St.Nikolaus-Kirche, Münster-Wolbeck)

© trainarchivator

Start in die Chorsaison 20.01.2019

Endlich geht es wieder los! Am Sonntag kann man den Gospeltrain wieder live erleben. Die Ev. Kirchengemeinde Beckum hat uns eingeladen, einen Gottesdienst musikalisch mitzugestalten.

Das fast Auftritt freie Jahr 2018 mit einer langen Auszeit unseres Chorleiters Sebastian Wewer liegt hinter uns. Wir waren aber nicht untätig, sondern haben weiterhin mit einer Gastchorleiterin geprobt und uns musikalisch fortgebildet. Diese neuen Impulse und unser runderneuerter Chorleiter sorgten im Herbst für einen guten Start in die reguläre Probenarbeit.

Nun sind wir gespannt, wie unser erster Auftritt nach langer Zeit läuft. Wir können optimistisch sein, denn in der Christuskirche zu Beckum waren wir schon oft zu Gast und haben dort fast ein zweites „Heimspiel“.

PLUS-Gottesdienst 20.01.2019, 10.15 Uhr
Christuskirche, Ev. Kirchengemeinde Beckum
Nordwall 42, 59269 Beckum

Jahresrückblick 2018

Täuscht es oder hat sich der Gospeltrain 2018 ein wenig rar gemacht? – Der Eindruck täuscht nicht! Nachdem wir die Jahre zuvor im Eilzugtempo genommen hatten, wollten wir 2018 gleich mehrere Gänge zurückschalten. Unsere Jahreskonzerte, zahlreiche Hochzeiten, die Gospelkirchentage, dazu große und kleine Sonderveranstaltungen sowie Benefizauftritte; oft waren Termine von Proben und Auftritten dicht gedrängt.

Am 21.01.2018 haben wir noch einen Gottesdienst in unserer Heimatgemeinde Clemens-August-Graf-von Galen in Hamm mitgestaltet und den anschließenden Neujahrsempfang besucht. Danach gab es nur noch Proben, aber keine Auftritte mehr.

Im Laufe des Jahres hat sich unser Chorleiter Sebastian Wewer aus gesundheit-lichen Gründen eine längere Pause genommen, doch für den Train gab es keinen absoluten Stillstand. Es bot sich die Gelegenheit für einige Wochen mit einer befreundeten Chorleiterin zu proben, die wir schon längere Zeit für einen Workshop gewinnen wollten. In relaxter Atmosphäre und ohne Termindruck gab es eine Menge neuen Input. Selbst für die Stimmbildung blieb noch Freiraum.

Im Herbst sprang unser Chef wieder an Bord und legte gleich ´ne ordentliche Schüppe Kohlen auf. Mit neuen Songs und Ideen für ein Konzert im Frühjahr 2019 ging die gemeinsame Probenarbeit wieder los.

Eine Sache kann der Gospeltrain aber auch im „Ruhemodus“ einfach nicht lassen: gleich dreimal gab es chorinterne Feierlichkeiten. Es begann mit einem Neujahrsempfang in Form eines gemütlichen Beisammenseins. Eigentlich war es ein Ersatz für eine Weihnachtsfeier, die wir 2017 einfach nicht im Kalender unterbekommen konnten. Unser Jahreskonzert im Dezember und die kurze Adventszeit hätten eher zu Zeitdruck als zu Besinnlichkeit geführt. Weiter ging es im Hochsommer mit dem bewährten Grillfest, bevor unsere Weihnachtsfeier das Ausrufungszeichen am Ende des Chorjahres setzte.

Inzwischen laufen die Planungen und Proben für das Jahr 2019, in dem wir wieder in der Herz-Jesu-Kirche ein Konzert geben möchten. Selbst das Jahr 2020 ist schon im Hinterkopf, in dem wir 25 Jahre Gospeltrain feiern können.

Nachbesprechung Adventskonzert 17.12.2017 – Teil 1

Sonntag, 17.Dezember. Der Countdown bis zu unserem heutigen Konzert ist fast runter gezählt. Die Bühne steht, die Technik ist installiert und die Dekoration ist abgeschlossen.

© trainarchivatorAlles ist vorbereitet, fehlt nur noch der Chor

Jetzt gilt es, uns gut einzusingen, um die Stimmen zu ölen und letzte Sicherheit zu gewinnen. Chorleiter Sebastian Wewer schafft es, eine Atmosphäre zwischen Vorfreude einerseits und Konzentration andererseits zu schaffen. Wenn es darauf ankommt, zeigt sich unser Chor von seiner disziplinierten Seite.

© trainarchivatorEinsingen vor dem Adventskonzert

© trainarchivatorWenn sich der „Chef“ in Schale geworfen hat, dann wird dem letzten klar – gleich wird es ernst: konzentriert euch und nutzt das Einsingen. Wir wollen gleich eine überzeugende Leistung abliefern, damit Aktive und Gäste schöne Adventsmomente erleben können.

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© trainarchivatorSchon beim Einsingen ganz bei der Sache

Dies und das wird angesungen, auf besondere Klippen hingewiesen und abschließend nochmal Auf- und Abgang geprobt. Vor Konzerten sind wir wie immer frühzeitig vor Ort, so dass wir uns nach dem Einsingen noch einige Zeit zurückziehen und entspannen können. Im benachbarten Pfarrheim nutzt jeder die Zeit nach seinen Bedürfnissen. Trinken, eine Kleinigkeit essen oder die Auftrittskleidung richten – immer gehört auch ein wenig Spaß dazu

© trainarchivatorEin paar Minuten Entspannung – Getränke, Obst und viel Nervennahrung

© trainarchivatorDas Signal zum Aufbruch. Bei Dämmerung gehen wir in die Kirche hinüber, wo wir uns in der Sakristei vor dem Einzug versammeln. War es hier immer schon so voll? Oder liegt es daran, dass der Chor in den letzten Jahren gewachsen ist und wir heute eine hohe Aktivenzahl haben? Wir nehmen in der zuvor geprobten Reihenfolge Aufstellung und entzünden die soeben an alle ausgeteilten Kerzen, mit denen wir in die abgedunkelte Kirche einziehen werden. Ein letztes Toi-toi-toi und unser „Chef“ verschwindet Richtung Altarraum.

Schon bald erklingt das Keyboard. Wir beginnen die Melodie mit zu summen und als die Stimme Sebastian Wewers erklingt, ziehen wir ruhig schreitend in die Kirche ein. Jetzt haben wir erstmals einen Eindruck, wie viele Besucher unserer Konzerteinladung gefolgt sind. Die gut besetzten Bänke zaubern uns ein Lächeln auf das Gesicht, während wir uns im Kerzenschein zur Bühne bewegen. Dem Publikum gefällt der stimmungsvolle Einzug, wie aufgeschnappte Bemerkungen verdeutlichen. An den Altarsstufen angekommen, stecken wir unsere Kerzen in zwei sandgefüllte Gefäße, die ein optisches Highlight in der dämmrigen Kirche sind.

© Daniel DeppeDer Advent bringt Licht in die Dunkelheit

Auf der Bühne nehmen wir unsere Plätze ein und wechseln auf Anweisung vom Summen ins Singen. „Let my voice be an instrument“ heißt das erste Stück unseres aktuellen Programms. Es gehört zu denjenigen die heute Konzert-premiere haben. Leicht, heiter und swingend kommt die Musik daher und ist eine gute Wahl zum Einstieg.

Pfarrer Davis Puthussery betritt den Altarraum und begrüßt als Hausherr Zuschauer und Chor. Wie bei fast allen Konzerten hat unser Chorleiter sich überlegt, wie die Besucher aktiv einzubeziehen sind. Mitsingen gehört bei uns einfach dazu, und so fällt die Wahl auf das weithin bekannte Adventslied „Wir sagen euch an“. Wunderbar, dass der Chor nicht erst groß in Vorleistung gehen und das Publikum animieren muss, sondern die Menschen sofort mitmachen. Währenddessen zündet Pfarrer Puthussery drei Kerzen am Adventskranz an, der zentral vor dem Altar steht.

© Daniel Deppe…sehet, die dritte Kerze brennt!

Auch Chorleiter Sebastian Wewer begrüßt die Besucher und klärt schnell auf, wie es bei Gospelkonzerten so zugeht: singen, klatschen, aufstehen, tanzen – alles erlaubt. Unsere zahlreichen Stammgäste lächeln wissend.

Dann geht es richtig los: Mit „Come, let us sing“ fordern wir alle zum Singen auf. Dieser Forderung verleihen wir mit einer kleinen Choreographie mit Schnipsen und Klatschen Nachdruck. Es entsteht eine Dynamik, der sich das Publikum nicht entziehen kann und sofort voll da ist. Offensichtlich gibt es im Auditorium verteilt kleinere Grüppchen, die von Anfang an heiß darauf sind, aktiv mitzumachen.

© Daniel DeppeLos geht’s, lasst uns singen

Durch das ganze Programm zieht sich wie ein roter Faden das Thema Licht, welches Jesus Christus in die Welt gebracht hat. Deshalb auch die vielen Kerzen. Ein Klassiker wie „Shine your light” darf da natürlich nicht fehlen. Seit vielen Jahren im Repertoire, wird der Song immer wieder gerne gesungen und gehört. Solistin Gabi erwischt heute einen Sahnetag! Auch langjährigen Chor-weggefährten bekommen Gänsehaut. Ausdruck pur. Den Zuhörern geht es ähnlich und man spendet reichlich Applaus.

© Daniel DeppeGospeldreiklang – Stimme, Ausdruck, Emotion

Eine weitere Konzertpremiere erleben wir mit dem schwungvollen Stück „Jesus be a fence“. Klappt gut und kommt prima an. Nachdem in den letzten Jahren etliche ruhig-besinnliche Lieder ins Repertoire aufgenommen wurden, tut uns ein wenig Pep ganz gut. Chorleiter Wewer übersetzt in seinen kleinen Moderationen die Titel oder die Kernaussagen der Liedtexte, so dass man auch ohne umfassende Englischkenntnisse die Kombination von Inhalt, Melodie und Emotion leicht erfassen kann.

Wer regelmäßig Gospeltrainkonzerte besucht, kennt den folgenden süd-afrikanischen Gospel „Sia hamba“ (Wir marschieren im Lichte Gottes) in Zulu-Sprache. Da er thematisch gut passt und musikalisch immer eine interessante Alternative zu anderen Stilen ist, steht er auch heute auf dem Programm. Hier kann der „Chef“ zeigen, wie ein Chor durch einen Chorleiter gelenkt wird. Erst getragen, dann rhythmisch dominiert; leiser oder lauter, mit oder ohne Begleitung – auch wenn es eine bewährte Abfolge gibt, so muss der Chor dennoch gut aufpassen. Jederzeit kann unser Chorleiter eine musikalische Eingebung haben, die wir unverzüglich und ohne Ansatz umzusetzen haben. Heute ist er in Sachen Mimik und Körpersprache so ausdrucksstark, dass die Wechsel ganz fließend gelingen und wir verschiedene Facetten des Gospeltrains zeigen können. Die Zuschauer hören mal andächtig zu, dann machen sie engagiert klatschend mit.

© Daniel DeppeVom Chor zu entschlüsselnder Ausdruckstanz

Nach einer guten Dreiviertelstunde hat sich der Chor eine kleine Pause verdient und tritt von der Bühne ab. Ein paar Minuten sitzen und etwas trinken tut jetzt gut.

© Daniel Deppezügig und geordnet, so haben wir den Abgang geübt

© Daniel DeppeInzwischen singt unser Chorleiter das zauberhafte Weihnachtslied „Oh, holy night“, das wohl alle Anwesenden zumindest der Melodie nach kennen. Er ist heute besonders gut bei Stimme und hoch konzentriert, und so verwöhnt uns sein Solo mit besonders emotionalen Momenten. Seine Gospeltrainer in den hinteren Reihen sind von der Stimmung ergriffen und absolut stolz auf ihren „Chef“. Erst der Applaus holt uns aus der verträumten Stimmung und ruft uns zurück auf die Bühne.

Teil 2 folgt.

Konzertkritik in der Lokalzeitung 20.12.2017

Auch in diesem Jahr hat der Westfälische Anzeiger als unsere Lokalzeitung das Konzert des Gospeltrains angekündigt und uns insofern unterstützt. Heute erschien zudem eine Konzertkritik mit Foto.

© Westfälischer Anzeiger, Hamm, 20.12.2017© Westfälischer Anzeiger, Hamm, 20.12.2017

Auch der Trainarchivator ist aktiv und fasst die Ereignisse rund um unser Jahreskonzert „zu Hause“ in der Herz-Jesu-Kirche in Hamm-Norden derzeit noch einmal zusammen. Das Warten auf die Veröffentlichung versüßt vielleicht der Hinweis, dass dem Gospeltrain inzwischen Fotos eines treuen Unterstützers zugespielt wurden…