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Jahresrückblick 2015 – Teil 2

Einzelveranstaltungen (2 Termine)

Ganz neue Erfahrungen brachte uns die Teilnahme am Kreis-Chorkonzert (19.04.2015) des Sängerkreises Hamm. In der zentral gelegenen St.Agneskirche hatte man ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, bei dem dreizehn Mitgliedschöre des Sängerkreises jeweils zwei Titel vortrugen. Das Publikum bekam einen breiten Überblick über die vielfältige Hammenser Chorlandschaft und wurde bestens unterhalten. Mit der Einbindung in das Gesamtkonzept einer solchen Veranstaltung sind wir gut zurecht gekommen, wobei die Generalprobe mit weitgehend allen Teilnehmern sehr hilfreich war.

© Markus Wolfslau, Sängerkreis HammAgneskirche beim Kreis-Chorkonzert   © M. Wolfslau, Sängerkreis Hamm

Auch in unserer Gemeinde Clemens August Graf von Galen waren wir aktiv, welche die zehnjährige Fusion der beiden Vorgängergemeinden mit einem Gemeindeherbstfest (26.09.2015) feierte. Im Festgottesdienst, zu dem wir einige Lieder beitrugen, stellten wir uns, wie alle anderen Gemeindegruppen, den Besuchern vor. Auch beim anschließenden Empfang durften wir nochmals zur Unterhaltung auftreten.

© trainarchivatorGospeltrain sorgt für musikalische Unterhaltung beim Herbstfest

Chorfreizeit

Ein neues Highlight im Vereinsleben des Gospeltrains war die erstmals durchgeführte Chorfreizeit (11.-13.09.2015). Es ging für ein verlängertes Wochenende ins Matthias-Claudius-Haus nach Meschede-Eversberg im Sauerland. Dort ist uns eine wunderbare Mischung aus konzentrierter Chorarbeit und Freizeit gelungen, die dem Miteinander gut getan hat. Das im Wald gelegene Haus erwies sich als sehr geeignet für unsere Chorfreizeit: perfekte Betreuung durch Hausleitung und Küche, schöne Zimmer und ein eigener Probenraum wurden uns geboten. Auf der Terrasse wurde gegrillt, entspannt oder Kaffee getrunken; rund ums Haus konnte man schöne Spaziergänge machen. Als wir abends am offenen Feuer so richtig in Stimmung kamen und zu singen begannen, entwickelte sich über Gospels und eine verwegene Mischung aus Gassenhauern aller Art ein Spontanauftritt für die inzwischen aufmerksam gewordenen anderen Hausgäste. Zum Abschluss gönnten wir uns noch eine Bootsfahrt auf dem Hennesee. Als es anschließend zufrieden und gut gelaunt nach Hause ging, weinte der Himmel zum Abschied. Ein besonderes Lob an unseren „Chef“, für den es ein sehr arbeitsreiches Wochenende am Klavier war!

© trainarchivatorTrotz intensiver Probenarbeit…

© trainarchivator… kam der Spaß nicht zu kurz !

Medienaktivität (3 Projekte)

Zum zweiten Male waren Vertreter des Gospeltrains in der Sendung „Stammtisch“ des Bürgerradios im Lokalsender „Lippewelle“ (01.03.2015) zu Gast. Im Vorfeld des Jubiläumskonzertes in Hamm bekamen sie in Interviewblöcken Gelegenheit, aus dem Vereinsleben zu berichten und das Konzert zu bewerben.

© Sebastian WewerDie drei an der Medienfront

© Stadt Hamm, Präventivkreis Hamm-Norden, Stadtteilbüro Hamm-NordenIm Sommer wurde angefragt, ob wir uns am Kalenderprojekt des Stadtteilbüros im Hammer Norden beteiligen möchten. Ende 2015 lag dann das gedruckte Werk vor, das im Jahr 2016 viele Vereine des Stadtteils vorstellt. Der Gospeltrain schmückt das Dezemberblatt – vielleicht eine Folge der schicken Auftrittskleidung?

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© Stadtteilbüro Hamm-NordenAuch im Jubiläumsjahr waren wir in der Stadtteilzeitung „Nordwind“ präsent. In der Ausgabe 34 (Jan-Feb 2015) erschien ganzseitig ein Artikel mit Foto, in dem es einerseits um unsere Wurzeln im Stadtteil ging und andererseits zum großen Konzert eingeladen wurde.

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Chorintern (3 Termine)

Chorintern stehen jedes Jahr drei Veranstaltungen auf dem Kalender. Los ging es mit der Jahreshauptversammlung (28.01.2015), bei der wir zunächst einen Rückblick auf das vergangene Jahr warfen. Weiterhin wurden anstehende Wahlen durchgeführt, aktuelle Fragen diskutiert und die Planungen für das gerade begonnene Jahr vorgestellt.

Rein unserem Vergnügen diente das Sommerfest (24.06.2015), bei dem im Pfarrgarten der Grill eingeheizt wurde. Bei Speis und Trank verlebten wir einen Abend ohne Programm, der ausgiebig der Unterhaltung und dem Miteinander diente.

© trainarchivatorBilder sagen mehr als Worte…

Den Jahresabschluss begingen wir wie immer mit einer Weihnachtsfeier (16.12.2015) im Pfarrheim, unserem Probenort. Nach der Selbstbedienung am Buffet saßen wir an weihnachtlich geschmückten Tischen bei netter Unterhaltung, als wir Besuch vom Nikolaus bekamen. Nach den lobenden und tadelnden Worten war das Chorjahr 2015 dann endgültig beendet, und wir verabschiedeten uns voneinander in die Weihnachtspause.

© trainarchivatorDer Nikolaus liest uns die Leviten – im Guten wie im Bösen

Über den Tellerrand

Wie immer gibt es einige Gospeltrainer, die über den eigenen Chor hinaus Interesse an Gospel haben. So besucht man andere Veranstaltungen, um zuzuhören, Eindrücke zu sammeln und gelegentlich bei Veranstaltungen befreundeter Chöre mitzuwirken.

© trainarchivatorSeine offizielle Einführung als Kirchenmusiker in der Christuskirche Beckum (12.04.2015) erlebte unser Chorleiter im Rahmen eines Gottesdienstes. Zahlreiche Mitglieder seiner Chöre Gospeltrain Hamm und CHORios Ahlen sangen bei der Gelegenheit Songs, die beide Chöre im Repertoire haben und die bei gelegentlichen gemeinsamen Auftritten angestimmt werden.

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2015 gestaltete unser Chorleiter Sebastian Wewer mit seinem Rainbow Gospelchor den Gospelday in Herzebrock (19.09.2015), nachdem seine anderen Chöre Gospeltrain Hamm (2012) und CHORios Ahlen (2013) bereits Gastgeber dieser Benefizveranstaltung zugunsten „Gospel für eine gerechtere Welt“ waren. Es war ein Gemeinschaftsauftritt mit CHORios und mehreren Gospeltrainern auf der Bühne und weiteren im Publikum.

© trainarchivatorRainbow Gospelchor, CHORios und einige Gospeltrainer

Die Teilnahme als aktive Sänger bei der Erstaufführung des neu geschaffenen Pop-Oratoriums „LUTHER“ (31.10.2015) in der Dortmunder Westfalenhalle war für einige Gospeltrainer eine große Herausforderung. Das bedeutete zusätzliche Proben in Ahlen mit Aktiven des Chores „CHORios“, um die Songs einzustudieren, sowie Proben in Dortmund und Essen, um sich mit allen ca. 3000 Sängern, Musikern und den Musical-Profis gemeinsam vorzubereiten. Nicht nur aufgrund des großen Erfolgs haben die Teilnehmer Großartiges erleben dürfen

© Andrea RemmertGospeltrainer auf Abwegen – unsere „LUTHER“-Stars

Beim Konzert des Gospelchores „Kreuz & quer“ (29.11.2015) in der Beckumer Christuskirche haben sich einige Gospeltrainer einfach ins Publikum gesetzt und mal andere singen lassen. Dabei gab es ein Wiedersehen mit Heiko Fabig, der den Gospeltrain von 1999-2010 geleitet hat.

© trainarchivatorH.Fabig bei einer Ansage

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Tipp: Gospelkonzert bei Freunden am 15.11.2015

Am Wochenende noch nichts vor? Lust auf Gospelmusik? Dann legen wir Ihnen ein Konzert in Ahlen ans Herz.

CHORios, der Chor der Ev. Kirchengemeinde Ahlen, veranstaltet am 15.11.2015 um 18 Uhr ein Gospelkonzert in der Ahlener Christuskirche unter dem Motto „I want to love you, Lord“. Zu Gast ist außerdem der Rainbow-Gospelchor der Ev.Kirchengemeinde Herzebrock-Clarholz.

Zu beiden Chören unterhält der Gospeltrain eine Chorfreundschaft, die durch gelegentliche gemeinschaftliche Projekte mit Leben erfüllt wird. Wir legen Ihnen dieses Gemeinschaftskonzert nicht nur wegen der zu erwartenden tollen Gospelmusik nahe, sondern auch, weil es sich um ein Benefizkonzert handelt. Die Chöre singen zugunsten der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei DKMS, deren Arbeit man durch eine Spende unterstützen und durch Informationen in der Öffentlichkeit bekannt machen möchte.

Der Eintritt ist frei. Um eine Spende am Ausgang wird gebeten.

© CHORios, Ahlen© CHORios, Ahlen

Winterschlaf? Nichts los beim Gospeltrain?

Die Konzerte des Jahres 2015 sind gesungen, Hochzeiten und Taufen mitgestaltet, Gottesdienste begleitet. Winterschlaf beim Gospeltrain? So scheint es. Doch das täuscht!

Bis zum Auftakt unserer Chorsaison 2016 mit einem kleinen Workshop und anschließendem Auftritt in der eigenen Gemeinde geht es ruhig zu. Dennoch laufen die Proben bis dahin fast durchgehend weiter. Es ist die Zeit, in der am Repertoire gearbeitet wird. Es gilt neue Songs zu lernen und lange nicht mehr Gesungenes aufzufrischen. Nebenbei wird am Programm für die Konzerte des kommenden Jahres gebastelt. Natürlich werden wir uns auch eine chorinterne Weihnachtsfeier gönnen, um uns am Ende dieses wie immer ereignisreichen Jahres zu belohnen.

Nebenbei haben einige Gospeltrainer die Zeit genutzt, um über den Tellerrand des eigenen Tuns hinaus zu schauen und neue Erfahrungen in Sachen Gospel und Chorgesang zu sammeln. Mal sang man bei externen Veranstaltungen mit oder war als Zuschauer bei Konzerten unterwegs.

Da war zunächst der Gospelday am 11.09.2015 in Herzebrock-Clarholz. Der Herzebrocker Rainbow Gospelchor war Gastgeber eines Konzertes in „seiner“ Kreuzkirche. Über Chorleiter Sebastian Wewer steht man in Verbindung zum Gospeltrain Hamm und zum Gemeindechor CHORios aus Ahlen, mit denen man bereits mehrfach kooperiert hat. Die Herzebrocker hatten sich CHORios eingeladen, die ihrerseits von einigen Gospeltrainern ergänzt wurden. Einige Überschneidungen im Repertoire und der gemeinsame „Trainer“ machten es möglich. Es standen aber nicht nur Gospeltrainer mit auf der Bühne, sondern einige erlebten die Veranstaltung als Zuschauer aus anderer Perspektive. Das musikalisch gelungene Benefizkonzert zugunsten des durch den Gospelday unterstützten Projekts „Happy Home“ gegen Benefizkinderarbeit/-sklaverei in Bangladesh war ein voller Erfolg. Das wohlgestimmte Publikum sorgte zudem für eine großzügige Spende zugunsten des Projekts, das ihm in einem kurzen Wortbeitrag näher gebracht wurde.

© trainarchivatorGospelday in Herzebrock

Über Monate hinweg zog sich für einige Gospeltrainer eine ganz andere Aktion – ihre Teilnahme am Pop-Oratorium „Luther“, dass am 31.10.2015 in der Dortmunder Westfalenhalle seine Welturaufführung erlebte. Als Teil eines 3000 Köpfe starken Chores durfte man die Zusammenarbeit mit echten Bühnenprofis (Musicalsänger, Sinfonieorchester und Band) erleben. Bei mehreren gemeinsamen Proben mit allen Beteiligten sowie weiterer Probenarbeit in den Heimatchören erarbeitete man sich die extra für dieses Stück geschaffenen Songs (Musik Dieter Falk, Text Michael Kunze). Lohn waren zwei Aufführungen in der Westfalenhalle mit sehr positiver Publikumsresonanz, bundesweiter Berichterstattung und v.a. unbezahlbarer Erlebnisse mit vielen anderen Gospelaktivisten.

© A.RemmertGospeltrainer als Teil des Riesenchores in weiß – die Perspektive der Aktiven
© A.Remmert

Natürlich verfolgen wir, was an Gospelkonzerten in der Nähe geboten wird. Privat verabreden sich dann gelegentlich interessierte Gospeltrainer, um diese Konzerte zu besuchen. Man möchte sich unterhalten und inspirieren lassen; vielleicht gibt es auch etwas abzuschauen oder zu lernen.

Kürzlich veranstaltete der Kulturarbeitskreis unseres Stadtteils Hamm-Norden in der Ev.Johanneskirche ein Konzert unter dem Titel „Shout to the Lord“, bei der afrikanischer Gospel auf europäische Orgelmusik traf. War ja klar, dass einige von uns dabei waren, wenn in der Nachbarschaft ein solches Angebot gemacht wird. Gerade afrikanische Songs interessieren uns im Moment, nachdem wir uns in unserer Chorgeschichte zunächst nur mit amerikanischen Gospels beschäftigt und in den letzten Jahren europäische Kompositionen kennen und schätzen gelernt haben. Die „Harmonie Singers“ sind ein Laienchor afrikanischer Frauen aus Hamm, die nicht nur englischsprachige Liedern sangen, sondern sich auch erfolgreich an deutschsprachige Kirchenlieder mit Orgelbegleitung heranwagten.

© Westfälischer Anzeiger, 07.11.2015, Online-Fotoserie, Peter Sudermann© Westfälischer Anzeiger, 07.11.2015, Online-Fotoserie, Peter Sudermann

Auch das nächste Konzert steht für einige bereits im Kalender: der Gospelchor „Rejoice“ aus Langenberg (Kreis Gütersloh) gibt in Lippstadt am 15.11.2015 ein Konzert unter dem Titel „Joy to my soul“ – wir sind schon gespannt.

Nachbesprechung Heilige Nacht in Unna 24.12.2014

© Ev. Gemeinde Unna-MassenVor längerer Zeit erreichte die Gospeltrainer eine Einladung zu einem Chorprojekt zur Heiligen Nacht unter dem Motto „Sternkind“ in der Friedenskirche in Unna. Chorleiter Sebastian Wewer suchte in seinen Chören Interessierte, welche den Gottesdienst um 23.00 am Heiligen Abend musikalisch mitgestalten wollten. Am Heiligen Abend? Ist man da nicht mit seiner Familie zusammen, statt über Land zu einem Auftritt zu fahren? Natürlich – dennoch haben einige Gospeltrainer mehrere vorbereitende Proben und dann den Auftritt im Gottesdienst mitgemacht.

Mehrere Male traf man sich im Gemeindehaus neben der Friedenskirche. Viele Teilnehmer kannten einander bereits, die anderen nahmen schnell Kontakt zu den Probennachbarn auf. Das ausgewählte Musikprogramm, das der Chorleiter in Absprache mit Pfarrer Jürgen Eckelsbach zusammengestellt hatte, erwies sich angesichts der nur wenigen Proben als ein wenig zu ehrgeizig. Für viele SängerInnen waren gleich mehrere Lieder komplett neu, zudem galt es große Mengen Text zu lernen. Auch rein gesangstechnisch mussten einige Klippen umschifft werden.

Völlig uneitel und nur dem Ziel eines gelungenen Auftritts verpflichtet wurden einige Änderungen vorgenommen. Ein Lied flog aus dem Programm, mal wurde die Tonhöhe an unseren Projektchor angepasst, einige melodisch noch wackelige Passagen übernahm Chorleiter Sebastian als Solist. Zudem organisierte man Notenständer und Texte in Großschrift, die helfen sollen Texthänger zu vermeiden. Durch die Veränderungen war schnell eine viel größere Sicherheit da und man gewann Zeit für die Arbeit an diversen Feinheiten.

© trainarchivator Projektchor schnuppert die Atmosphäre am Auftrittsort

Zum Abschluss der letzten Probe gingen wir in die Kirche, um mal den Ernstfall zu proben. Inzwischen schauten wir dem Auftritt an Heiligabend optimistisch entgegen. Da einige Leute verhindert waren, sollte die endgültige Stellprobe direkt Heiligabend erfolgen.

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© trainarchivatorAls wir frühzeitig zur Kirche kamen, leuchteten uns große Laternen einladend den Weg zum Eingang. In der Kirche wurde schnell eine Stellprobe gemacht und die Position der Textständer festgelegt. Das Einsingen war Routine, und das erste Lied verschaffte uns angesichts einiger Probleme während der Proben Zuversicht, dass der Auftritt gleich klappen werde.

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© trainarchivatorWeihnachtlich geschmückte Kirche vor Beginn

Als erste Zuschauer kamen, zogen wir uns kurz in den Gemeindesaal zurück. Dort gab es letzte Infos zum Ablauf, die schwierigen Stellen im Liedgut wurden nochmals geübt. Erstaunlich, dass wir uns von Problemen und Umstellungen recht wenig nervös machen ließen und man gemeinsam nach einer Lösung suchte. Wewer-SängerInnen sind flexibel, denn einerseits ist unser Chorleiter kreativ und spontan, andererseits weiß er uns durch seine Anleitung Sicherheit zu vermitteln. Teamarbeit eben.

© trainarchivatorAllerletzte Absprachen zum Ablauf

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Kurz vor Beginn des Gottesdienstes gingen wir in die Kirche rüber, die inzwischen sehr gut gefüllt war. Gemeindemitglieder verteilten an alle Besucher und Sänger Kerzen, die am Ende zum Einsatz kommen sollten.

Wir saßen vorne in reservierten Bänken und sangen nach der Begrüßung durch Pfarrer Eckelsbach das Lied „Ich steh an deiner Krippen hier“ mit der Gemeinde, für die der Text per Beamer an die Wand projiziert wurde. Für uns Gospeltrainer, die wir neben Gospelklassikern viele zeitgenössische Stücke im Repertoire haben, ist es immer wieder spannend derart alte Lieder zu singen (Text: P.Gerhardt 1635, Melodie: J.S.Bach). Man muss sich immer wieder vor Augen halten, dass es ganz unterschiedliche Ausdrucksformen für die gleichen Inhalte gibt, dementsprechend sollte man diese Werke durch Singen und Spielen bewahren.

Der Projektchor ging nun nach vorne und trug sein erstes Lied vor. Obwohl „Arm und klein“ für die meisten ein bisher unbekanntes Lied war, hatten wir es in den Proben recht zügig in den Griff bekommen. Dementsprechend gut gelang es nun beim Gottesdienst, was uns Sicherheit für die weiteren Beiträge geben sollte. Pfarrer Eckelsbach ging kurz auf den Titel ein und beschrieb, dass auch von einem scheinbar kleinen und schwachen Menschen eine große Wirkung ausgehen könne. Beim Gemeindelied „Geh, ruf es von den Bergen“ sollte genau diese frohe Botschaft weiter getragen werden.

© trainarchivatorKein Weihnachtsgottesdienst ohne Krippe

Eine Besonderheit dieses Gottesdienstes war die Vorführung eines Videos, welches auf der Internetplattform „YouTube“ veröffentlicht worden war. Es zeigt, wie neuseeländische Kinder die Weihnachtsgeschichte nachspielen. Zwar verstand man angesichts des Akzents nicht jedes englische Wort, doch die Bilder sprachen für sich. Originell und mit viel Liebe zum Detail wurde die Geschichte gespielt, brachte die Gemeinde immer wieder zum schmunzeln. Den Beitrag findet man unter:
http://www.youtube.com/watch?v=kWq60oyrHVQ&index=1&list=PLPeAGGoES-getwPsqih0VCINYuOlhQ1uW

Aus dem himmlischen Sternkind sei mit Jesus ein menschliches Erdkind geworden, wie wir alle es sind – so der Pfarrer. Jetzt kam es darauf an: bekommen wir das folgende Stück „Sternkind“, was uns so viele Probleme bereitet hatte, in den Griff? – Aber ja doch! Die intensiven Proben und die kleinen Veränderungen waren von Erfolg gekrönt. Hoch konzentriert und gut vom Chef am Keyboard angeleitet gelangen unsere Chorstrophen und der Refrain prima. Die anderen Strophen, die uns aufgrund etwas anderer Melodie so schwer gefallen waren, übernahm Sebastian als Solist und lenkte damit sogar besondere Aufmerksamkeit auf den tragischen Text.

Um zu zeigen, unter welch katastrophalen Bedingungen auch heutzutage noch zahllose Kinder leben müssen, wurden Fotos gezeigt, die verschiedene Ausprägungen von Armut, Gewalt und Missbrauch von Kindern dokumentierten. Aber es gibt auch Hoffnung, wie unser nächster Beitrag verdeutlichte. Wir begannen mit dem englischen Weihnachtsklassiker „God rest you merry, gentlemen“, dem sich mit gleicher Melodie „Es wird nicht immer dunkel sein“ anschloss. Die bekannte Melodie und die projizierten Texte ließen viele Menschen in den Gesang einstimmen. Ein schöner Moment in der Heiligen Nacht, als die Gemeinde ein Zeichen der Hoffnung erklingen ließ.

Während der Fürbitten entzündete man erste Kerzen an der Laterne mit dem aus Bethlehem stammenden Friedenslicht an und gab es an den Chor weiter. Das war der Moment, in dem „Silent night“ von uns angestimmt wurde. Welch schöner Moment. Schien auch den Alt gepackt zu haben, denn auf einmal sangen wir mehrheitlich Sopran. Auch nicht schlecht, aber so natürlich nicht gewollt. Prompt spielte Sebastian die Altstimme am Keyboard etwas dominanter, so dass wir wieder in die Spur fanden. Das Publikum hatte diese kleine Panne wahrscheinlich gar nicht mitbekommen, doch bei uns sorgte sie für rote Ohren. Beim nächsten Durchlauf als „Stille Nacht“ klang es längst wieder souverän. Inzwischen erleuchteten unzählige Kerzen die weitgehend abgedunkelte Kirche.

Als einige letzte Worte und der Schlusssegen von Pfarrer Eckelsbach gesprochen wurden, stürmte Sebastian Richtung Empore davon, um zum Abschluss „Oh, du föhliche“ auf der Orgel zu spielen – wohl das in der Heiligen Nacht am häufigsten gesungene Lied am Ende der Gottesdienste. Das Stück hatten wir nicht geprobt und die Textprojektion lag außerhalb unseres Blickfeldes, doch diesen Evergreen haben wir auch so gemeistert.

© trainarchivatorDie letzten Besucher der zuvor vollen Kirche

Danke an alle TeilnehmerInnen, u.a. von „Come on and sing“/Unna, „Gospeltrain Hamm“ und „CHORios“/Ahlen. Gemeinsam haben wir uns dieses Programm mit unserem Chef über Höhen und Tiefen hinweg erarbeitet und einen stimmungsvollen Auftritt absolviert. Neben dieser „Arbeit“ dürfte aber jeder auch persönliche Eindrücke und Anregungen mit nach Hause genommen haben.

© trainarchivatorFriedenskirche in Unna-Massen kurz nach Mitternacht

Gospelkirchentag Kassel – Teil 4 Nachmittag mit Workshops und Konzerten

© Creative Kirche, Witten

© Sebastian WewerDer Mass Choir Workshop liegt hinter uns. Jetzt erst mal raus an die frische Luft. Der Kopf schwirrt noch von den vielen Eindrücken, auch ein leichtes Schweben ist noch spürbar. Jetzt trifft man auch so manchen wieder, der in der Halle im Block einer anderen Stimme gesessen hat. Also tauscht man sich aus, gönnt sich erst mal zur Erfrischung ein Kaltgetränk oder macht Erinnerungsfotos. Wie geht aber der Tag weiter?

© trainarchivatorEinige Ahlener Kollegen von CHORios zwischen Mass Choir und Aufbruch

Nachmittags stehen in der Innenstadt einerseits Workshops auf dem Programm, andererseits gibt es auf Open-Air-Bühnen und in Kirchen Konzerte. Wofür entscheidet man sich? Mancher hat schon zu Hause das umfangreiche Programmheft studiert und einen persönlichen Plan. Andere überlegen noch oder suchen Begleiter für die nächsten Stunden. Nach und nach lassen wir uns mit den schier zahllosen Einsatzbussen zum Auestadion chauffieren, von wo aus die Tram in die Innenstadt fährt. Sehr praktisch, dass im Ticket für den Gospelkirchentag gleich die Fahrkarte für den Nahverkehr eingeschlossen ist. Man mag sich gar nicht vorstellen, wenn tausende Ortsunkundige versuchen ein fremdes Tarifsystem inklusive Netzplan zu verstehen oder zu erfragen – Chaos! So jedoch geht alles ganz easy.

© trainarchivatorNoch ganz friedlich – wenige Minuten später unser Musik-Express

In der Tram herrscht gute Stimmung. Sind wir eigentlich alle Gospelkirchentagsbesucher oder haben sich tatsächlich Einheimische unter uns gemischt? Schlüsselbänder mit Tickets, die Regenbogenschals der Aktion „Gospel für eine gerechtere Welt“ und vielerlei Chorkleidung lassen uns fast wie eine geschlossene Gesellschaft erscheinen. Kein Wunder also, dass gleich ordentlich mit eingestiegen wird, als jemand ein Lied anstimmt. Dass die Mitsingenden verschiedenen Chören angehören macht sich gar nicht bemerkbar – haben wir doch soeben mehrere Stunden des gemeinsamen Singens und aufeinander Hörens hinter uns gebracht. Die meisten steigen am heute wieder mit der Bahn erreichbaren Königsplatz aus, der gestern aufgrund der Auftaktveranstaltung nicht angefahren wurde. Hier trennen sich jetzt unsere Wege.

In den Workshops wird so ziemlich jedes Thema rund um Gospel behandelt. Da findet jeder ein passendes Angebot – ob Praxis oder Theorie, für Anfänger oder Fortgeschrittene. Man kann lernen und ausprobieren, Kontakte knüpfen und sich Anregungen holen. Mancher hat bei der Auswahl ein ganz bestimmtes Thema im Sinn, anderen ist es wichtiger mit bestimmten Leuten gemeinsam etwas zu unternehmen. Die Dozenten sind jeweils Fachleute aus dem entsprechenden Bereich.

Konzerte gibt es sowohl auf Open-Air-Bühnen als auch in Kirchen der Innenstadt. Das Programm ist bunt gemischt, deutsch und international. Eine Besonderheit stellt die Hessenbühne auf dem Opernplatz dar, wo die Veranstalter den hessischen Chören eine Präsentationsmöglichkeit geben, und wo sich das Publikum eine Übersicht über die Gospelszene des Landes verschaffen kann. Außerdem finden mehrere Offene Gospelsingen mit namhaften musikalischen Leitern statt – just for fun, um selbst aktiv zu werden

Wir trennen uns also und streben verschiedenen Zielen zu. Ich habe mich mit Ankie zusammengetan und wir wollen zu „Groove im Chor“. Da sich der Weg zum Veranstaltungsort einigermaßen zieht und die Zeit drängt, steigen wir spontan wieder in eine Tram, die direkt vor der Tür des Zieles hält. Super. Rechtzeitig geschafft. Hoffentlich ist der Workshop nicht überfüllt, so dass wir draußen bleiben müssen, wie ich es einmal beim letzten Gospelkirchentag in Dortmund erlebt habe. Aber nichts da – wir gehören zu den Ersten. In den Minuten bis zum Beginn strömen noch viele Leute in den kleinen Saal; immer schwungweise, so wie die Trams ihre Ladung vor der Tür abliefern. Jetzt sind wir mal gespannt, was jetzt passieren wird.

Leiter des Workshops ist Martin Carbow. Nach Auskunft des Programmheftes arbeitet der Vocal-Coach u.a. als Chorleiter und Arrangeur. Carbow stellt sich kurz vor, alles im lockeren Plauderton. Der wird sich auch die folgende Stunde nicht ändern – egal, was wir jetzt auch machen. Genau genommen weiß niemand, wie der Workshop ablaufen soll. Wir singen ein bisschen. Außerdem wird gestampft, geklatscht und geschnippt. Wann geht es endlich richtig los?! Bin ein bisschen verwirrt. Jetzt wird etwas vom Laptop an die Wand geworfen: „Beat im Körper verankern“. Okay, das können wir nachvollziehen, das haben wir gerade gemacht. Immer noch ein wenig Verwirrung. Neue Übung, eine kleine Melodie auf ha-ha-ha. Jetzt dasselbe auf he-he-he. Wirkt vollkommen anders. Anschließend auf ho-ho-ho. „So, jetzt singt wie Fußballfans“. Aus dem Singen wird eher ein Rufen. „Eure Mannschaft hat gewonnen“. Das Rufen bekommt einen eigenartig selbstbewusst-machomäßigen Unterton. „Ihr habt das eine oder andere Bier getrunken“. Jetzt klingt es eher gegröhlt, die Lautstärke ist deutlich erhöht. „Es ist Euch scheißegal, ob Euch einer hört!“ Uih, das geht aber ab. Gut, dass mich in Kassel keiner kennt! Wie mag sich dieser Lärm wohl für andere im Gebäude befindliche Personen anhören.
Was das alles soll? Allmählich dämmert uns das didaktische Konzept. Schon winzige Veränderungen können eine große Wirkung haben. Das haben wir soeben mehr als deutlich gespürt; es v.a. nicht vorgeführt bekommen, sondern mit dem eigenen Körper erlebt. An der Wand zeigt uns die Projektion inzwischen die vier Schritte zum perfekten Groove. Angesichts der Fachbegriffe sind wir geschockt, verstehen als Nicht-Musikstudenten nur Bahnhof. Carbow beruhigt uns. „Alles was zum perfekten Groove gehört, kennt Ihr längst.“ Stimmt. Es muss uns nur an lebendigen Beispielen deutlich vor Augen geführt werden. Carbow nutzt witzige und schräge Bilder, um uns die musiktheoretischen Inhalte praktisch vorzuführen. Beim Thema Groove werde ich ab sofort immer an Einkaufswagen und Gummimatten denken – die Insider wissen Bescheid.

© trainarchivatorCarbow genießt es uns mit Fachbegriffen zu schocken – alles halb so wild

Am Ende des Workshops haben wir so manchen Aha-Effekt erlebt. Wir wissen, dass man durch winzige Abweichungen vom Stammrhythmus eine besondere Dynamik und Spannung erzeugen und beim Publikum geradezu eine Erwartungshaltung wecken kann. Außerdem hat es echt Spaß gemacht mit netten Leuten viele verrückte Dinge ausprobiert zu haben.
Als wir den Saal verlassen, starren uns etwas irritiert viele Leute an, die bei der Wiederholung des Workshops dabei sein wollen. Was die sich wohl angesichts der Geräuschkulisse gedacht haben mögen? Das letzte Lied war übrigens ein Weihnachtslied. Im September!

© Creative Kirche365 Tage Badewetter – Dusche am Nachmittag….………………….© Creative Kirche

Der Regen, der zwischenzeitlich niedergegangen war, hat inzwischen aufgehört. Mit der Tram fahren wir ohne besonderen Plan zurück zum Königsplatz. Dort herrscht eine heitere Stimmung. Die Sonne ist inzwischen rausgekommen und auf der Bühne gibt’s Livemusik. Noch sind Ten Sing aus Hessen aktiv, dann folgt der Auftritt von Gospel Connection aus Bremen – klasse.

© Creative KircheGospel Connection auf der Bühne auf dem Königsplatz………….© Creative Kirche
http://www.youtube.com/watch?v=rq5wsMz7gcU&list=UUtn9ykXa8dXSOrG_i5EHKww

Wir lassen uns ein wenig treiben, wie so viele andere auch. Schließlich gönnen wir uns eine warme Mahlzeit vom Imbiss, hören Musik, plaudern ein wenig und genießen einfach das hier und jetzt. Als das Chris Lass Trio startet, denken wir das erste Mal daran, dass nachher der Musicalbesuch ansteht. Wie lange werden wir bis zur Rothenbachhalle brauchen? Schwer einzuschätzen. Auf den letzten Drücker wollen wir nicht kommen, denn wir möchten die Aufführung gerne im Kreise unserer Lieben erleben. Noch ist allerdings Zeit.

© trainarchivatorGospelkirchentag live auf dem Königsplatz – alles passt

Inzwischen fahren die ersten Trams mit dem Hinweis „Einsatzwagen Auestadion“. Die Verkehrsbetriebe haben ordentlich Betriebsmittel auf Schiene und Straße gebracht, um einige Tausend Menschen von der Innenstadt zum Messegelände zu transportieren. Irgendwann steigen wir ein. Und schon an der nächsten Station wieder aus. Vom Opernplatz klingt die Musik zu verlockend. Auf der Bühne singt gerade die Kurhessische Kantorei „Joy of Life“ aus Marburg. Herrlich swingend. Im Schnitt sind die gesanglichen Fähigkeiten höher als beim Gospeltrain, viele sicher mit Soloqualitäten. Im Laufe des Auftritts wird der Chor aber immer klassischer, immer jazziger. Das gefällt Ankie und mir dann weniger gut. Da ist der gute alte Train unserer Meinung nach wieder im Vorteil. Bei uns ist mehr Leben drin, mehr Gospel, irgendwie echter und authentischer.

© trainarchivatorDie Hessenbühne auf dem Opernplatz, unter dem Denkmal von Louis Spohr

  • Von Louis Spohr weiß das HNA-Regiowiki zu berichten, dass dieser ein Komponist und Dirigent war, zeitweise Hofkapellmeister in Kassel und neben Paganini einer der berühmtesten Violinvirtuosen seiner Zeit war. (HNA= Hessische/Niedersächsische Allgemeine). Also ganz große Kunst.

Dann können wir uns jetzt auch auf den Weg zur Rothenbachhalle machen. Aber wen sehen wir da an der Haltestelle? Birgit und Danny, die uns begeistert von ihrem Workshopbesuch erzählen. Die beiden, die bei uns auch Soloparts übernehmen, waren in Sachen Stimmbildung unterwegs. In ihrem Workshop haben sie wohl unglaublich viel Input bekommen, was die Zusammenhänge bei der Lautbildung und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten angeht. So vergeht die Fahrt zur Halle bei interessanten Erzählungen über die Erlebnisse des Nachmittags.

Mehr zur Musicalaufführung „Amazing grace“ in Teil 5.

Gospelkirchentag Kassel – Teil 2 Die Gospelnacht

© Creative Kirche, Witten

© Sebastian WewerJetzt steht sie bevor, die Gospelnacht. Wir sitzen in den Bänken der ansonsten noch leeren Christuskirche und lauschen letzten Ansagen unseres Chefs. Heute werden wir als WeST! (We Sing Together!) auftreten. Der Name ist Programm. Unter diesem Dach versammeln sich Mitglieder verschiedener Chöre unseres gemeinsamen Chorleiters Sebastian Wewer.

© trainarchivatorAuf geht’s – fertig machen für den Auftritt

Große Gruppen stellen jeweils der „Gospeltrain Hamm“ und „CHORios“ aus Ahlen, dazu kommen einige Aktive von „Come on and sing“ aus Unna. Begleitet werden wir zudem vom „Rainbow Gospelchor“ aus Herzebrock-Clarholz. Ob sich unter diese bunte Truppe noch weitere Sänger gemischt haben, weiß wahrscheinlich nur der Chef ;-). Jedenfalls haben wir in einer Reihe von Workshops fleißig daran gearbeitet, eine Einheit zu werden und ein gemeinsames Repertoire für diesen Auftritt zu erarbeiten. Nun steht also der Ernstfall kurz bevor.

© trainarchivatorDie 50 Leute von WeST! beim Einsingen

Jetzt geht es ans Einsingen. Wir stellen uns auf den Stufen vor dem Altar auf. Zum Glück ist die Kirche für die Größe unseres Chores geeignet. Es hat also Sinn gemacht, dass die Veranstalter die an der Gospelnacht teilnehmen Chöre gefragt haben, mit welcher Personenzahl zu rechnen ist und welches technische Equipment benötigt wird. Auch wurden Möglichkeiten besprochen z.B. Keyboards gemeinsam zu nutzen, um unnötigen Aufwand bei der Anreise zu ersparen. Wie wir von Sebastian erfahren haben, hatte er Kontakt zu den Chorleitern der anderen beiden Chöre, die den heutigen Abend gemeinsam mit uns bestreiten. Dies sind GospelFire aus Hamburg und der Gospelchor Waltrop. Man muss wohl einen guten Draht zueinander gefunden haben, so dass Sebastian sicher ist, dass wir nicht in Konkurrenz zu einander stehen werden, sondern gemeinsam ein tolles Konzert für Zuhörer und Beteiligte auf die Beine stellen wollen. So soll es sein!

© trainarchivatordraußen Dunkelheit, drinnen geht’s gleich ab

Während wir uns in der Kirche einsingen, sind die anderen im benachbarten Gemeindezentrum mit ihrer Vorbereitung beschäftigt. So nach und kommen die ersten Gäste, die das Einsingen interessiert verfolgen. Obwohl mehr und mehr Leute eintreffen, bleibt der Geräuschpegel angenehm ruhig und unsere Vorbereitung wird nicht gestört. Man hat den Eindruck, als ob eine ganze Menge Fachpublikum unterwegs ist.
Pfarrer Martin Becker von der hiesigen Gemeinde trifft ein und stellt sich vor. Er begrüßt uns und drückt seine Vorfreude aus. Willkommen ist sein Angebot, sich im Gemeindezentrum an bereit gestellten Getränken zu bedienen. Der Mann weiß, was SängerInnen brauchen. Auch stellt er uns noch ein wenig die 1903 gebaute Kirche vor.

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Es geht los. Wir haben auf unseren Bänken im Seitenschiff Platz genommen, während der Hamburger Chor „GospelFire“ die Bühne betritt. Es sind nur sechzehn Leute eines an sich fast sechzig Mitglieder starken Chores, wie Chorleiter Daniel Zickenrott erklärt. Dieser hat seinen musikalischen Schwerpunkt als Chorleiter und Keyboarder im Gospel- und Popbereich. Man sei in dieser Formation noch niemals aufgetreten und dementsprechend gespannt. Es geht gleich richtig los. Schnell ist klar, dass die SängerInnen auftrittserfahren sind. Von der ungewöhnlichen Besetzung lässt sich niemand irritieren, sondern man strahlt große Selbstsicherheit aus. Die Mitglieder kommen sehr individuell daher, sowohl was Kleidung als auch den Ausdruck betrifft. Die vorgetragenen Songs sind alle modern und schwungvoll. Überhaupt ist der ganze Chor in Bewegung. Ganz alte Gospelklassiker sind nicht im Angebot, doch diese werden auch nicht vermisst. Das Publikum ist begeistert von diesem sehr frischen Auftritt und spendet großzügig Applaus. Am Ende strahlen die SängerInnen angesichts ihres sehr gelungenen Auftritts und die Besucher verabschieden den Chor stehend.
Wer vor dem Gospelkirchentag mal einen Blick auf die Homepage des Chores geworfen hatte, der erinnert sich an die Aussage: „Wir verstehen Gospelmusik als einen wichtigen Teil zeitgemäßer Kirchenmusik. Von daher ist GospelFire nicht nur ein Name, sondern auch Ausdruck für die Freude und Energie, die wir aus der Gospelmusik schöpfen“. – Da kann man nur sagen: gute Beschreibung und ihrem Namen machen sie in Kassel alle Ehre.

© trainarchivator Von der Seite aus verfolgen wir den Auftritt von GospelFire

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So. Jetzt kommt der Augenblick, auf den wir uns Monate lang gemeinsam vorbereitet haben. Wir betreten die Altarstufen. Angesichts der Zahl von 50 SängerInnen geht ein Raunen durch’s Publikum. „Herr, wir beten dich an” heißt unser erstes Lied. Nach den englischen Songs zuvor ist dieses ruhige, aber intensive Stück ein großer Kontrast. Das Publikum ist offensichtlich neugierig, was da jetzt für ein Chor auf der Bühne steht. Schnell ist aber klar, dass wir die Leute erreichen. Man hört still und aufmerksam zu, applaudiert anschließend gerne.

Chorleiter Sebastian begrüßt die Zuschauer und stellt uns kurz vor. Mit „Jesus is right here“ schließt sich nun ein ebenfalls ruhiger Song an, der sich aber gehörig steigert. Damit holen wir die Zuhörer ein wenig aus einer passiv-zuhörenden Haltung heraus. Man merkt’s auch gleich am Applaus, viel weniger dezent.

Dass wir auch richtig abgehen können beweisen wir mit „Heaven is a wonderful place“. Gerade am Beginn, den die Herren allein bestreiten, bewährt es sich, dass WeST! viele Männerstimmen an Bord hat – das macht schon Eindruck beim staunenden Publikum. Als dann nach und nach Alt und Sopran einsetzten, wird es erstmals richtig laut. Dementsprechend gehen jetzt die Leute mit. Reine Zuhörer sind sie längst nicht mehr. Etliche stehen auf und singen mit.

Chorleiter Sebastian Wewer verweist auf die Jahreslosung 2014 „Gott nahe zu sein ist mein Glück“, die im nächsten Lied vertont ist. „Lebensglück“ heißt das Stück, vor dem einige angesichts der Textfülle ein wenig Bammel haben. Wider erwarten nutzen nur sehr wenige die verpönten (streng verbotenen 🙂 ) Spickzettel. – Wo ist das befürchtete Problem? Wir kommen wunderbar durch den Text und vergessen dabei auch den Ausdruck nicht. Wir erleben einen hoch konzentrierten und uns bestens unterstützenden Chorleiter. Falls irgendjemand tatsächlich ein Problem haben sollte, dann wird dies durch die Fülle der Stimmen völlig ausgeglichen. Auch hier sind die Besucher sehr aufmerksam. Wie bei anderen ruhigen Stücken haben auffallend viele die Augen geschlossen und genießen still. Intensiver, leiser Applaus. Niemand mag die Stimmung durch überschäumenden Lärm zerstören.

„I will be there“ ist ein besonderer Titel, denn hier wird die Perspektive umgekehrt. In vielen Gospels sprechen die Menschen/die Singenden zu Gott. In diesem Fall ist es umgekehrt: Gott spricht zum einzelnen Menschen, der sich in einer Situation verloren fühlt und der Unterstützung bedarf. Vielleicht spricht hier aber auch ein aufmerksamer Mensch, der die Situation des anderen erkennt und ihm beisteht. Philosophisch betrachtet mag es sogar ein und dasselbe sein…

Natürlich darf in Kassel auch nicht unser Test fehlen, ob die Stadt gospeltauglich ist. Wir stimmen nach energiegeladener Anleitung durch unseren Chef unser Triplet an, bei dem drei Titel gleichzeitig gesungen werden. „Go, tell it on the mountains“ singt der Sopran, „He’s got the whole world“ der Alt und die Männer tragen „Rock my soul“ bei. Auch die Besucher werden mit einbezogen, so dass schließlich alle stehen und singen, die Stimmung tobt. Rasender Applaus. Wir kennen’s ja schon, für Kassel ist das neu. Test bestanden!

  • Jetzt ist es an der Zeit, das Sebastian Wewer die Rolle eines Vertreters der Creativen Kirche übernimmt. Er berichtet dem Publikum von der Initiative „Gospel für eine gerechtere Welt“, die jedes Jahr ein anderes Hilfsprojekt durch Spendenaktionen unterstützt. Dazu nutzt man den jährlichen Gospelday, alle zwei Jahre den Gospelkirchentag und viele andere unterschiedliche Veranstaltungen der Unterstützer. 2014 hat man das Projekt „Happy Home“ in Bangladesh ausgewählt. Dieses unterstütze ehemalige Kindersklaven, die in Privathaushalten oder verschiedenen anderen Branchen ausgenutzt wurden. Man bietet Unterkunft, Bildung und den Aufbau eines selbstbestimmten Lebens.
    Wewer bittet die Anwesenden auf eindringliche und überzeugende Weise dieses Projekt zu unterstützen, indem man die gleich durch die Reihen wandernden gelben Eimer ordentliche fülle. Wem die Eimer mit den Münzen zu schwer seien, der dürfe auch Scheine hinein tun. – Diese Bitte kann man eigentlich nicht ausschlagen…

© Creative Kirchehttp://www.creative-kirche.de/

http://www.gospelday.de/

http://www.gospelday.de/spendenprojekte/happy-home-bangladesch-2014/

Was sollen wir nun tun? Eigentlich steht nun „Let me fly“ auf dem Programm. Allerdings hat auch GospelFire dieses Lied schon gesungen. Sollen wir nun unsere Gäste mit einer Wiederholung langweilen? – Wir singen es trotzdem! Es ist einer unserer Lieblingssongs, und wir haben uns so lange darauf gefreut es mit einer so großen Gruppe zu singen. Ein Auslassen kommt auch für unseren Chef nicht in Frage; diesen Genuss wollen wir uns einfach gönnen. Schnell ist klar, dass wir niemanden langweilen Es kommt halt auch ein wenig anders rüber als bei GospelFire. Unter den Menschen in der Kirche sind etliche textsicher und singen mit. Überhaupt sind heute Abend viele voll mit dabei – mal aktiv singend, mal versonnen träumend. Keiner lässt sich einfach nur berieseln. Das macht diese Gospelnacht aus. Trotz der Wiederholung bekommen wir einiges mehr als Höflichkeitsapplaus. Den Leuten hat es gefallen, auch für uns war’s toll.

Jetzt geht es langsam dem Ende zu. „Angels by your side” wird, wie so oft, als Segenslied gesungen. Alle kommen wieder ein wenig runter und lassen sich tragen. Wir wollen die Menschen schließlich nachher mit einem guten Gefühl in die Nacht entlassen, So weit ist es aber noch lange nicht. Unsere Angels erreichen jedenfalls die Menschen und deren Lächeln erreicht uns. Das geplante „Heavenly peace“ lassen wir angesichts fortgeschrittener Zeit weg. Mit den anderen Chören gibt es schließlich die Absprache, dass sich keiner der Chöre auf Kosten der anderen mehr Zeit nimmt, als zuvor geplant war.

Einen Knaller haben wir noch zum Abschluss unseres Auftritts. Den Gopelklassiker „This little light of mine“ scheinen fast alle mitzusingen. Auch GospelFire und der Gospelchor Waltrop sind im Seitenschiff der Kirche mit dabei. Wunderschön. Laut. Intensiv. Von Herzen eben. Wir holen uns kräftigen Schlussapplaus ab und verlassen geschafft die Bühne.

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Als dritter Chor betritt der „Gospelchor Waltrop“ die Bühne. Wir können jetzt ganz entspannt zuschauen, nachdem wir unseren Auftritt erfolgreich hinter uns gebracht haben. Dieser Chor ist wesentlich kleiner als WeST! und umfasst ca. 20 SängerInnen. Man trägt schwarz und dazu einen violetten Schal. Begleitet werden sie von ihrer Chorleiterin, der Kirchenmusikerin Angelika Neuleben.
Vor einiger Zeit hatte ein Blick auf die Homepage des Gospelkirchentages, wo sich viele Chöre kurz vorgestellt haben, erstaunliche Parallelen zu unserem Gospeltrain aufgezeigt. In der Ev. Gemeinde Waltrop sollen Gospelbegeisterte diesen Chor gegründet haben und hauptsächlich englischsprachige Titel singen. Man ließe sich vom Klavier begleiten, habe aber auch A-capella-Stücke im Repertoire. Man trete in Gottesdiensten auf, gebe Konzerte und könne für Hochzeiten gebucht werden. Auch die Geselligkeit spiele eine Rolle. – Interessant. Ein ganz ähnlicher Werdegang wie bei uns.
Nun geht es los. Offensichtlich ist man recht aufgeregt. Vielleicht Lampenfieber ob des Auftritts beim Gospelkirchentag; oder man hat sich von den Auftritten von GospelFire und WeST! beeindrucken lassen. Gar nicht nötig. Der Chor hat ja etwas zu bieten. Außerdem haben wir selbst zuvor feststellen können, dass das Publikum wohlwollend ist und keine unangenehme Erwartungshaltung zeigt. GospelFire und WeST! zollen demonstrativ verdienten Applaus und ernten dankbares Lächeln. Auch die Chorleiterin der Waltroper wirkt ruhig und vermittelt ihren Leuten Sicherheit. So langsam schwimmen sie sich frei. Das Repertoire bietet bekannte Gospelsongs, doch man bewegt sich nicht nur auf ausgetretenen Pfaden, sondern hat auch Überraschungen parat. So singt man z.B. Popsongs mit Gospelthematik wie z.B. „What a wonderful world“ oder „Lean on me“
Langjährigen Gospeltrainern fallen sicher immer wieder Parallelen zu unserer eigenen Entwicklung auf. Bei einigen Stücken singen die Waltroper eher klassisch und ein wenig sopranlastig statt gospeltypisch zu grooven. Man steht recht ruhig und gerät nur wenig ins swingen. Genau diesen Entwicklungsschritt haben auch wir in den letzten Jahren hinter uns gebracht. Kostet erst etwas Überwindung, bereichert aber enorm. Man hat den Eindruck, als ob der Chor seinen ganz eigenen Stil entwickelt hat und diesen konsequent umsetzt. Wir jedenfalls genießen das Zuhören, ebenso das Publikum.

© trainarchivatorAuch bei den Auftritten der anderen Chöre sind wir voll mit dabei

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Als der Gospelchor Waltrop sein Programm unter kräftigem Applaus beendet hat, kommt es zum großen Finale. Die Chorleiter hatten zuvor einen Titel ausgewählt, den alle Chöre kennen und nun gemeinsam singen wollen. Dabei stellen sich alle Aktiven bunt gemischt auf die Altarstufen, lediglich nach Stimmen getrennt. „Lord, hold me“ wird nun angestimmt. Das Keybordspiel übernimmt der Hamburger Chorleiter, das Dirigat – Kenner sprechen auch von Ausdruckstanz – ist Aufgabe von unserem Sebastian Wewer. Außer zwei, drei Hinweisen zur Gestik gibt es keinerlei Abstimmungen, erst recht hat es zuvor keine ausgiebige Probe gegeben. Was sind wir gespannt! –

© trainarchivatorBlick in die gut besuchte Kirche

Wow, wer hätte das gedacht. Da steht doch tatsächlich EIN Chor auf der Bühne. Das glaubt einem niemand, dass wir niemals zuvor gemeinsam gesungen haben. Am Keyboard werden keine Experimente gemacht, die zu Missverständnissen führen könnten. Ganz klar wird lediglich die vertraute Melodie gespielt, was uns Sicherheit gibt und dennoch wunderbar gefühlvoll klingt. Sebastian ist in seinem Element: so viele Leute, die widerspruchslos seinen Vorgaben folgen. Ein Traum für jeden Chorleiter. Trotz aller Konzentration zeigt er sein allerschönstes Honigkuchenpferdgesicht. Das sind die besonderen Glücksmomente, die uns Gospeltrainer mit unserem „Chef“ zusammenschweißen. Dem Publikum gefällt´s, was sage ich – man ist begeistert. Man erkennt die harmonische Gemeinschaftsleistung der sich bis dahin völlig fremden Chöre an, und wir alle bekommen sehr kräftigen Applaus auf die Ohren. Längst hat man konzentrierte Sachlichkeit abgelegt und ist in Feierlaune. Wenn das Publikum wüsste, was – vielen Blicken verborgen – bei uns so partytechnisch in der letzten Reihe abgeht…

© trainarchivatorBei den Altos ist was los, ob das der Sopran auch so kann?

Ja, auf dieses Konzert können alle Teilnehmer stolz sein! Die Chöre bringen ein echtes Gemeinschaftswerk auf die Bühne. Jeder versucht sein vorbereitetes Programm optimal anzubieten und Spaß dabei zu haben. Hier muss man keine Konkurrenten um die Publikumsgunst ausstechen, sondern man rockt mit Gleichgesinnten die Christuskirche in Kassel-Wilhelmshöhe! Danke an alle!!!

© trainarchivatorSchluss, aus, es ist vollbracht! Geschafft, aber glücklich

Die Besucher genießen es offensichtlich. Auch bei ihnen ist definitiv Gospelkirchentagsfeeling aufgekommen. Sehr positiv: niemand rennt schon während des letzten Liedes hinaus. Das Kommen und Gehen während der Auftritte ist wohl eher der Tatsache geschuldet, dass mancher Zuschauer in der Gospelnacht verschiedene Veranstaltungsorte aufsuchen und möglichst viele Chöre erleben möchte. Auch jetzt verlassen die Menschen nur langsam die Kirche. Lieber hält man noch ein Schwätzchen mit Bekannten oder Unbekannten, lässt das gemeinsam Erlebte nachwirken.

© trainarchivatorDas schöne Konzert klingt noch nach, da hat es niemand eilig

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Eine wunderbare Gospelnacht in Kassel-Wilhelmshöhe liegt hinter uns. Wir sitzen wieder in unserem Bulli und fahren durch die Nacht unserer Unterkunft entgegen. Es tut gut eine Weile Zeit zu haben, um wieder runter zu kommen. Man ist doch noch einigermaßen energiegeladen. Der Kopf ist noch voller Musik und vieler Eindrücke. Da wäre an Schlaf noch nicht zu denken. Eines ist aber jetzt schon klar: an diesen Abend werden wir auch in Zukunft noch des Öfteren denken. Der Gospeltrain und sein musikalisches Umfeld mit all‘ den verschiedenen Chorfreundschaften und Kooperationen bietet uns immer wieder tolle Erlebnisse, die wir uns aber auch durch viel persönliches Engagement verdienen. Dann darf man ein angenehm warmes Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit genießen, dass alle Kümmernisse des Alltags für einen Augenblick ausgeblendet. Danke euch allen, die ihr dabei wart.

© trainarchivatorEin toller Abend mit fast 90 Aktiven – Dank ans Publikum

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Und was das Beste ist – morgen geht es weiter auf dem Gospelkirchentag. Der Mass Choir Workshop steht als nächstes an. Ein neuer Tag, neue Erfahrungen. Erst aber müssen in der Nachtruhe die Kräfte ein wenig aufgetankt werden.

Mehr vom Mass Choir Workshop in Teil 3.

Gospelkirchentag Kassel – Teil 1 Der Auftakt

© Creative Kirche, Witten

© Sebastian WewerWenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Genau so ist es! Viele Gospeltrainer fahren als Teil des Chores WeST! zum Gospelkirchentag nach Kassel. Zahlreiche Fahrgemeinschaften sind verabredet, sieben Damen finden sich im Kleinbus der Gemeinde wieder. Um dem einzigen Herrn in Sicherheit zu wiegen, überlässt man ihm vertrautes Terrain – das Lenkrad.

© trainarchivator Schnell noch ein Fotogruß an Daheimgebliebene

Gut gelaunt und erwartungsfroh geht es los, ein intensiv geprobtes Programm für unseren Auftritt in der heutigen Gospelnacht im Gepäck. Auf nicht einmal halber Strecke geht es los – Stau! Wir müssen sehr langsam fahren, dann noch langsamer, schließlich stehen bleiben. Es erreicht uns die Nachricht einer Vollsperrung. Dann dürfen die Telefonanbieter etwas verdienen, die Handynetze glühen. Wo sind die anderen? Mit welcher Ankunftszeit ist zu rechnen? Kommen wir sogar zu spät zur Eröffnungsveranstaltung? Wir lassen uns die Laune nicht verderben und haben viel Spaß miteinander. Nach längerer Standzeit erreichen wir im Schneckentempo die letzte Ausfahrt vor der Sperrung und können unseren Weg mit einem kleinen Umweg zügig fortsetzen.

© trainarchivatorEs gibt wieder Hoffnung auf pünktliches Eintreffen

Ohne weitere Verzögerungen erreichen wir unser Quartier in Melsungen, von wo aus wir nach Kassel einpendeln werden. Vor dem Hotel sitzt bereits ein Empfangskomitee anderer Mitglieder von WeST!

© trainarchivatorEin paar Minuten Pause nach der Anreise

Schnell einchecken, in schwarze Auftrittskleidung schlüpften, die persönlich als überlebensnotwendig eingestuften Kleinigkeiten geschnappt und auf geht es nach Kassel.

© trainarchivatorDank Navi ist „unsere“ Christuskirche in Kassel-Wilhelmshöhe, in der wir in der heutigen Gospelnacht mit zwei anderen Chören auftreten werden, in der für uns fremden Stadt ganz einfach zu finden. Direkt an der Kirche können wir in die Tram steigen und sind ruck zuck in der Innenstadt. Der Königsplatz als zentraler Veranstaltungsort ist heute für den Tramverkehr gesperrt.

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© trainarchivatorHeute gehört der Königsplatz dem Gospel – das Leben macht einen Umweg

© trainarchivatorSo laufen wir die wenigen hundert Meter und bekommen einen ersten Eindruck. An vielen Laternenmasten hängen Plakate mit Hinweisen auf den Gospelkirchentag und das morgen Abend zur Uraufführung anstehende Musical „Amazing Grace“.

Als jemand mal eben eine zu Hause vergessene Kleinigkeit in einem Drogeriemarkt besorgt, nutzt unser „Chef“ Sebastian Wewer die Gelegenheit, mit uns ein Lied anzustimmen. „Heaven is a wonderful place“ – direkt vor dem Kasselaner Rathaus. Dieses dient übrigens auch als Veranstaltungsort beim Gospelkirchentag. Speziell die Stufen vor dem Gebäude werden den teilnehmenden Chören als Bühne für Spontanauftritte angeboten.

© trainarchivatorGut gelaunt und singend der Auftaktveranstaltung entgegen

Endlich. Der Königsplatz ist erreicht. Wie auch an anderen Stellen hat man Stellwände mit einem Willkommensgruß und dem Programm auf den fünf Innenstadtbühnen aufgestellt.

© trainarchivatorInfostellwand auf dem Opernplatz

© trainarchivatorAuftakt des Gospelkirchentages bei Sonnenschein

Auf der Hauptbühne hat das Eröffnungsprogramm bereits angefangen. Es singt der Chor Get Up! der gastgebenden Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Einige tausend Besucher bevölkern den Platz. Viele klatschen, singen und tanzen bereits mit.

© Creative KircheGet up! mit Band                                                                                   © Creative Kirche

© Creative KircheAuch einige von uns sind schon da – der schwarze Trupp neben dem Oberleitungsmasten (u.a. Uwe, Ankie, Susanne, Sigrid)              © Creative Kirche

Andere treffen sich mit Bekannten oder schauen sich das Angebot der rund um den Platzes aufgebauten Pavillons und Buden an. Neben Noten und CDs werden verschiedene Speisen und Getränke angeboten.

© trainarchivatorStärkung zwischen Anreise und Auftritt

© Creative KircheDie Gospelszene setzt sich seit Jahren im Rahmen von „Gospel für eine gerechtere Welt“ mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen gegen Armut und soziale Ungerechtigkeit in der Welt ein. Dementsprechend findet man zahlreiche Infoangebote zu den Themen Fairtrade, Umweltschutz/Energiesparen oder nachhaltiger Geldanlage.

© trainarchivatorRund um den Platz zahlreiche Infostände

© Creative KircheAuf der Bühne ist inzwischen Nyassa Alberta aktiv. Manchem ist sie als Hauptdarstellerin im Musical „Sister Act“ bekannt, dessen Kostüm sie gerade trägt. Später sehen wir sie als Mitglied des Gospelquartetts, das wir morgen Abend noch einmal bei der Premiere des Musicals „Amazing Grace“ erleben werden.
© Creative Kirche, Daniel Czapp, bearbeitet

Die Stimmung ist ausgelassen und überaus positiv. Das Publikum ist bestens gelaunt; besteht sowohl aus aktiven Chormitgliedern, die sich oft durch Chorkleidung mit Aufdruck „outen“, als auch aus Festivalbesuchern aus Kassel und der übrigen Welt.

© trainarchivatorImmer mehr Menschen strömen auf den Platz

Natürlich gibt es eine offizielle Eröffnung und einige Grußworte. Diese sind jedoch angenehm kurz, heiter und haben Gospelbezug. Zu Wort kommen Prof. Dr. Martin Hein (Bischof der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck), Volker Jung (Kirchenpräsident der Ev. Kirche in Hessen und Nassau EKHN), Dr. Alexander Lorz (Hess. Kultusminister), Bertram Hilgen (OB Kassel) und Christa Kirschbaum (Landeskirchenmusikdirektorin EKHN).

© Creative KircheBischof, Bürgermeister, Kultusminister mit Moderatorin
© Creative Kirche, Daniel Czapp

© Creative KircheMatthias Kleiböhmer als Vertreter der Creativen Kirche
© Creative Kirche, Daniel Czapp

Schließlich laden Stadtdekanin Barbara Heinrich und Dechant Harald Fischer zur „Ökumenischen Gospelnacht“ in 25 verschiedenen Kirchen und Veranstaltungsorten im Anschluss an diesen Open-Air-Auftakt. Da sind wir natürlich mit dabei – schließlich haben wir unseren eigenen Auftritt in der Christuskirche.

© trainarchivatorDas Bühnengeschehen wird auf Großleinwand übertragen

Jetzt betreten Hans Christian Jochimsen & Friends die Bühne. Jochimsen ist auch der Künstlerische Leiter des Gospelkirchentags. Die Leute auf der Bühne und im Publikum gehen ganz vertraut miteinander um – viele GospelsängerInnen kennen einander von Konzerten, Workshops oder anderen Veranstaltungen. Man duzt sich größtenteils, echt familiär das Ganze. Das spüren auch diejenigen Besucher, die mit Gospel bisher wenig zu tun hatten.

© Creative KircheHans Christian Jochimsen                                       © Creative Kirche, Daniel Czapp

Ein Blick rundherum zeigt, dass hier auf dem Platz viele sehr unterschiedliche Menschen friedlich und fröhlich gemeinsam zuhören, mitsingen und feiern. Der Wunsch der Honoratioren vorhin auf der Bühne, dass die ganze Stadt swingen möge, wird hier direkt realisiert. Ganz schnell hatte schon der musikalische Auftakt mit Get up! das Publikum angesteckt.

© trainarchivatorMan kennt sich – Sängerinnen von WeST!/CHORios mit M.Kleiböhmer

Gerade stimmen Jochimsen & Friends den neuen Song „Loved“ an, der auch zum Programm des morgen und übermorgen statt findenden Mass Choir Workshops gehört. Ein Blick auf die Uhr verrät, dass es Zeit wird, sich in Richtung Kassel-Wilhelmshöhe zu begeben. Wo sind bloß die anderen? Kein vertrautes Gesicht mehr in der Nähe?? Irgendwie ist der Abmarsch an mir vorüber gegangen. Macht nichts. Einfach den selben Weg zurück zur Tramhaltestelle – und siehe da – dort wartet eine kleine Gruppe ebenfalls Abgehängter. Mit der Bahn geht es direkt zur Christuskirche. Als wir dort eintreffen, haben wir noch nicht einmal etwas verpasst, denn man bereitet sich gerade erst auf das Einsingen vor.

Mehr von der Gospelnacht in Teil 2.