Archiv der Kategorie: Besprechung in der Gemeinde

Nachbesprechung Adventskonzert Hamm-Norden 11.12.2016 – Teil 3

Der Applaus ebbt so bald nicht ab. Es endet also wie immer – Zugabe! Ohne entlässt man uns hier nicht. Zu hören gibt es den Klassiker aller Klassiker: „Oh, happy day“. Diesen Gospelsong kann man immer bringen, den werden Chor und Zuhörer nie leid. Vielleicht liegt es daran, dass dieser oft in wunderbaren Momenten gesungen wird, in denen mit diesem Song quasi ein Ausrufezeichen angefügt wird.
Solistin Birgit legt los, das Publikum ist gleich aktiv mit dabei. Die Stimmung im Chor ist besonders locker und gelöst, denn unsere „Pflicht“ ist bereits erfolgreich absolviert. Jetzt wird der Augenblick dieses Adventskonzert gemeinsam gefeiert.

© Daniel Deppe

Zugabe zum gelungenen Konzert

Freude ist überall zu spüren; da liegt es nahe, als weitere Zugabe erneut „Joy to the world“ zu singen. Jetzt, so kurz vor Weihnachten, kann man diese Freudenbotschaft ruhig ein zweites Mal singen. Offensichtlich sehen das unsere Gäste genauso, denn der Funke springt sofort über. Mit dem neuen Arrangement haben wir inzwischen keine Schwierigkeiten mehr. Wir lassen uns einfach auf einer emotionalen Stimmungswoge tragen.

© Daniel Deppe

Alle stehen bei „Joy to the world“

Zum Ende siegt mal wieder die Spontanität! Chorleiter Sebastian Wewers Gestik bittet uns zum Auszug. Er spielt den Song „Marvelous things“ an. Noch ganz neu im Repertoire, sitzt dieses Stück schon ganz sicher, so dass wir singend einen geordneten Abgang von der Bühne und über die Altarstufen hinbekommen. In Zweierreihe geht es gemessenen Schrittes durch den Mittelgang in Richtung Sakristei. Jetzt sind sich SängerInnen und Besucher ganz nahe – überall nur zufriedene Gesichter. Mancher Zuschauer schenkt uns ein Lächeln, ein „Danke“ oder andere Worte der Zufriedenheit oder der Begeisterung. Hier holen wir uns beim Auszug quasi unseren Lohn für die intensive Konzertvorbereitung ab.

© Daniel Deppe

Auszug des Trains – jetzt ist wirklich Schluss

In der Sakristei angekommen, fällt die letzte Anspannung von uns ab. Inzwischen ist auch der „Chef“ schon hinter uns her geeilt und offensichtlich mit seinem Gospeltrain sehr zufrieden. Sein Gesicht spricht Bände.

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Technik, Instrumente, Deko – alles muss raus

Während die Besucher die Kirche nach und nach verlassen, beginnen einige Gospeltrainer mit dem Aufräumen. Wie immer kann man sich auf uns verlassen, dass die Kirche ordentlich hinterlassen wird.

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Ausklang bei Glühwein und Spekulatius – die Musik noch im Ohr

Wenn wir uns ein wenig beeilen, können wir auf dem Kirchplatz am gemeinsamen Ausklang mit unseren Zuschauern teilnehmen. Dort sind Pavillons aufgebaut, wo Glühwein ausgeschenkt wird. Ein paar Frauen aus der Gemeinde sind uns bei dieser erstmalig durchgeführten Aktion behilflich, bei der man miteinander ins Gespräch kommen kann und das wunderbare Konzert nachwirken lässt.

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Belohnungsglühwein für Annette nach ihrem Konzertdebut als Gospeltrainerin

© trainarchivatorEin großer Dank des Gospeltrains an die fleißigen Helferinnen! Dank ihres Einsatzes wird aus einer fixen Idee ein gelungener Konzertabschluss. Wir waren sehr überrascht, als sich auf unsere zaghafte Anfrage gleich sechs Frauen gemeldet haben, um uns zu unterstützen. Während wir noch auf der Bühne stehen, muss der Glühwein ja bereits aufgewärmt werden. Zur Krönung des Ganzen wurden teilweise die „besseren Hälften“ beim Pavillonaufbau gleich mit eingespannt. Grandios!

Was haben wir für ein Glück! Der 3.Advent ist zwar ein kühl-grauer Tag, zu dem der Glühwein so richtig gut passt, doch der angesagte Regen setzt erst ein, als man endgültig gemeinsam ans Aufräumen geht.

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Organisatoren und Helfer stoßen ganz am Schluss auf die gelungene Veranstaltung an, als alle anderen schon auf dem Heimweg sind

Nachtrag:

Unser „Chef“ hat sein Versprechen, das er uns bei der gestrigen Generalprobe gegeben hat, voll und ganz erfüllt: „Morgen [sprich beim Konzert] bin ich in Form und absolut konzentriert“. Wenn es darauf ankommt, ist er voll da. „Chef“ – dafür lieben Dich die Zuschauer, wie viele Rückmeldungen unterstreichen, und natürlich auch Deine Gospeltrainer.

Was bleibt? – Bei der Rückkehr in die verlassene Wohnung hat man noch Musik im Ohr und Glühweingeschmack auf der Zunge. War doch gut, dass man sich trotz des „usseligen“ Wetters aufgemacht hat! Eine gute Stunde Musik als Unterstreichung der Adventszeit ist wertvoll, denn wer diese Zeit nicht bewusst wahrnimmt, dem entgeht das Wesentliche.

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Das Gospeltrainkonzert bringt Freude für alle und der Ausklang ist das „Sahnehäubchen“

Nachbesprechung Adventskonzert Hamm-Norden 11.12.2016 – Teil 2

Die Pause für den Chor überbrückt Chorleiter Sebastian Wewer mit einem Solo. Er hat ein ganz besonderes Weihnachtslied ausgewählt; ein Stück aus dem Zyklus „Bilder der Weihnacht“ von Clemens Bittlinger. Im heiter-nachdenklichen Text geht es um die Tiere im Stall zu Bethlehem, die bei Christi Geburt unter ärmlichsten Verhältnissen anwesend waren.
Wewer begleitet seinen Sologesang mit dem Keyboard – alle anderen hören andächtig zu. Der Beitrag hinterlässt Eindruck, da er konzentriert vorgetragen wird und zudem einen starken Kontrast zum Chorgesang bietet. Wir Gospeltrainer spannen ein wenig aus und trinken einen Schluck; dann geht es schon wieder geordnet auf die Bühne.

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Nachdenklich machendes Solo zur Adventszeit © Daniel Deppe

Besinnlich geht es weiter mit dem Titel „This little light“, der zu den meistgesungenen Stücken des Gospeltrains gehört. Er ist vielseitig einsetzbar: von der Hochzeit bis zu diesem Adventskonzert. Das Lied ist inzwischen fast einhundert Jahre alt, und es haben sich verschiedene Varianten entwickelt. Es wird in vielen Regionen der Welt gesungen – so auch in Hamm. Kein Wunder, dass es auch hier Kenner im Publikum gibt, die textsicher mitsingen. Unsere erfahrene Solistin Birgit meistert ihren Einsatz überzeugend.

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Abschluss von „This little light“ © Daniel Deppe

Jetzt sind wir aber mal so richtig gespannt: der Evergreen „Joy to the world“ ist schon viele Jahre im Repertoire des Gospeltrains und dürfte fast allen Besuchern bekannt sein. Das war uns Anlass genug, uns am Arrangement von Gospelkomponist Helmut Jost zu versuchen, der dem Stück eine neue Frische verliehen hat. Wir haben uns in den Proben lange die Zähne daran ausgebissen. Kurz vor dem Konzert ist bei uns dann doch der Groschen gefallen, als wir kapiert haben, dass wir viel zu kompliziert an die Sache rangegangen sind.
Beim Auftakt wird das Lied natürlich sofort erkannt, auch wenn es heute irgendwie anders klingt. Man stutzt, lässt sich dann aber einfach neugierig auf das neue Arrangement ein, welche die eine oder andere Überraschung für die Zuhörer parat hält. Das Üben hat sich doch gelohnt, denn wir bekommen das Stück ohne größere Patzer auf die Bühne. Den Applaus nehmen wir mit viel Erleichterung entgegen.

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Volle Konzentration – dann läuft‘s © Daniel Deppe

Nach den schwungvollen Passagen des letzten Liedes wird es jetzt zunächst deutlich ruhiger. „I want to love you, Lord“ stellt eine persönliche Zwiesprache mit Gott dar – da passen keine lauten Töne. Nach zart gesungenem Auftakt bricht dann doch die Freude hervor, die dem Song den typischen Charakter verleiht. Wir singen es sehr gerne, was in der Kirche sicherlich deutlich zu spüren ist. Das sind die Momente, von denen Zuschauer dann später sagen: „Man sah Euch Eure Freude an“. – So sollte es im Idealfall sein.

© Daniel Deppe

Achtung, Zeichen des Chorleiters zum versetzten Singen der Einzelstimmen © Daniel Deppe

© Daniel DeppeDie gleiche Thematik, dass man sich Gott anvertraut und Geborgenheit erfährt, nimmt auch das nächste Stück „In your arms“ auf. Zwischen den drei Strophen kommt Solist Martin zum Einsatz, der heute seine Feuertaufe bei einem Heimspiel-Auftritt vor großem Publikum besteht. Sicher bleibt dieser Song für ihn immer ein ganz spezieller, da er ihn in diesem Jahr für eine besondere Person bei deren Hochzeit als Überraschungssolist gesungen hat. Die Erinnerung daran löst bei vielen Gospeltrainern immer noch Gänsehaut aus. Heute klappt’s prima; Martin ist gut vorbereitet und das hört man. Die Probleme mit dem Abstand zum Mikro, den mehrere Solisten noch bei der gestrigen Generalprobe hatten, sind offensichtlich im Griff. Wir sprechen nicht ohne Grund spaßeshalber manchmal vom Gospel-Training.          Foto © Daniel Deppe

Bei der folgenden Ansage kann sich unser „Chef“ nicht zurückhalten und verrät den Gästen, dass es beim Gospel-Oldie Burden down“ eine kleine Überraschung gäbe und er dem Chor hartnäckig vermittelt habe, dass es gar nicht sooo doof aussehe. – Muss er alles verraten? Ja er muss, denn sonst wäre er vor Spannung wohl geplatzt!
Los geht es in der altbekannten Art, und viele singen den Klassiker mit. Was ist daran besonderes, mag sich mancher fragen. Die vierte Strophe treibt den Menschen dann ein Lächeln, ein Schmunzeln ins Gesicht. Immer, wenn ein Gospeltrainer das Wort „down“ singt, geht er ein wenig in die Knie. Da die Einzelstimmen ihre Einsätze teilweise zeitversetzt haben, ergibt sich ein originelles Bild.
Auch wir müssen lächeln, denn heute, als es bei einem Auftritt gilt, bekommen wir diese Aktion endlich gut hin. Was haben wir für chaotische Szenen bei den Proben erlebt, bei denen wir von diesem Gag nicht so überzeugt waren. Der „Chef“ blieb hartnäckig: „Wartet nur ab, das wird super!“ – Woher hatte der Mann nur seinen Optimismus? Sein Instinkt gab ihm recht und wir staunen wieder einmal.
Erst kürzlich hatten wir uns zu einer Sonderprobe in einem Gymnastiksaal getroffen, wo wir u.a. dieses Stück vor einer Spiegelwand üben konnten. Jetzt sind wir tatsächlich weitgehend synchron und in der Kniebeugung aneinander angepasst. Das Üben hat sich offensichtlich gelohnt, und heute haben auch wir unseren Spaß an der Sache beim Blick in viele strahlende Gesichter.

© Daniel Deppe

Ganz locker in den Knien – sieht tatsächlich witzig aus © Daniel Deppe

Bei Gospeltrainkonzerten ist es inzwischen gute Tradition, dem Publikum am Ende ein Segenslied mit auf den Heimweg zu geben. Heute ist es der Titel Sei behütet“. Es klingt wunderbar zart, weil sich alle zurücknehmen und die Aussprache sehr deutlich rüberkommt. Mancher Zuschauer singt den bekannten Text mit, andere halten mit verträumtem Blick inne. Da wird auch mal ganz unauffällig die Hand des Partners gehalten. – Manche noch so kleine Geste oder Gefühlregung bleibt uns nicht verborgen. Wenn unser Auftritt ankommt und die Menschen einige gute Momente mit uns erleben, so ist uns dies neben dem Applaus der schönste Lohn.

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Gospeltrain in sehr gut besuchter Herz Jesu Kirche © Daniel Deppe

© Daniel DeppeDas Konzertprogramm ist absolviert! Die Spannung fällt von uns ab, und wir sind zufrieden. Getrost können wir dieses Adventskonzert als Erfolg verbuchen. „Chef“ [Chorleiter] Sebastian Wewer ist mal wieder stolz auf seinen Gospeltrain und die „Bossin“ [Vereinsvorsitzende] Christa Etzel gratuliert ihm mit einem Blumenstrauß. Kräftiger Applaus beschließt die Veranstaltung.   Foto © Daniel Deppe

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Sie: „Dir alles Liebe, alles Gute, Dankeschön!“; Er: „Da sind Stacheln dran!“ – Das ist Zufall, echt. © Daniel Deppe

Teil 3 folgt.

Nachbesprechung Adventskonzert Hamm-Norden 11.12.2016 – Teil 1

© trainarchivatorWas tut sich denn heute in der Gemeinde Clemens August Graf von Galen in Hamm-Norden? Auf dem Platz vor der Herz-Jesu-Kirche stehen mehrere Pavillons und einige Leute laufen geschäftig hin und her. Freiwillige Helfer aus der Gemeinde bereiten das Angebot zum gemeinsamen Ausklang nach dem Konzert vor. Wir hoffen, dass die Besucher die Gelegenheit nutzen, bei Glühwein miteinander ins Gespräch zu kommen.

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Hier gibt es nach dem Konzert Gelegenheit zum gemeinsamen Ausklang

In der Kirche wird man von einem „Welcome“-Banner des Gospeltrains empfangen. Nachher soll hier das adventliche Jahreskonzert des Chores stattfinden. Auf der Bühne stehen die Chormitglieder parat zum Einsingen; zuvor haben schon fleißige Hände das Mikrofonequipment aufgebaut.

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Der Chef meint: „Ihr steht schon mal gefällig“ © Daniel Deppe

Chorleiter Sebastian Wewer sagt uns die einzelnen Einsingübungen an. Alles leicht und locker, jetzt bloß keinen Stress machen. In den letzten Wochen haben wir hoffentlich genug geübt, damit das zusammengestellte Programm gut gelingt. Noch haben wir die Kirche fast für uns, so dass wir ganz ungezwungen letzte Dinge ansprechen können. Geprobt werden letztmals zwei Songs, die im Programm ein wenig als „Wackelkandidaten“ gelten. Unsere Sorge ist allerdings umsonst, denn diese werden erfolgreich durchgesungen.

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Probe des Abgangs – der Chef hat alles im Blick © Daniel Deppe

Wichtig sind uns auch der Einzug sowie Ab- und Wiederaufgang rund um die eingeplante Trinkpause. Die praktischen Übungen sind in Ordnung, wir räumen private Dinge auf und gehen dann für eine gute halbe Stunde ins Pfarrheim, um uns ohne Ablenkung durch die bereits eintreffenden Besucher vorzubereiten.

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Macht auf der Bühne Licht – alles ist vorbereitet

Im Pfarrsaal läuft die vor größeren Auftritten übliche Routine ab: man sitzt beieinander, trinkt nochmal etwas, isst einen Happen. Andere machen sich frisch oder richten ihre Chorkleidung. Ein wenig Smalltalk zur Entspannung gehört natürlich auch dazu. Jetzt ruft allerdings Chorleiter Sebastian zum Aufbruch.

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Fast wie nervöse Rennpferde vor dem Start – letzte Minuten in der Sakristei

© trainarchivatorWir gehen von außen in die Sakristei, um gleich von dort singend in die Kirche einzuziehen, die schon gut gefüllt ist. Das beruhigt, denn es macht einfach mehr Spaß zu singen, wenn auch viel Publikum da ist. Gar nicht so selbstverständlich an einem Adventssonntag, an dem zahlreiche Alternativveranstaltungen in der ganzen Stadt locken. Aber unsere Werbung hat offensichtlich funktioniert, und zudem haben wir uns im Laufe der Jahre ein treues Stammpublikum ersungen.

Nun stehen wir am Eingang der Sakristei und warten, dass unser „Chef“ vorne an der Bühne den ersten Song „Come home“ auf dem Keyboard zu spielen beginnt. Wir summen die Melodie mit, und als Sebastians Gesang einsetzt, ziehen wir in Zweierreihe singend von hinten in die Kirche ein. Es ist immer ein wenig aufregend, wenn man beim Einzug so nahe an den Gästen unserer Konzerte vorbeizieht und man ihnen so unmittelbar in die gespannten oder vorfreudigen Gesichter schauen kann; ein letzter Antrieb für eine gute Leistung.

© Daniel Deppe

Geordneter Einzug © Daniel Deppe

Stolperfrei kommen wir auf der Bühne an, immerzu den kurzen Text des Liedes wiederholend. Jetzt verändern wir dieses zum Kanon, und das Ganze bekommt noch mehr Fülle. Die Dosierung gelingt gut, so dass ein warmherziger Willkommensgruß durch die Kirche zieht. Manch ein Gospeltrainer ist an die Teilnahme am diesjährigen Gospelkirchentag in Braunschweig erinnert, bei dem wir diesen Song kennen gelernt haben. Der einsetzende Applaus versichert uns: der Auftakt ist schon einmal gelungen.

© Daniel DeppeUnser Pfarrer Davis Puthussery übernimmt als Hausherr die Begrüßung der Besucher. Er erinnert an das liturgische Motto des dritten Adventssonntag: „Gaudete“ – zu deutsch „freuet Euch“. In kurzen Worten betont er, wie wertvoll Freude sei; egal ob man sie gibt oder ob man sie empfängt. Da gehöre Musik auf jeden Fall dazu. Jetzt entzündet er andächtig drei Kerzen am großen Adventskranz.

© Daniel Deppe

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.© Fotos Daniel Deppe

Anschließend begrüßt auch Chorleiter Wewer das Publikum im Namen des Gospeltrains. Offensichtlich kennen viele Stammgäste unseren Chef und freuen sich auf seine kurzweilige und zuweilen originelle Art der Moderation.
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Bevor die Menschen aber auf die Idee kommen, sich genüsslich zurückzulehnen, werden sie aktiv ins Geschehen eingebunden. Gemeinsam wollen wir alle das Adventslied „Wir sagen Euch an“ singen. Textschwächen taugen als Ausrede nichts, denn beim Einlass sind Konzertprogramme verteilt worden, auf denen die Texte der Mitmachlieder stehen. Selbstverständlich ist die Aufforderung aufzustehen – wie immer humorvoll verpackt. Die Kenner des Gospeltrains sind ganz schnell bei der Sache, doch der Erste mag unser geradezu aufspringender Pfarrer Puthussery sein.
Das gemeinsam von gut 350 Personen gesungene Adventslied klingt wunderbar. So muss sich Advent anfühlen und anhören! Man hat den Eindruck, als seien die Menschen mit Freude dabei. Vielleicht ermöglichen wir so manchem in der für viele auch hektischen Vorweihnachtszeit ein bisschen Besinnlichkeit, die sicher manchmal zu kurz kommt.

© Daniel Deppe

Schöne adventliche Stimmung gleich zum Auftakt © Daniel Deppe

© Daniel DeppeJetzt baut sich unser Chorleiter in leicht gebeugter Haltung vor uns auf – wir wissen was nun kommt. Die gesungene Aufforderung „Come, let es sing!“ verlangt eine gewisse Körperspannung, um ein wenig Nachdruck zu erzeugen. Erst kürzlich haben wir dieses Stück in einem Gymnastikraum vor einer Spiegelwand geprobt, um an unserer Körpersprache zu arbeiten. Der Harmonie und der Ausstrahlung im Chor hat dieses Extratraining zweifellos gut getan. Jeder konnte an seinem Spiegelbild studieren, welchen Einfluss der Einzelne auf das Gesamte hat. Jetzt kommt der Einsatz des Schnipsens viel einheitlicher als noch vor Wochen, und das Klatschen gelingt fast fehlerfrei. Für die Dosierung von Lautstärke und Intensität sorgt unser Chorleiter durch seine unnachahmliche Körpersprache. Solche Fortschritte machen richtig Spaß, und unser Einsatz kommt bei den Zuschauern gut an, die in den Klatschpassagen aktiv mitmachen.   © Daniel Deppe

© Daniel DeppeIn der nächsten Ansage wird darauf hingewiesen, dass bei der Zusammenstellung des Konzertprogramms im Advent das Thema Licht eine besondere Rolle spiele. So heißt der nächste Titel „Shine your light“. Leise und zart setzt der Gesang ein, der sich zunehmend steigert. Beim Einsatz von Solistin Gabi kann man gut das Zusammenspiel von Chorleiter und Solistin beobachten. Durch die Unterstützung des Mannes am Keyboard kann sich die Sängerin ganz auf ihr Solo konzentrieren. Gemeinsam schafft es der Gospeltrain, beim Publikum Gänsehaut zu erzeugen.   © Daniel Deppe

Es ist wieder Aktivität angesagt beim folgenden Song. Die Gemeinde erhält ein Sebastian-Wewer-Spezialtraining in Sachen Klatschen, erweist sich als geeignet und tritt beim Lied „Marvellous things“ mit uns in Aktion. Dass dies so mit dem Chor nicht abgesprochen ist, lässt uns kalt, denn der Gospeltrain rechnet ständig mit spontanen Ideen seines Trainers. Der weiß, was er an uns hat – wir sind miteinander bestens eingespielt. Obwohl dieses Lied seine Premiere vor Publikum erlebt, klappt alles wunderbar. Die Menschen spüren, der Gospeltrain ist im Flow und alle Anwesenden genießen die Musik. Uns scheint, dieses Stück könnte sich zu einem unserer Lieblinge entwickeln.

© Daniel Deppe

Klatschen: Spezialtraining für’s Publikum © Daniel Deppe

„Sia hamba“, ein Gospel aus Südafrika, steht nun auf dem Programm. Diesen haben wir seit einigen Jahren im Repertoire, und regelmäßige Gospeltrainbesucher haben ihn bestimmt schon gehört. Allerdings klingt und wirkt er immer wieder anders, denn wie bei kaum einem anderen Song kann der Chorleiter hier mit seiner Truppe „spielen“. Das Keyboard wird sparsam eingesetzt, oft singen wir a-capella. Durch Anweisungen werden wir leiser oder lauter, werden die einzelnen Stimmen hervorgehoben oder treten in den Hintergrund. Nur die Conga-Begleitung von Iris zieht sich durch das ganze Stück. Letztlich ist dieser Konzertbeitrag ein gutes Beispiel dafür, dass man einen Chor zu Recht auch als Klangkörper bezeichnet, denn er lässt sich wie ein Instrument nutzen.

© Daniel Deppe

Chorleiter Wewer leitet uns durch das Stück © Daniel Deppe

Bevor der Chor für eine kurze Pause von der Bühne abgeht, sind die Zuschauer nochmals zum Mitmachen eingeladen. „Mache dich auf und werde Licht“ ist den meisten bekannt [GL219]. Gemeinsam mit uns wird dieses Stück wie im Gottesdienst gesungen. Doch schon bald stellt der Gospeltrain „seine“ Variante vor: etwas schneller und v.a. swingender. Der Funke springt schnell über, man ist lern- und begeisterungsfähig. Schon bald klingt das Lied als Kanon durch die Herz-Jesu-Kirche. Man merkt, hier haben Chor und Gemeinde jahrelange gemeinsame Gospelerfahrung.

© Daniel Deppe

Kurze Anleitung und schon geht’s los © Daniel Deppe

Nach Ende des Liedes verlässt der Chor die Bühne, um ein paar Schlucke zu trinken, während Chorleiter Wewer die Besucher mit einem Solo unterhält.

Teil 2 folgt.

Herzlichen Dank an Daniel Deppe für die Überlassung einiger Fotos.

Adventskonzert in der Lokalzeitung 13.12.2016

Unsere Lokalzeitung ist echt auf zack! Schneller mit der Konzertkritik als der Trainarchivator mit dem choreigenen Rückblick. Macht nix. Das Lesen bereitet pure Freude! Offensichtlich ist unser Konzert so beim Publikum angekommen, wie wir es uns in den kühnsten Träumen ausgemalt haben.

©Westfälischer Anzeiger, Hamm, 13.12.2016©Westfälischer Anzeiger, Hamm, 13.12.2016

Wer noch ein wenig Geduld mitbringt, der wird die Veranstaltung in den nächsten Tagen noch einmal im Detail nachvollziehen können.

Nachbesprechung Herbstfest in unserer Gemeinde 26.09.2015

©Clemens August Graf von Galen Gemeinde, HammAm Samstag feierte unsere Gemeinde Clemens August Graf von Galen ein Fest anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Fusion der ehemaligen Gemeinden Herz Jesu und Maria Königin. Die Vorabendmesse wurde dem Anlass entsprechend gestaltet. Anschließend gab es im Pfarrheim einen bunten Abend.

Im Vorraum der Herz Jesu Kirche zeigte eine Stellwand die Ereignisse von der Fusion bis heute in Form eines Zeitstrahls. Außerdem hatten Gemeindegruppen Fotos und Infotexte ausgehängt.

© trainarchivatorWand mit Infos zur Gemeindegeschichte und zu vielen Gruppen

In der gut besuchten Kirche startete der Gospeltrain mit dem Song „This is the day!“, als unser Pfarrer Davis Puthussery mit den Messdienern einzog. Etliche Gottesdienstbesucher klatschten spontan mit. Es ist gut, dass solche Reaktionen in vielen Gemeinden nicht mehr verpönt sind, sondern mehr Raum für Kommunikation und gemeinschaftliches Erleben eingeräumt wird.

© trainarchivatorNach Begrüßung und Schuldbekenntnis erklang zum Kyrie der Ruf 151 des Gotteslob, zum Gloria wurde von der Gemeinde „Dir Gott im Himmel Preis und Ehr” gesungen. In der Lesung ging es um den guten Hirten, der seine Schafe nicht allein lässt, wenn die Wölfe kommen. „Suchen und fragen“ hieß es im Zwischengesang. Dann griff Pfarrer Puthussery den Inhalt der Lesung in der Predigt auf, als er Kardinal von Galen, der Namenspatron unserer Gemeinde, als guten Hirten darstellte, der in dunkler Zeit bei seinen Schafen/Gläubigen blieb. Von Galen sei viel mehr als ein Geistlicher, nämlich eine Figur der deutschen Geschichte und durch sein Beispiel weit über die Landesgrenzen bekannt.

Dann erfolgte die Aktion, auf die viele Anwesende mit Spannung gewartet hatten: angesichts des zehnjährigen Jubiläums der Gemeindefusion war es an der Zeit mal zu schauen, was da so alles gedeiht an aktiven Gemeindegruppen. Jede dieser Gruppen bekam Gelegenheit, sich in wenigen Sätzen dem Publikum vorzustellen und symbolisch einen Apfel mit ihrem jeweiligen Logo an einen Holzapfelbaum zu kleben.

© trainarchivatorHier wird gerade der Gospeltrain vorgestellt

Mit sage und schreibe vierundzwanzig Gruppen dauerte die Vorstellung eine ganze Weile. Nach jeweils mehreren Gruppenvertretern lockerte der Kinderchor ClemensKids, unterstützt durch Sopranistin Andrea Kistner, die Vorstellung mit dem Lied „Halleluja – preiset den Herrn“ auf. Schließlich hing auch der letzte Apfel am Baum, der stolz die Vielfalt der Gemeindeaktivitäten präsentierte. Da war sicher auch manches aktive Gemeindemitglied überrascht, was bei uns alles los ist.

© trainarchivatorFür die Lokalzeitung wird ein Foto für die Lokalzeitung gemacht

Zum Glaubensbekenntnis sang die Gemeinde das Lied „Clemens August, wir dich ehren“, welches unter 877 neu in den Münsteraner Regionalteil des aktuellen Gotteslobs aufgenommen wurde. Eine Premiere beim heutigen Gottesdienst erfolgte durch die afrikanische Gemeinde, die regelmäßig ihre Gottesdienste in unserer Herz Jesu Kirche abhält. Sie begleitete die Gabenbereitung durch Gesang und Trommelspiel, was von der übrigen Gemeinde interessiert und mit Applaus aufgenommen wurde.

© trainarchivatorAfrikanische Klänge zur Gabenbereitung

Zum Sanctus klang es wieder klassisch „Heilig ist Gott in Herrlichkeit“. Nach der Kommunion steuerte der Gospeltrain als Dankeslied den Titel „I want to love you, Lord“ bei. Obwohl er erst dieses Jahr ins Repertoire aufgenommen wurde, haben wir ihn inzwischen gut und stimmungsvoll im Griff, so dass er derzeit zu unseren Lieblingssongs gehört.

© trainarchivatorDer Gospeltrain auf den Stufen neben der Orgel

Am Ende schlossen die „Irischen Segenswünsche“ diesen schönen Gottesdienst ab. Pfarrer Puthussery fragte, ob alle das Pfarrheim kennen, was natürlich bestätigt wurde. Also empfahl der Pfarrer, man möge nur den einen Ausgang nutzen, der in die entsprechende Richtung führe. „Im Pfarrheim – da ist was los“. Nebenan habe man Speis und Trank vorbereitet, um gemeinsam zu feiern. Außerdem hätten der Gospeltrain und die afrikanische Gemeinde vor, musikalisch zu unterhalten. – Das ließen sich die Menschen nicht zweimal sagen und strömten zum Ausgang.

© trainarchivatorVor dem Pfarrheim hatte man zwei Zeltdächer aufgebaut, unter denen Grillwürstchen und Reibekuchen angeboten wurden. Man konnte sich an Tischen zusammensetzen und miteinander ins Gespräch kommen. Über allem lag Trommelklang und Gesang, denn die afrikanische Gemeinde machte weiterhin Musik – für sich und für alle. Es hatte etwas von Sommerparty. Viele Festbesucher hörten zu, schauten zu und hatten offensichtlich Spaß daran.

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© trainarchivatorTrommelklang und afrikanische Gospels mitten im Hammer Norden

© trainarchivatorIm Gebäude selbst waren alle Plätze besetzt, man nutzte auch die Stehtische im Foyer. Die Kirchengemeinde hatte ausreichend Helfer, die sich an Grill, Bräter und Zapfhahn für die Allgemeinheit nützlich machten. Dann war es an der Zeit, dass der Gospeltrain seinen kleinen Auftritt in Angriff nahm. Gesungen wurden Titel aus dem aktuellen Repertoire, die wir ganz sicher drauf haben. Es wurde bald mitgeklatscht im Saal, war doch viel Gospeltrain-Stammpublikum anwesend. Für uns eine dankbare Situation, da man sich nicht erst lange Sympathien erarbeiten musste, sondern es gleich richtig losging.

© trainarchivatorBeim Auftritt wurde gleich zum Jahreskonzert 2016 eingeladen

Chorleiter Sebastian Wewer nutzte die Gelegenheit, sich für die Einladung zum Fest und für die langjährige Unterstützung zu bedanken. Außerdem wies er darauf hin, dass die Planungen für unser Jahreskonzert am 20.03.2016 bereits laufen und sprach sogleich eine Einladung aus. Wir verabschiedeten uns mit dem Segenslied „Mögen sich die Wege“ und machten Platz für die afrikanischen Gäste.

© trainarchivatorGanz von hinten beobachtete Pfarrer Puthussery das Treiben seiner Gemeinde, die heitere Stimmung und das Miteinander. Man war instinktiv an den guten Hirten erinnert, der alles im Blick behält.

© trainarchivator Gospeltrainer verfolgen interessiert den Gesang der Afrikaner

Als es bereits dunkel war, saßen immer noch viele Menschen draußen oder im Pfarrheim beieinander. Der Gottesdienst und die Feier waren gelungen, informativ und unterhaltsam. Offensichtlich ist nach der Fusion vieles zusammengewachsen, was auf das Engagement und das Aufeinanderzugehen vieler Gemeindemitglieder zurückzuführen ist. Für uns war der Abend ebenfalls interessant und hat sicher neue Impulse gebracht.

Nachbesprechung Benefizkonzert für die Flüchtlingshilfe 16.08.2015 – Teil 4

Die letzten Töne sind verklungen. Den Applaus haben wir noch in den Ohren. Wir verabschieden uns vom Publikum und verlassen die Altarstufen, die uns als Bühne dienten.

© Daniel DeppeBeim Schlussapplaus – wir sind müde und zufrieden

© trainarchivatorLangsam gehen die Menschen Richtung Ausgang, doch sie werden dort bereits erwartet. Freundliche Gospeltrainerinnen halten Körbchen bereit, in die man eine Spende zugunsten der Flüchtlingshilfe geben kann. Schon jetzt ist festzustellen, dass sich da einiges ansammelt. Prima.

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© trainarchivatorWie immer besteht am Ende eines Konzertes für die Zuschauer die Gelegenheit, mit uns ins Gespräch zu kommen. Oftmals ist es ihnen ein Bedürfnis, Eindrücke zu schildern, danke zu sagen oder Fragen zu stellen. Mancher Gast sprudelt emotional noch ganz aufgeladen einfach über. Man findet unser Engagement für die Flüchtlingshilfe gut und lobt die Informationen durch die Wortbeiträge zur Thematik in der Musikpause. Dies sei sehr hilfreich gewesen. – Genau das war von uns beabsichtigt. Wer besser aus erster Hand informiert ist, lässt es im Körbchen vielleicht rascheln statt klingeln :-). Während die einen Gospeltrainer Smalltalk betreiben, kümmern sich andere bereits um das Aufräumen.

© trainarchivatorRene Kloppenburg und Dirk Winter vom ASB Münster mit unserer Bossin

Auch Hausherr Pfarrer Davis Puthussery sucht das Gespräch. Er übermittelt seinen Glückwunsch zur gelungenen Veranstaltung. Wir sind unsererseits der Meinung, dass er mit seinem kurzen Wortbeitrag bei der Begrüßung genau den entscheidenden Punkt in der aktuellen Flüchtlingsproblematik getroffen hat. Bei aller notwendigen Rationalität dürfe man die Menschlichkeit nicht vergessen.

© trainarchivatorWie war’s? Lagebesprechung mit Pfarrer Puthussery

Wir verlassen die Kirche und gehen ins benachbarte Pfarrheim. Jetzt sieht man uns an, dass wir ganz schön geschafft sind. Eine gute Stunde volle Konzentration schlaucht schon ein wenig, doch es hat sich gelohnt. Mit der musikalischen Leistung und der Zuschauerresonanz sind wir hoch zufrieden. Wenn jetzt hoffentlich noch ordentlich Geld eingenommen wurde…?

© trainarchivatorZufrieden, müde und neugierig – wie sieht das Ergebnis aus?

Endlich steht das Ergebnis der Spendensammlung fest. Die präsentierenden Herrschaften machen es mal wieder spannend. Jeder hält ein Veranstaltungsprogramm in Händen, auf dessen Rückseite eine Ziffer steht. Nach und nach werden die Zettel umgedreht, beginnend mit der Ein-Cent-Stelle – Bernd darf acht Cent verkünden. Die Spannung steigt, bis Birgit die Tausend-Euro-Stelle bekannt macht. Zweitausend. Boah ey! Das ist super. Wir hatten insgeheim gehofft die Tausend „voll zu machen“, doch das ist ein Klasseergebnis. Die Menschen, die sich bei diesem unsäglichen Wetter zu uns auf den Weg gemacht haben, fühlten sich offensichtlich gut unterhalten und unterstützten unser Anliegen. Vielen Dank dafür.

© Daniel DeppeDie Zahlen des Tages lauten:
Zwei – Zwei – Sieben- Null – Komma – Eins – Acht
(Zahlen digital eingefügt)

Damit ist das Benefizkonzert endgültig Geschichte, und wir können nach diesem Erfolg zufrieden in die neue Woche gehen.

© Alle Fotos von D.Deppe und Trainarchivator

 

Nachbesprechung Benefizkonzert für die Flüchtlingshilfe 16.08.2015 – Teil 3

Die Wortbeiträge in der kurzen Musikpause stimmen die Menschen nachdenklich. Vielleicht geht der Eine oder die Andere in sich und überprüft die eigene Position zur Flüchtlingsthematik. Unser erstes Stück nach der Unterbrechung heißt „Lord, hold me”. Diese Bitte ist ewig aktuell, denn wer sucht nicht hin und wieder nach Orientierung und Unterstützung. Der Titel ist an dieser Stelle des Programms genau richtig platziert und holt die Menschen in ihrer gegenwärtigen Stimmung ab. Man lässt sich vom Gesang einfangen und ist ab sofort wieder ganz in der Musik. Wir lassen uns von Chorleiter Sebastian Wewer ganz leicht führen, und so bekommen wir die Steigerung vom zarten Einstieg bis zum kräftigen selbstbewussten Ausruf sehr gut hin. Der Applaus ist so intensiv, als habe es überhaupt keine Unterbrechung gegeben.

© Daniel DeppeKonzentration: Einstimmung auf den Song schon bei den ersten Tönen

Nach so einem ruhigen Song darf es jetzt aber mal richtig krachen: „Rock my soul“ in der Gospeltrain-Battle-Version steht an. Viele Zuschauer kennen diese mit dem auf die Spitze getriebenen Wechselgesang schon. Dennoch ist man gespannt, wie es heute ablaufen wird und ob das Publikum richtig mitgeht. Immerhin sind die Zuschauer schon ordentlich aufgewärmt, und es hat sich eine Beziehung zwischen Chor und Gästen entwickelt, wenn dieser Gassenhauer gesungen wird.
Bässe und Tenöre werden nach vorne gerufen und bauen sich gegenüber den zahlenmäßig gnadenlos überlegenen Sopranos und Altos auf. Dennoch legen die Herren sofort forsch los und fordern die Damen damit richtig heraus. Jetzt fliegen die Einsätze hin und her, es geht immer lebhafter zu; ein bisschen Show ist auch dabei. Schließlich gibt es donnernden Applaus, und man lässt sich durchschnaufend wieder in die Bänke fallen. Dass wir zunächst deutlich zu tief angesetzt haben und einfach mit einem Lächeln neu starten, nimmt niemand dem Chor übel – im Gegenteil: es ist nur eine Randnotiz zum Schmunzeln.

© Daniel DeppeFünf gegen den Rest der Welt, äh , des Chores

© Daniel DeppeDer Augenblick zum Innehalten ist gekommen. Ein emotionales Lied mit ruhigem Auftakt ist genau das richtige. „Immanuel“ ist vielen ebenfalls vom Jubiläumskonzert im März bekannt, doch ein solches Stück mag man immer wieder hören. Das Solo von Danny kommt sehr gefühlvoll rüber, und die Menschen sind offensichtlich angerührt. Nachdem man eben noch getobt hatte, ist man nun hoch konzentriert und nimmt die Musik mit allen Sinnen auf. Der Chor steht der Solistin nicht nach und zaubert eine sehr intensive Atmosphäre in den Kirchenraum.

Bei der Erstellung des Programms für dieses Benefizkonzert war von Anfang an klar, dass dieses keine Wiederholung des Jubiläumskonzertes vom März sein würde. Insofern hat Chorleiter Sebastian Wewer gut daran getan, direkt ab April neue Stücke einzuüben. Eines haben wir schon im ersten Teil gesungen („In your arms“). Ein weiteres folgt nun mit „I want to love you, Lord”, das wir  schon bei Hochzeiten vor Publikum gesungen haben. Du meine Güte – was wurde in den Proben an Details gefeilt, bis der strenge Chef mit uns zufrieden war. Heute passt alles! Wir sind glücklich mit dem geschmeidigen Klang, das Publikum strahlt, und wir bekommen Kusshändchen vom Chef! Schon das dritte Sonderlob nach „Loved“ und „In your arms“!! Das gab es noch bei keinem Konzert.

He’s got my soul on the mountain“. Schon mal gehört? Ne? Kein Wunder – eine der unnachahmlichen Wortschöpfungen unseres Kreativdirektors. Dahinter verbirgt sich unser Triplett aus den Gospelklassikern „He’s got the whole world“, „Rock my soul“ und „Go, tell it on the mountain“, das wir gleich gemeinsam mit den Zuschauern singen werden. Wie immer gibt es kurzweilige Anweisungen vom Chorleiter, und die Menschen machen sofort engagiert mit. Schließlich werden alle Lieder zeitgleich gesungen und füllen die ganze Kirche mit Gospelmusik.

Zum Abschluss des Konzertes steht „Oh, happy day“ auf dem Programm. Solistin Andrea blickt uns Gospeltrainern unmittelbar vor Beginn tief in die Augen und scheint sich mit Energie aufzuladen. Vor wenigen Tagen noch auf einer Silberhochzeit gesungen, geht uns der Song leicht und sicher über die Lippen. Diesen Ohrwurm-Klassiker kennt jeder, mag jeder und viele Zuschauer singen unaufgefordert mit. Inzwischen ist längst klar, dass das Konzert ein musikalischer Erfolg ist, folglich trifft er genau die Stimmung in der Herz Jesu Kirche. Alles steht, applaudiert nach Kräften und ist bester Stimmung.

© Daniel DeppeSolistin Andrea bringt den Train in Schwung

Damit wären wir für heute am Ende, doch da ist es wieder – unser Luxusproblem! Die Besucher wollen nicht gehen. Schnell machen sie durch ihren Applaus deutlich, noch nicht genug zu haben. Wir lassen uns nicht lange bitten und singen als Zugabe „This little light“. Auch hier nutzen viele ihre Textkenntnisse und singen völlig losgelöst mit. Das ist es, was viele am Gospel so begeistert. Man hat Freiraum die Musik so zu erleben, wie man sie gerade empfindet. Die einen versinken ganz still in Gedanken, während andere ihre Emotionen rauslassen.

Das ist aber immer noch nicht das Ende. Mann, sind die Zuhörer heute hartnäckig – auch eine Form des Lobes und der Anerkennung. Als endgültigen Abschluss wählen wir das Segenslied „Mögen sich die Wege“, welchen wir gerne als charmanten „Rausschmeißer“ nutzen. Wieder singen viele mit. Es ist definitiv ein gemeinsames Konzert von Chor und Zuschauern. Diese konsumieren nicht passiv die Musik, sondern beteiligen sich aktiv; singend, klatschend, sich bewegend und oft im Austausch mit den Banknachbarn.

© Daniel DeppeSpontan reicht man sich bis in die letzte Reihe die Hände – wunderbar!

Eine ganz besondere Freude für uns Gospeltrainer ist es zu beobachten, dass die anwesenden Flüchtlinge, die anfangs noch unsicher und schüchtern sind, zunehmend entspannter und heiterer werden. Wir Hammenser gehen gleich in unsere geordneten und sicheren Verhältnisse zurück, während die Flüchtlinge mit einem Rucksack voller Ungewissheit bezüglich ihrer Zukunft in ihre schlichte Unterkunft zurückkehren. Wenn wir diesen Menschen ein paar schöne Augenblicke geschenkt haben, so ist dies unser schönster Lohn.

© Alle Fotos von D.Deppe

Teil 4 der Nachbesprechung folgt.