Archiv der Kategorie: gesellschaftliches Engagement

Gelegentlich unterstützen wir gesellschaftliches Engagement und Benefizprojekte

Konzertandacht 12.10.2013 Josefskirche Hamm-Westen – Spendenübergabe im WA

Auch heute wirkt unsere Benefizveranstaltung zugunsten des Ambulanten Kinderhospizdienstes Hamm noch nach: die Lokalzeitung hat ein Foto von der offiziellen Spendenübergabe, die kürzlich in unserer Chorprobe stattgefunden hat, veröffentlicht. Auch die endgültige Spendenhöhe von 2416 Euro wird erwähnt, die sich gegenüber der zunächst veröffentlichten Zahl noch einmal erhöht hat. Vielen Dank an alle Beteiligten, die sich in vielfältiger Form engagiert haben!

© Westfälischer Anzeiger, Hamm,07.11.2013
© Westfälischer Anzeiger, Hamm,07.11.2013

Konzertandacht 12.10.2013 Josefskirche Hamm-Westen – Spendenübergabe

Zum Abschluss unserer Aktivitäten rund um die Konzertandacht kam es jetzt zur offiziellen Spendenübergabe an den Ambulanten Kinderhospizdienst Hamm. Bei der jüngsten Chorprobe war Martina Abel, Koordinatorin des Dienstes, als dessen offizielle Vertreterin zu Gast. Sie richtete herzliche Grüße an den Chor aus und hatte ein kleines Präsent als Dankeschön im Gepäck.

Foto: trainarchivator
Chorleiter Sebastian Wewer, Martina Abel vom Kinderhospizdienst und  Vereinsvorsitzende Christa Etzel nach der Spendenübergabe

Sie berichtete davon, dass beim Konzert sowohl ehrenamtliche Mitarbeiter als auch Angehörige betroffener Familien anwesend gewesen seien. Man sei von der Musik und dem Ablauf der Veranstaltung begeistert gewesen und bedanke sich herzlich für die große Spende von 2.416,07 €.

Foto: trainarchivator Der Gospeltrain nach der Spendenübergabe zu Beginn der Chorprobe. Diese Truppe hat gemeinam mit den befreundeten Chören Crescendo und CHORios die Großveranstaltung „Konzertandacht“ zu einem Erfolg gemacht.

Konzertandacht 12.10.2013 Josefskirche Hamm-Westen – Nachbesprechung Teil 3

© Deutscher Kinderhospizverein e.V.Am Ende der Generalprobe hatte Sebastian gesagt: „Ihr habt Euch gut geschlagen. Ich hoffe auf ein fulminantes Konzert.“ Diese Hoffnung hat sich definitiv und in vollem Umfang erfüllt. Man spürt noch die Nachwirkungen wie leichtes Schweben und Musik im Ohr.

Inzwischen leert sich die Kirche. Es zieht die Besucher nach Hause. Einige suchen den Kontakt zu Beteiligten und geben erste Rückmeldungen. Auch wir tauschen uns untereinander aus. Überall strahlende Gesichter. Überall Zufriedenheit mit dem musikalischen Ablauf und der Reaktion der Zuschauer.

Nun wird die Kirche aufgeräumt. Zusatzbänke und –stühle werden an ihren eigentlichen Platz zurück gebracht. Man nimmt seine persönlichen Dinge und geht Richtung Gemeindesaal. Erst mal ein paar Minuten hinsetzen und verschnaufen. Ist es wirklich erst zwei Stunden her, dass wir diesen Ort verlassen haben? Es scheint viel länger her zu sein – so viel haben wir zwischenzeitlich erlebt.

Zuerst mal etwas trinken. Schnittchen sind auch noch da. Was geht’s uns gut. Nur die Vorstandsmitglieder sind nicht da. Ach ja, die müssen sich um die Spenden kümmern und ein Sammlungsergebnis ermitteln. Wir warten und sind gespannt. Das dauert. Und dauert. Endlich tauchen sie auf. Genaues kann man ihren Mienen nicht entnehmen, doch enttäuscht sehen sie nicht aus.

Jetzt stellen sie sich demonstrativ in einer Reihe auf, achten genau auf eine festgelegte Reihenfolge. Was soll das? Müssen die es so spannend machen? Ja, müssen sie. Und das macht ihnen offensichtlich Spaß. Uns wird mitgeteilt, man werde das Ergebnis Zahl für Zahl bekanntgeben, die zweite Nachkommastelle zuerst. Alle halten Zettel mit einer Zahl vor sich, die sie nach und nach umdrehen. Sebastian hat die Ehre, das Komma darzustellen. Jetzt ist klar: das Ergebnis ist vierstellig. Super. Das war wohl insgeheim das Ziel. Aber welche Zahl steht vorne. Monika dreht ihren Zettel um – es ist die Zwei.

Foto: trainarchivator
Bernd macht es spannend wegen fünf Cent

Foto: trainarchivator
Christa hat die Sieben

Foto: trainarchivator
Monika verrät’s – die Zwei steht vorne

Zweitausendzweihundertneunundsiebzig Euro und fünfundfünfzig Cent beträgt die Spendensumme. In Zahlen : 2279,55 €. Aber diese Zahl ist durch weitere Geldeingänge schon wieder überholt. Inzwischen lautet das „amtliche“ Endergebnis 2336,05 €. Die Präsentation ist originell und gelungen. Den einzigen Fehler hat Sebastian gemacht. Er hätte als Ausrufezeichen am Ende der Reihe stehen müssen!

Foto: trainarchivatorSo, unsere Neugier ist nun gestillt. Jetzt zieht es uns heimwärts. Zuvor wird der Gemeindesaal aufgeräumt und in seinen ursprünglichen Zustand versetzt. Zunächst bekommt aber Familie Jonas ein dickes Dankeschön für deren Einsatz in Kirche und Saal zu hören. Gospeltrainer Uwe hat gleich Frau und Tochter eingespannt, so dass die drei diese Veranstaltung gut vorbereitet und begleitet haben. Vielen Dank.

 Foto: trainarchivatorJetzt kommt das Räumkommando

Foto: trainarchivator
Eva, mach hinne, wir wollen nach Hause!

Konzertandacht 12.10.2013 Josefskirche Hamm-Westen – Nachbesprechung Teil 2

© Deutscher Kinderhospizverein e.V.Auf geht’s. Einige Minuten vor Beginn der Konzertandacht gehen wir zur Josefskirche rüber. Vorsichtig die Tür aufmachen – wie viele Leute sind wohl da? Ein ganz wichtiger Moment für den weiteren Verlauf des Abends und unsere Stimmung.

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Foto: trainarchivator Das ist unser erster Eindruck beim Betreten der Kirche

Voll! Die Kirche ist voll!! Welche Erleichterung!!! Die letzten freien Plätze werden gerade eingenommen. Auch die zusätzlichen Bänke und Stühle sind schon belegt. Wir machen uns in der Nähe des Eingangs bereit. Leute, die unmittelbar vor Beginn eintreffen, gucken überrascht. Sie kommen kaum in die Kirche rein, müssen sich durch die wartenden SängerInnen drängen.

Foto: trainarchivatorGospeltrain wartet im Eingangsbereich auf den Einzug

Als der erste Ton von der Empore erklingt, verebbt das Gemurmel und es wird still in der Kirche. Oben auf der Empore eröffnet Crescendo die Andacht mit dem Lied „Lobsinget Gott, dem Herrn!”, begleitet von der Orgel. Wie feierlich sich das anhört. Das Publikum ist durchaus überrascht. Stand da nicht etwas von Gospel auf den Plakaten? Einige auf den Einzug wartende Gospeltrainer meinen, es klinge nach Weihnachten. [Ein Blick ins Internet wird diesen Eindruck später bestätigen. Das Stück stammt aus einem Weihnachtsoratorium.]
Kurz nach Beginn des Liedes startet der Gospeltrain den Einzug durch den Mittelgang nach vorne. Von oben kommt weiterhin wunderbarer Gesang. Wer jetzt kein Lächeln auf dem Gesicht hat, dem ist nicht zu helfen. Als die Musik endet, hat der Gospeltrain Aufstellung auf den Altarstufen genommen, die uns folgenden CHORiosen habe ihre reservierten Plätze erreicht. Bei wohltuendem Applaus schauen wir uns im voll besetzten Kirchenschiff um.

Foto: trainarchivatorHausherr Pfarrer Ludgerus Poggel übernimmt die Begrüßung der Zuschauer und der Chöre. Aus seinen kurz gehaltenen herzlichen Worten hört man die Vorfreude auf diesen Abend heraus. Er erinnert dabei aber auch an den Zweck der späteren Spendensammlung und bedankt sich für den Einsatz der Beteiligten. Dann zieht er sich in seine „private Loge“ zurück, den Eingang zur Sakristei.

Der Gospeltrain beginnt mit dem südafrikanischen Gospel „Sia hamba“. Dieser ist wie das Eingangslied von Crescendo ebenfalls ein Titel, der die Erwartung nach Sister-Act-Gassenhauer-Gospel nicht erfüllt. Wer wirklich Musik hören möchte, wer das vielfältige Zusammenspiel der Stimmlagen schätzt, vielleicht noch originelle Arrangements – der ist bei diesem Song genau richtig. Wir sind mit unserem Auftakt sehr zufrieden. Halten ihn für gelungen. Auch die Akustik trägt ihren Teil dazu bei. Das Publikum sieht dies genauso und spendet energisch Applaus.

Mit dem nächsten Stück wollen wir mal Erwartungen gerecht werden: das „Hallelujah“ ist weithin bekannt und wird schon von Anfang an von einigen mitgesungen. Viele wiegen sich im Takt, einzelne Gäste schließen die Augen. Wenn man mit Applaus einer gesanglichen Leistung zustimmt, dann sind die Zuhörer sehr zufrieden. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt des Abends stehen die ersten auf. Das ist wieder so ein Moment, wo man denkt: jetzt haben wir sie endgültig auf unserer Seite. Schade, dass Sebastian nicht sehen kann, was sich hinter ihm abspielt. Zumindest die Vibrations wird er empfangen.

„Order my steps“ ist nun ein weiterer Titel mit komplexem Aufbau. Eigentlich ist die Titelauswahl recht mutig. Wir haben der Versuchung widerstanden, gleich zu Beginn mit ein paar Gospelklassikern die Stimmung anzufachen. Die Qualität des Gesangs zieht die Zuschauer auch so in den Bann. Längst ist klar, dass dies kein feierwütiges Party-Publikum ist. Viele echte Musikfreunde sind anwesend, die aufmerksam zuhören und in der Musik aufgehen. Auch nach diesem Lied gibt’s reichlich Applaus und Standing Ovations. Wir fühlen uns geschmeichelt. Um nicht abzuheben schaut man mal in die erste Bankreihe, wo die CHORiosen sitzen. Die werden uns doch wohl ein ehrliches Feedback als Insider geben, doch auch von dort kommt nur wohlwollendes Lächeln.

Foto: trainarchivator
Die Kirche ist voll besetzt. Auch die Zusatzsitzgelegenheiten sind belegt.

Mit „Immanuel“ als nächsten Song steht eine ganz junge Gospelkomposition auf dem Ablaufplan. In seiner Ansage, die wie seine bisherigen kurz und wohlgelaunt daher kommt, verweist Sebastian darauf, dass wir dieses Lied erst seit ganz kurzer Zeit im Repertoire haben. Man schaut uns also erwartungsvoll an. Super, Sebastian, jetzt hast Du Solistin Danny eine tolle Bürde auferlegt – oder sollte das eine geschickte Provokation zur Leitungssteigerung gewesen sein? Scheint ihm in diesem Moment selbst etwas unheimlich zu sein. Schnell noch eine kleine Aufmunterung für Danny und los geht’s. Und wie. Wunderbar intensiv. Von der Solistin und vom Chor. Man spürt förmlich die extreme Aufmerksamkeit aller. Niemand will bei diesem Stück durch eine Nachlässigkeit auffallen. Auch vom Chef gibt’s viel Unterstützung, so dass vom Chor viel Energie in die Nacht geschickt wird.

Anschließend soll es mit „Rock my soul“ doch noch einen Klassiker geben. Aber es kommt fast zur Meuterei. Männer- gegen Frauenstimmen – das ist doch unfair bei unseren wenigen Männerstimmen! Die Herren holen sich Hilfe bei CHORios, indem sie deren Männer zu sich bitten. Allerdings holen sich die Gospeltrain-Frauen ebenfalls Unterstützung durch die CHORios-Frauen. Was soll’s? Nun haben die Männer genug Energie, um es mit den Frauen aufzunehmen. Mit richtig viel Power wird das Lied vorgetragen, besser „vorgelebt“. In diesem Moment scheint die ganze Kirche zu beben. Die Zuschauer gehen stehend mit und belohnen den Vortrag mit donnerndem Applaus.

So, der Gospeltrain hat sich verausgabt und tritt ab. Nun darf CHORios zeigen, was sie so drauf haben. „Mighty wind“ ist wesentlich stiller als der zuvor gehörte Song, doch er ist nicht weniger kraftvoll. Er strahlt eine große Weite aus und scheint die Anwesenden regelrecht mitzuziehen.

Foto: trainarchivatorCHORios im Einsatz – von einer Kamera beobachtet

Daran schließt sich „Nessajah“ an. Der Titel aus dem Tabaluga-Zyklus ist natürlich weitgehend bekannt, der Funke springt sofort über. Hat der Chor mit diesem Lied schon beim Gospelday in Ahlen überzeugt, so begeistert er heute einmal mehr. Man fragt sich, wie sie es immer wieder schaffen, diesen Song, den sich mancher auch schon leid gehört haben mag, zu etwas Besonderem zu machen.

Foto: trainarchivatorDie Gospeltrainer genießen in der Kapelle die Auftritte der anderen

Bei „Über allem ist die Liebe“ als nächstem Lied holen sich die Ahlener Crescendo zur Unterstützung auf die Bühne. Man könnte meinen, dort stünde nur ein Chor, wären da nicht die Unterschiede in der Chorkleidung. In völliger Harmonie serviert man dem Publikum ein heiter-positives Stück. Kräftiger Applaus ist der verdiente Lohn.

Foto: trainarchivatorCHORios in Schwarz-Grau-Weiß, Crescendo mit grünem Schal

Ebenfalls gemeinsam wird anschließend „Heaven is a wonderful place!“ gesungen. Jetzt hat man sich lange genug an die Planung gehalten – jetzt wird es spontan. „Kommt raus, egal wie ihr ausseht“ fordert Chorleiter Sebastian die Gospeltrainer von der Kapelle auf die Bühne. Das Aussehen bezieht sich auf die Chorschals – einige tragen orange Gospeltrain-Schals, andere die regenbogenbunten Schals der Aktion „Gospel für eine gerechtere Welt“. Der Train ist nicht wirklich von dieser spontanen Idee überrascht. Mit solchen Aktionen muss man immer rechnen, und man ist inzwischen damit vertraut. Nun wird das Publikum nach Anleitung des Chorleiters ebenso mit einbezogen. Nur passiv zuhören gibt es bei Gospelkonzerten mit Sebastian Wewer kaum einmal. Durch die vorherigen Leistungen der Chöre ist man bester Stimmung und macht engagiert mit.

Foto: trainarchivatorDas begeisterte Publikum steht und macht mit

CHORios hat sich jetzt eine Pause verdient. Crescendo bietet nun den besinnlichen Titel „Euer Herz erschrecke nicht!“, bei dem das Publikum wieder zur Ruhe kommt und still zuhört. Erst der aufbrausende Applaus holt uns in die Gegenwart zurück.

Auch beim folgenden Lied „Gott hat mir längst einen Engel gesandt“ hören die Menschen still und aufmerksam zu. Man sieht vielfach geschlossene Augen, mancher Besucher hat wahrscheinlich eine persönliche Geschichte im Kopf. Man genießt die Stimmung und wartet mit dem Applaus, bis der letzte Ton verklungen ist. Die beiden letzten Songs laden nicht zum Tanzen auf den Bänken ein. Dafür lohnt es sich um so mehr den Texten genau zu folgen. Diese Facette christlicher Musik ist eine wunderbare Bereicherung des heutigen Programms.

Foto: trainarchivatorCrescendo lädt ein die Gedanken schweifen zu lassen

An dieser Stelle rückt der Benefizgedanke dieser Veranstaltung für einige Minuten in den Mittelpunkt. Nach einigen Worten Wewers tritt Martina Abel, die Koordinatorin vom Ambulanten Kinderhospizdienst Hamm, ans Mikrofon. Ganz sachlich berichtet sie von der Art der Unterstützung, welche diese Organisation betroffenen Familien anbieten kann. Sie listet viele Beispiele auf, wie gespendetes Geld verwendet wird. Es fällt auf, dass im Wesentlichen die ganz normalen unspektakulären Verbrauchskosten (z.B. Sprit, Büromaterial, Telefon) und Schulungen der ehrenamtlichen Mitarbeiter finanziert werden müssen. Am Ende ihres Beitrags ist sie beim Blick auf die vielen Zuhörer selbst ein wenig ergriffen und gibt gerne wieder an den musikalischen Leiter ab. Der ruft alle Aktiven der Konzertandacht auf die Altarstufen und es geht weiter mit Chorgesang.

Foto: trainarchivator…….Foto: trainarchivatorMartina Abel am Mikrofon, Infotisch am Eingang

Zum Beginn des letzten Konzertabschnitts ist „Lord, hold me“ genau der richtige Titel. Er beginnt ganz ruhig und nimmt dabei die Stimmung von Abels Vortrag behutsam auf. Erst im Refrain kommt richtig Schwung rein und füllt den ganzen Kirchenraum eindrucksvoll mit dem Gesang der vielen Stimmen. Jetzt bekommen die Zuhörer richtig etwas auf die Ohren, die Akustik ist für unsere Zwecke gut geeignet. Genau so muss es sich Sebastian vorgestellt haben, als er die Idee für diese Andacht hatte. Sich ein bisschen „Gospelkirchentagsfeeling“ nach Hamm holen – darum geht es wohl. Wer letzten Sommer in Dortmund dabei war, hat sofort die entsprechenden Erinnerungen im Sinn. Dem Publikum wird in zwei Sätzen davon berichtet. Auf die Frage, ob jemand anwesend sei, der ebenfalls in Dortmund dabei war, meldet sich sogar jemand.

Jetzt steht der Song „Jesus is right here“ auf dem Programm, der der Veranstaltung ihren Namen gegeben hat. Wewer entschuldigt den krankheitsbedingten Ausfall des eigentlich teilnehmen wollenden Jugendchores „Soulteens“ aus Unna, dessen Lieblingslied dieser Song ist. Schade drum, doch wir anderen mögen ihn auch sehr und lassen ihn jetzt zu einem Highlight des Abends werden. Inzwischen sind alle richtig warmgesungen und lassen sich von der Atmosphäre im Raum anstecken. Das tut dem Ausdruck beim Singen nur gut. Man ist jetzt richtig locker und kann das Publikum schnell überzeugen. Dieses ist beeindruckt vom Klangvolumen und vom Tiefgang des Vortrags.

Die euphorisierten Aktiven scheinen jetzt zu schweben. „Let me fly“ heißt auch der nächste Titel. Der ganze Kirchenraum ist mit Musik gefüllt. Die Besucher lassen sich tragen, lächeln uns an. Mancher ist vielleicht froh, sich gegen den inneren Schweinehund durchgesetzt und zur Josefskirche aufgemacht zu haben. Dieser Abend ist für Aktive und Gäste ein Gewinn. Hoffentlich kann später auch der Kinderhospizdienst strahlen.

Vor dem letzten Lied ergreift Pastor Poggel noch einmal das Wort. Er sei über die Wahl seiner Kirche als Veranstaltungsort ebenso erfreut wie über den Verlauf der Konzertandacht. Menschen könnten gemeinsam eine ganze Menge auf die Beine stellen. Mit dieser Aussage lenkt er die Aufmerksamkeit nun auf den Hospizdienst und wirbt um Spenden. Man müsse manche Themen ins Scheinwerferlicht stellen. „Seien Sie die Scheinwerfer“ werden die Menschen aufgefordert. Auch Chorleiter Wewer erinnert an den Bibelspruch „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“, der die Kollekte als Ausdruck der Solidarität und Verbundenheit beschreibt. Mit Nachdruck wird nun von allen in der Kirche das Vater Unser gesprochen.

Foto: trainarchivatorKurz ergreift auch noch Markus Wolfslau, Vorstandsmitglied beim Sängerkreis Hamm, das Wort. Er hat die Konzertandacht als Besucher erlebt, und findet anerkennende Worte für die gebotene musikalische Leistung. Beim Publikum wirbt er für den Chorgesang und betont den Wert für Aktive und Zuhörer.

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Ohne Segen muss heute niemand nach Hause gehen. „Peace shall be with you“ heißt das letzte Stück, mit dem wir die Besucher entlassen wollen. Nochmal führt die nun erklingende Musik zu Wohlbehagen im Chor, das Publikum lässt sich gerne anstecken. Erneut ernten wir viel Applaus für alles Gebotene. Man ist offensichtlich auf vielfältige Weise unterhalten und emotional angesprochen worden.

Foto: trainarchivatorApplaus ans Publikum

Schnell begeben sich einige Gospeltrainer mit Sammelkörbchen zum Ausgang, damit uns kein potentieller Geber entwischt. Als Zugabe haben wir „This little light“ im Angebot. Dieses Lied kennen viele und singen mit. Noch singend beginnen wir mit unserem Auszug. Zugabewünsche sind eine Anerkennung der gebotenen Leistung. Irgendwann kann man aber nicht mehr. Deshalb haben wir immer mal wieder einen „Rausschmeißersong“ am Ende unserer Auftritte, um dem Publikum sanft das Ende der Veranstaltung mitzuteilen

Konzertandacht 12.10.2013 Josefskirche Hamm-Westen – Nachbesprechung Teil 1

© Deutscher Kinderhospizverein e.V.Diese Veranstaltung ist eine neue Größenordnung für den Gospeltrain. Wir haben uns selbst etwas unter Druck gesetzt, aber wir haben es ja so gewollt. Die Zusammenarbeit beim Auftritt mit zwei weiteren Chören will so koordiniert werden, dass alles wie aus einem Guss wirkt. Weiterhin möchten wir die große Kirche mit Zuschauern füllen. Unser Werbeaufwand war dementsprechend groß. Schließlich soll am Ende der Ambulante Kinderhospizdienst Hamm mit einer möglichst großen Spendensumme unterstützt werden. Etwas Sorge bereitet uns auch die Parksituation im Viertel rund um die Kirche. Am Ende wird alles gut – so hoffen wir.

Foto: trainarchivatorDementsprechend gespannt sind wir, als wir nach und nach an der Josefskirche im Hammer Westen ankommen. Es ist trocken, hoffentlich bleibt es so, damit niemand wegen Schmuddelwetters auf dem heimischen Sofa bleibt. Eva ist auch schon da und fragt nach dem „Schnittchensaal“, um Mitgebrachtes loszuwerden. Zur Erklärung: Zwischen Einsingen und Auftritt werden wir uns für einige Zeit in den Gemeindesaal zurückziehen, entspannen und bei Kaffee und Fingerfood frische Kräfte tanken.

Foto: trainarchivatorIn der Kirche ist noch niemand. Die Heinzelmännchen haben aber schon ganze Arbeit geleistet. Das Mikrofon für Ansagen und Soli ist bereitgelegt, das Kabel ordentlich verlegt, und zusätzliche Bänke und Stühle sind aufgestellt (brauchen wir die oder sieht das nachher eher peinlich aus?). Wir hoffen auf volles Haus. Die ersten Mitwirkenden kommen, großes Hallo. Nun schleppt der Chef sein Keyboard heran, Andrea kommt mit den Boxen. Insgesamt kommt wenig Technik zum Einsatz – die vielen Stimmen werden auch so bis in den letzten Winkel der Kirche dringen.

Foto: trainarchivatorJetzt werden alle auf den Stufen des Altarraums zusammengerufen. Chorleiter Sebastian Wewer gibt Infos zum Ablauf von Einsingen und Konzert. Wer sitzt wo, wenn die jeweils anderen Chöre zur Tat schreiten? Das Aufwärmen machen wir noch gemeinsam, dann beginnt der Gospeltrain einige seiner Titel anzusingen. Nichts Großes. Mal ein Lied, das bei der Generalprobe übersprungen wurde. Dann noch mal eben ein Solo. Wichtiger ist da schon der Einzug. Chaos wie immer, geordnetes Chaos! Das muss so sein – dann klappt’s gleich garantiert. Beim Einsingen tragen viele in der kühlen Kirche noch Jacken. Nachher werden wir klassisch in Schwarz mit unseren Schals in Orange auftreten.

Foto: trainarchivatorGospeltrain Hamm e.V. bei der Stellprobe

Jetzt sind CHORios dran. Die Gospeltrainer halten sich im Hintergrund, gehen zu den später einzunehmenden Plätzen in die durch eine Glaswand vom Kirchenschiff abgetrennte Kapelle oder hören einfach entspannt aus den Bankreihen zu. Der Ahlener Chor hat sich in dem einen Jahr seit seiner Gründung deutlich vergrößert und hat ein gutes Niveau erreicht. Als Gospeltrainer haben wir deren Entwicklung mit verfolgt und freuen uns, sie in der Wewerschen Chorfamilie an unsere Seite zu haben. Klingt alles vielversprechend. Da kommt Vorfreude auf. Man tritt in einem individuellen Mix in Schwarz-Grau-Weiß auf.

Foto: trainarchivatorEv. Gemeindechor CHORios aus Ahlen – eine aufstrebende Truppe

Als letzter Chor singt Crescendo seine Titel an. Dieser kleine Chor hat eine ganz andere Wirkung als die beiden zuvor. In Schwarz mit grünem Chorschal und schön auf den Stufen arrangiert strahlt man eine gewisse Eleganz aus. Das bringt nachher eine ganz andere Note ins Spiel. Auch die Liedauswahl wird eine Ergänzung und Bereicherung des sonstigen Programms sein. Gut, sie dabei zu haben.

Foto: trainarchivatorEv. Kirchenchor Crescendo Bockum-Hövel beim Einsingen

Jetzt wird es spannend. Alle Chöre müssen gemeinsam auf den Stufen Platz finden. Bis auf die kompakte Generalprobe vor wenigen Tagen, bei der auch nicht alle Titel vollständig gesungen wurden, haben wir nie zusammen geprobt, sondern uns individuell vorbereitet. Nun wollen wir aber einige Titel gemeinsam singen. Wenn das alles so klappt, wie es sich unser aller Chorleiter so ausgedacht hat, dann wird das nachher richtig toll. Zuvor muss sich der Chef aber zunächst als Dompteur dieser großen Gruppe von 75 Leuten beweisen. Noch ist große Unruhe und vielfältiges Geschnatter in der Truppe. Es kribbelt so langsam, da der Zeitpunkt des Auftritts näher rückt. Dann legen wir aber ganz schnell den Schalter um und sind konzentriert bei der Sache. Bemerkenswert: zu keiner Zeit kommt ein Konkurrenzgedanke auf. Wir alle gemeinsam bestreiten diese Konzertandacht und feuern uns gegenseitig an. Chorfamilie eben.

Foto: trainarchivatorChorleiter Sebastian vor versammelter Meute – er hat alles im Griff 🙂

Das war’s. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Wir sind bester Stimmung und schauen optimistisch nach vorne. Nun ist eine letzte Ruhepause für uns angesagt. Wir gehen hinüber in den Gemeindesaal. Draußen gehen erste Zuschauer in Richtung Josefskirche. Im Saal wartet bereits das Gospeltrain-typische Mitbringbuffet auf uns. Bei einladend belegten Schnittchen, Kuchen und sonstigem Fingerfood kann man sich nochmals stärken. Kaffee steht ebenfalls bereit. Schnell bildet sich eine lange Schlange, doch wir können ja soo diszipliniert sein…

Foto: trainarchivator…..Foto: trainarchivator
Erinnert an die biblische Speisung der 5000 – alle werden satt

Foto: trainarchivator Noch ein paar Minuten für uns, dann geht’s los

Foto: trainarchivatorEin kleines persönliches Highlight steht auch noch an: wir haben ein Geburtstagskind unter uns. Eine junge CHORiose ist es.  Sebastian gratuliert auf gewohnte, sehr spezielle Art. Er findet es lobenswert, dass sie ihren Geburtstag nicht wie andere Teens auf ausschweifenden Parties verbringt (den genauen Wortlaut hätte die Zensur an dieser Stelle einkassiert). Statt dessen wolle sie mit all‘ den anderen gleich ein ganz großes Ding reißen. Was mag nun in ihr vorgehen? Aufgeregt sind alle ein wenig! Ist es gar Lampenfieber? Egal, in der Herde fühlt sich das Individuum irgendwie sicher und geborgen. Egal, was gleich passiert.

Konzertandacht 12.10.2013 Josefskirche Hamm-Westen – Bericht in Lokalzeitung 14.10.2013

© Deutscher Kinderhospizverein e.V.Da war der Westfälische Anzeiger aber fix. Da kommt ja nicht mal der Trainarchivator mit! Eigentlich hatte man noch keinen Bericht von unserer Konzertandacht erwartet. Montags ist üblicherweise erst mal der Sport dran, Dienstags bekommen dann kulturelle Veranstaltungen des Wochenendes ihren Platz.

Trotzdem mal eben reingeschaut und findet gleich einen Artikel mit großem Bild von uns. Und zwar nicht auf den Seiten der Stadtbezirke. Leute, wir haben es auf die Seite „Kultur lokal“ geschafft. Das wird nicht zuletzt den musikalischen Leiter „vons Ganze“ freuen. Selber Spaß haben, anderen Freude machen und dennoch einen qualitativen Anspruch zu haben – das ist es, was den Gospeltrain ausmacht. Sozusagen sein Erfolgsrezept. Das scheint der Verfasser des Berichts genau so erlebt zu haben.

© Westfälischer Anzeiger, Hamm,14.10.2013© Westfälischer Anzeiger, Hamm, 14.10.2013

Nur Geduld, auch der Trainarchivator ist aktiv. Bis zu unserer „gemütlichen Konzert-Revue“, wie die Bossin unser Treffen am kommenden Mittwoch genannt hat, sollte die Berichterstattung fertig sein; als Erinnerungshilfe und Diskussionsgrundlage. Wenn einem nicht wieder das echte Leben dazwischen kommt. 😦

Konzertandacht 12.10.2013 Josefskirche Hamm-Westen – Erste Bilanz

© Deutscher Kinderhospizverein e.V.Eben nach Hause gekommen schwirrt einem noch der Kopf. Was sind da in den letzten Stunden alles für Eindrücke  auf uns eingeprasselt! Vieles möchte man davon festhalten, doch wo fängt man an? Da muss man sich erst mal in Ruhe sortieren. Es fehlt im Moment einfach die innere Ruhe zum Schreiben. Später wird man hier an dieser Stelle eine ausführliche Nachbesprechung finden. Versprochen. Nun gibt’s eine erste Bilanz der nackten Fakten. Das wäre doch was. Das kriegt man auch so hin.

Eben macht’s pling. Eine E-Mail. Wie schön. Nach dem Auftritt wurde einer der anwesenden Fotografen angesprochen, ob er kurzfristig (seeehr kurzfristig ;-)) ein schönes Foto mailen könnte. Seine Fotos werden wir später zur Verfügung gestellt bekommen, doch eines könne er schon eher schicken. Er hat Wort gehalten:
© Hartwig Krause
Die Sängerinnen von Gospeltrain, CHORios und Crescendo – die Herren unterstützen gerade das Publikum   © Hartwig Krause

Die Aufnahme macht neugierig: wie viele Aktive waren wir eigentlich? In der Kirche hat wohl niemand gezählt. Auch hier reicht durchzählen nicht, denn die Männer hat es für den gerade gesungenen Titel „Heaven is a wonderful place“ in den Gang zwischen die Zuschauerbänken getrieben, eine Gospeltrainerin ist gar bis auf die Empore ausgebüchst. Erschwert wird die Recherche dadurch, dass drei Sängerinnen sowohl beim Train als auch bei Crescendo dabei sind. Nach etwas Knobelei kommt man auf genau 75 Sänger und Sängerinnen.

Nun zu den Zuschauern: deren Zahl ist schwer zu schätzen. Jedenfalls ist die Kirche richtig voll. So haben wir es uns gewünscht. Nimmt man die Zahl der Bankreihen, dazu alle am Rand sitzenden, im Hintergrund stehenden und auf die Empore gekletterten Gäste, so kommt man auf etwa 450 Besucher.

Von wegen „eine Andacht dauert eine Stunde“. Nicht bei uns. Wir haben mal wieder reichlich überzogen und auch die 90-Minuten-Marke deutlich überschritten. Dabei bekamen die Zuschauer 16 Titel, eine Zugabe und einen „Rausschmeißersong“ zu hören.

Jetzt zur wichtigsten Zahl des Abends, dem Ergebnis der Spendensammlung zugunsten des Ambulanten Kinderhospizdienstes Hamm. Ergebnis all‘ unserer Bemühungen war ein Ergebnis von sage und schreibe

2336,05 €

Vielen Dank an alle Mitwirkenden, Unterstützer und v.a. die „Scheinwerfer“.

Konzertandacht 12.10.2013 Josefskirche Hamm-Westen – Einladung nochmal im WA

Einen Tag vor dem großen Ereignis erinnert die Lokalzeitung nochmals an die Einladung zur Konzertandacht.

© Westfälischer Anzeiger, Hamm,11.10.2013

Westfälischer Anzeiger , Hamm, 11.10.2013

Nachbesprechung Gospeltrainer unterstützen Gospelday in Ahlen 22.09.2013 – Teil 2

© Creative Kirche, WittenKurz vor 14.00 Uhr erreichen wir den Bahnhof, holen uns verabredungsgemäß Strom für’s Keyboard aus der Bahnhofsbuchhandlung. Die Akustik ist vielversprechend. Das Publikum ist zahlenmäßig zwar recht übersichtlich, doch dieses ist bei unserem Gesang ganz bei der Sache. Wir haben recht, die Akustik ist super. Hier darf auch mal ein anspruchsvollerer Titel erklingen. Spontan entscheiden wir uns unter anderem für das „Hallelujah“ – klingt hier ganz wunderbar. Unser Publikum ist begeistert.

Foto: trainarchivatorDie Gospeltrainer bekommen nun die Gelegenheit „This little light“ mal mit einer Solistin aus Kreisen von CHORios zu hören. Dasselbe Lied, dennoch eine ganz andere Klangfarbe als mit „unseren“ Solisten – eine schöne Erfahrung. Chorleiter Sebastian Wewer nutzt die Situation, um mit den Zuhörern ins Gespräch zu kommen. Erst berichtet er vom Gospelday und unserem Anliegen, dann wird es persönlicher. Ein bisschen Smalltalk, Frage und Antwort wechseln sich ab, am Ende steht die Einladung zur Gospelandacht in der Christuskirche am selben Spätnachmittag. Einige Zuhörer bannen uns auf die Speicherkarten ihrer Unterhaltungselektronik; als Beweis, was sie heute in einem kleinen Provinzbahnhof (Sorry, liebe Einheimische) erlebt haben. Da wir schon mal so schön da stehen, können wir uns auch gleich selbst mal fotografisch für die Nachwelt festhalten.

©trainarchivator + Sebastian WewerHaben wir mal wieder gleichzeitig auf den Auslöser gedrückt…
der „Chef“ hält seine Truppe vom Gospelday 2013 im Bild fest
© Sebastian Wewer, trainarchivator

Foto: trainarchivator
Spaß macht’s im Bahnhof. So sieht dies aus der letzten Reihe aus

Foto: trainarchivatorNach dem Marienplatz und der Fußgängerzone liegt nun schon der dritte Tagesordnungspunkt hinter uns. Jetzt geht es langsam in Richtung Christuskirche im Ahlener Süden. Dort sollen in der Pause vor der Gospelandacht Getränke und Suppe auf uns warten. Klingt verlockend. Ein Sitzmöbel steht ebenfalls bei vielen auf der Wunschliste.
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Foto: trainarchivator
Diese Herrschaften sind einfach nur geschafft und warten darauf,
dass die leckere Suppe heiß ist.

Es schließt sich ein nettes Beisammensein im Gemeindehaus an. Die Suppe schmeckt prima, der Nachtisch sowieso, die Lebensgeister sind bald wieder gestärkt. Man blickt zurück auf die Ereignisse des Tages und ist echt zufrieden. Noch bleibt uns ein wenig Zeit, viele nutzen diese für einen kleinen Spaziergang um den Block. Dann geht es auch schon bald weiter. Die ersten Zuhörer erscheinen, darunter einige, die den erweiterten Kreisen rund um CHORios und Gospeltrain zuzurechnen sind. Das Einsingen wird kurz gehalten, man will ja nicht schon frühzeitig sein Pulver verschießen nach den bisherigen Anstrengungen. Inzwischen merkt man schon, dass wir bereits einiges geleistet haben. Egal. Jetzt wünschen wir uns einen wunderbaren Abschluss des Tages.

Gospelday Ahlen 21.09.2013-87
CHORios eröffnet die Gospelandacht

Eröffnet wird die Andacht durch ein Instrumentalvorspiel am Keyboard. Dann kommen die CHORiosen nach vorne und beginnen mit dem Titel „In Christ alone“. Nach diesem gelungenen Auftakt wird das Publikum von Pfarrer Martin Frost begrüßt. Mit „Über allem ist die Liebe“ geht es schwungvoll weiter. Die Gospeltrainer sitzen in der ersten Reihe, hören entspannt zu. Die beiden bisherigen Lieder bilden einen schönen Kontrast zu dem, was wir alle gemeinsam den Tag über gesungen haben. Einige Songs haben wir schon einige Male zu Gehör gebracht, da sind noch „unverbrauchte Titel“ eine angenehme Abwechslung.

„Mighty Wind“ heißt das nächste Stück. Nach dem Gospelkirchentag in Dortmund, bei dem viele der heute Anwesenden als Teilnehmer aktiv waren und dieses Lied kennen gelernt haben, hatte ein Gospeltrainer mal geäußert, dies sei sein Lieblingsstück. Scheint immer noch zu stimmen – seeliges Lächeln verrät’s. Ist aber auch wirklich schön. Ein Highlight ist dann „Nessajah“ aus dem Tabaluga-Musical. Klingt absolut klasse, ganz sauber und klar, v.a. aber überzeugend. Das Publikum hält begeistert den Atem an.

Jetzt ist Mitmachen angesagt. Beim „Taizé-Halleluja“ werden die Gäste einbezogen, so dass schließlich die ganze Kirche singt. Chorleiter Sebastian versteht es aber auch immer wieder alle flott zu machen.

„Lord, hold me“ heißt der nächste Gospel. Nun kommen die Gospeltrainer mit nach vorne und alle legen die Schals der Aktion „Gospel für eine gerechtere Welt“ an. Der Gospeltrain nutzt diese seit dem Gospelkirchentag, wenn wir irgendwie unterwegs sind, wo diese Thematik eine Rolle spielt. Im Anschluss an dieses Lied wird in einer Ansprache erläutert, worum es beim Gospelday eigentlich geht und was das eigentlich mit jedem einzelnen von uns zu tun hat. Der Mottosong „We will stay“ schließt sich folgerichtig an diesen Wortbeitrag an.

Nun ist noch einmal Einsatz gefragt. Zum dritten Mal an diesem Tag „Rock my soul“! Der Chef ist aber auch erst zufrieden, wenn wir am Ende genauso platt sind sind, wie er selbst. 🙂 Die Energie reicht auf jeden Fall noch für einen schwungvollen Beitrag, das Publikum spendet dementsprechend Applaus. Und gleich wird mit „Let me fly“ ein weiterer Hit angehängt. Klingt Super. Man merkt gar nicht, dass hier ein Chor mit weiteren SängerInnen ergänzt wurde. Hört sich  an wie aus einem Guss. Dem Trainer sei dank.

Noch mal zurück zum Gospelday. „We can move mountains“, der Mottosong des vergangenen Jahres, steht auf dem Programm. Wir haben ihn immer noch drauf. Ein wenig Auffrischung in den zurückliegenden Proben und es läuft, obwohl er zwischenzeitlich kaum gesungen wurde.

Die Andacht geht langsam zu Ende. Gelegenheit für Gebet und Segen. Musikalisch in Gestalt des Liedes „Peace shall be with you“. Immer wieder schön. Meint auch das Publikum. Es wird anschließend ordentlich geklatscht, so dass wir noch „This little light“ als Zugabe singen. Dazu ziehen wir aus der Kirche aus. Nun ist aber auch wirklich genug gesungen worden. Seit über sechs Stunden sind wir nun aktiv, wenn auch mit Unterbrechungen. Jetzt braucht die Stimme etwas Erholung. Auch wenn das Publikum gerne noch mehr gehört hätte…

Unser Gospelday geht nun zu Ende. Schön war’s. Richtig toll. Musikalich hat alles geklappt. Wir haben das Anliegen des Gospeldays unter’s Volk gebracht und dabei nette Kontakte zu den Menschen gehabt. Ein letzter Schnappschuss vom Auszug zeigt einen geschafften Chorleiter: körperlich platt, geistig ausgelaugt. Das leichte Schweben wird aufgrund emotionaler Höhenflüge allerdings noch etwas anhalten…

Foto: trainarchivator
Das war’s – der Gospelday mit seinen Herausforderungen ist gemeistert

Nachbesprechung Gospeltrainer unterstützen Gospelday in Ahlen 22.09.2013 – Teil 1

© Creative Kirche, WittenHeute ist bundesweiter Gospelday, der Chor-Aktionstag mit gut 10.000 Gospelsängern. Gemeinsam unterstützen wir die Initiative „Gospel für eine gerechtere Welt“ der Creativen Kirche Witten. Mittels unserer Spendensammlungen und mit dem Partner „Brot für die Welt“ wird in Afrika Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht. Im letzten Jahr hat der Gospeltrain den Gospelday nach Hamm geholt, unterstützt von einigen Aktiven von CHORios, dem Gemeindechor aus Ahlen. 2013 ist dieser selbst Ausrichter und hat ein buntes Programm in Ahlen zusammengestellt. Natürlich ist Unterstützung vom Gospeltrain dabei; einige haben bereits den Workshop einige Tage zuvor mitgemacht, andere sind erst kurzfristig zur Truppe gestoßen.

http://www.gospelday.de/

Der erste Auftritt soll „highnoon“ auf dem Marienplatz erfolgen. Höhepunkt wird der Mottosong sein, dieses Jahres „We will stay“, den deutschlandweit alle beteiligten Chöre gleichzeitig um 12.00 Uhr anstimmen werden.

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Man sammelt sich so langsam. Nebenan ist noch Bundestagswahlkampf
– wir werden gleich für „unsere“ Sache die Stimme erheben.

Zunächst gilt es den Auftritt vorzubereiten. Jeder nach seinen Bedürfnissen. Einige CHORiose sind nervös angesichts dieses Großereignisses in ihrer noch jungen Chorgeschichte. Die Gospeltrainer scheinen gelassener (abgebrühter?). Mir fällt schmunzelnd das geflügelte Wort vom „professionellen Chor“ ein, welches unser Gospel-Trainer Sebastian Wewer immer gerne bemüht. Sehr frei übersetzt: reißt euch am Riemen, konzentriert euch, ihr könnt das – wenn ihr wollt! Er selbst macht sein Keyboard startklar und gibt gleichzeitig noch schnell ein Interview.

Collage: trainarchivator Gleich geht’s los, Spickzettel ordnen, wie geht die Stelle noch mal?
Blick in den Ablaufplan, schnell noch schick machen, Motive gibt’s genug

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Wir nehmen Aufstellung vor dem Hauptportal

Ein ganz kurzes Einsingen vor Publikum muss reichen, auf Gesichtsgymnastik wird heute mal verzichtet – wir wollen ja seriös rüberkommen. Zum Einstieg haben wir „Lord, hold me“ gewählt. Es geht ganz ruhig los und steigert sich. Ein geschmeidiger Auftakt, der die Aufmerksamkeit weckt. Mancher Kopf dreht sich nach uns rum. Jetzt kommt auch gleich die Erklärung für diejenigen auf dem Platz, die weder den Gospelday noch uns kennen. Und schon ist es zwölf Uhr, das Geläut von St. Marien setzt ein. Eigentlich sollte jetzt der Mottosong erklingen, doch wir warten einfach den Moment ab. Nun also „We will stay“. Für uns alle ein neu einstudierter Song. Wird er überzeugend klingen? Wir sind uns nicht sicher, denn an unserem Standort können wir uns selbst nicht so gut hören und einschätzen. Später wird man uns von Besuchern berichten, die meinten, der Klang sei gut bei ihnen angekommen. Gegen kleine Textunsicherheiten hat man sich in den hinteren Reihen teilweise mit Spickzetteln ausgestattet. Ausnahmsweise ;-).

Collage: trainarchivatorDas Publikum hört zu, traut sich aber nicht mitzusingen. Oder kennt die Lieder nicht. Bis auf einen. Der macht mit. Wir fragen uns, ob unser inzwischen um Fassung ringender Chorleiter die Contenance verliert und ’ne Lachattacke bekommt. Was mag wohl provozierender sein – der Hundegesang oder die frech grinsenden Gesichter seines Chores? Der Profi schaut starr auf die Tasten und hat alles wieder im Griff. Respekt.

Nach zwei modernen Gospels jüngerer Bauart gibt es nun einen richtigen Gassenhauer auf die Ohren. „Rock my soul“ schallt nun laut über den Platz. Der Chor ist bei richtig guter Singlaune, das Duell zwischen Männern und Frauen hat richtig Pfeffer und dem Publikum gefällt’s.

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Zahlenmäßig den Frauen zwar weit unterlegen geben unsere Männer alles

Auch Let me fly“ ist ein modernes Stück. Chorleiter Sebastian Wewer berichtet von Impulsen, die uns der Gospelkirchentag in Dortmund gebracht hat – so auch dieses Lied. Inzwischen sind die Unsicherheiten bezüglich der Akustik längst verflogen. Wir haben Spaß und hoffen, dass bei den Leuten alles gut ankommt. Die Gesichter lassen dies vermuten. Der Applaus ebenso. Wo man schon den Gospelday 2013 mit Leben füllt, so kann man auch gleich den Mottosong des vergangenen Jahres singen: „We can move mountains“. Zwischen den Titeln nutzt Sebastian immer wieder die Gelegenheit, die sozialen Hintergründe dieses Aktionstages zu vermitteln. Leider dürfen wir nicht direkt vor Ort Spenden sammeln, verweisen aber auf die Gospelandacht in der Christuskirche am selben Tage. Herzliche Einladung an alle.

Zum Abschluss gibt es noch einen Klassiker: „This little light“. Der Open-Air-Auftritt vor der Kirche ist nun eigentlich zu Ende. Doch irgendwie geht noch etwas. Wir stehen im Kreis und halten erste Manöverkritik. Kommt, noch mal den Mottosong! Nach einer Kurzausgabe von „We will stay“ hängen wir gleich noch unser Gospelmedley aus „Go , tell it on the mountains“, „He’s got the whole world“ und „Rock my soul“ an. Wir singen nicht nur für andere – wir singen immer wieder gerne auch für uns selbst. Diese Haltung wird sich durch den ganzen Gospelday ziehen.

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In lockerer Kreisformation geht es weiter – zur eigenen Freude.

So, jetzt bleibt ein wenig Zeit für einen Schluck Wasser und den Austausch erster Eindrücke. Das Keyboard wird zum Auto gebracht – weiter geht es a cappella. Wir ziehen bei sonnigem Wetter in die Fußgängerzone und wollen spontan singen, wo es uns reizt. Mal sehen, welche Reaktionen wir erhalten.

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Los geht es vor einem Brillengeschäft in Sichtweite der Marienkirche.  Einige Passanten bleiben neugierig stehen. Wie zuvor auf dem Marienplatz verteilen wir auch hier Flyer, die einerseits auf den Gospelday verweisen, andererseits zur  Konzertandacht des Gospeltrains am 12.10.2013 in Hamm einladen.

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Nun wird ein Modegeschäft geentert. Man ist uns wohl gesonnen und freut sich über unseren Besuch. Persönliche Kontakte haben hier offensichtlich den Weg bereitet. Vom Gospelgesang angelockt, schauen einige Passanten ins Geschäft und fragen sich offensichtlich, was denn hier los sei.
Ein paar Meter weiter singen wir vor einem Drogeriemarkt. Bisher ernten wir freundlichen, eher dezenten Applaus aus dem Hintergund. Leute bleiben stehen, drehten sich um oder kommen aus den Geschäften. Nun wird uns von einem älteren Herrn laut „Weiter so, klasse“ zugerufen.

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Weiter geht es vor eine Apotheke. Menschen in der  Außengastronomie nebenan hören zu. Es ist ein entspannter, heiterer Samstag. Man genießt das Wetter; offensichtlich auch die Musik. Aus der Apotheke gibt es Zeichen der Zustimmung seitens der Angestellten.

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CHORios und Gospeltrain sind inzwischen so richtig in Fahrt. Spontan, fast ein wenig übermütig, sich immer wieder neu der Situation anpassend – Chorleiter Sebastian ist richtig in seinem Element. Nur eine rote Ampel kann uns kurz ausbremsen.

Gesungen werden v.a. Titel, die auch draußen bei Nebengeräuschen gut rüber kommen. Bei den zarteren, nachdenklicheren gehen die wichtigen Details zu schnell unter. In unserer internen Playlist sind also „Heaven is a wonderful place“, „Jesus is my salvation“, das „Taizé-Halleluja“ und „This little light“ ganz weit vorne.

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Als nächstes scheint der Eingangsbereich eines Spielzeuggeschäfts für unsere Darbietungen geeignet. Hier geht es so richtig ab, die Akustik ist gut. „Let me fly“ lässt uns fast abheben, bei „Rock my soul“ bebt die Hütte. Unser Tun lockt einen kleinen Jungen mit knallgrünem Fahrradhelm an, der sich langsam neugierig nähert. Für uns spannend. Immer wieder taucht des leuchtende Grün hinter stehen bleibenden Menschen auf.

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Auch ein großer Supermarkt wird von uns heimgesucht. Nach kurzer Rücksprache gehen wir rein und singen im Eingangsbereich. Viele fragende Gesichter. Einige Einkäufer hasten scheinbar vollkommen uninteressiert an uns vorbei, drehen sich dann aber in einiger Entfernung neugierig zu uns um. Statt einer Mitarbeiterin findet man im Bereich der Information zunehmend mehr ihrer Kolleginnen. Man hat  – rein zufällig natürlich – etwas hier vorne zu tun.

Jetzt wird es langsam Zeit sich in Richtung Bahnhof zu begeben. Immerhin ist ein dortiger Auftritt für 14.00 Uhr angekündigt. Der Chef will schnell sein Auto mit dem Keyboard holen, seine Meute zieht allein weiter.

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Zurück in der Nähe der Apotheke erinnern wir uns an die freundliche Zustimmung nach unserem Auftritt vor deren Schaufenster. Gehen wir doch noch mal rein. Super – die haben sogar eine echte Showtreppe! Wie für uns gemacht.  Aber was singen wir und wer gibt an Stelle des Chefs die Kommandos? Die Truppe macht ihm alle Ehre! Ruckzuck ist „This little light“ gewählt (damit wir am Ende nochmal schwungvoll die Arme schmeißen können ?!), Danny zählt ein. Das kleine, erlesene Publikum der Apothekenmitarbeiterinnen genießt die Privatdarbietung, schenkt uns ein strahlendes Lächeln und spart nicht mit Applaus.