Nachbesprechung „Okoa Sasa“ in Unna-Massen 08.09.2013

Nach dem gelungenen und stimmungsvollen Auftritt mit dem Projektchor, der eigens für diesen Gottesdienst aus Mitgliedern der Wewer-Chorfamilie zusammen gestellt wurde, ging es im Gemeindesaal weiter.

Der Gottesdienst hatte ganz im Zeichen des Besuches von Pfarrer Edson Lugemeleza aus Bukoba in Tansania gestanden. Seit seinem mehrjährigen Deutschland-Aufenthalt pflegt er gute Kontakte zu alten Bekannten und hat mit diesen einen Verein zur Unterstützung sozialer Projekte in seiner Heimat gegründet. So nutzt er Besuche in Deutschland dazu, über seine Projekte zu informieren und um Spenden zu werben.

Foto: trainarchivator
Im Gemeindesaal tauschte man bei einem Kaffee frische Eindrücke aus

Der Gemeindesaal war gut besucht, auch viele Projektchörler nutzten die Gelegenheit, sich mal aus erster Hand informieren zu lassen. Zunächst gab es aber eine Tasse Kaffee und Gelegenheit die Eindrücke vom Auftritt auszutauschen. In der Zwischenzeit wurde ein Beamer startklar gemacht, der uns Bilder aus Tansania zeigen sollte.

Foto: trainarchivator
Die Pfarrer Edson Lugemeleza und Detlef Main mit Mitgliedern des deutschen Vorstandes des Vereins „Okoa Sasa“

Pfarrer Edson ergriff das Wort und bedankte sich für den schönen Gottesdienst. Dann begann er aus Tansania zu berichten. Der Verein „Okoa Sasa“ („Rette uns jetzt“) wurde 2007 gegründet, habe ausschließlich ehrenamtliche Mitarbeiter, finanziere sich aus Spenden und unterstütze heute gut 200 Kinder. Er stehe zwar auf christlichem Fundament, sei aber nicht auf die Unterstützung von Christen beschränkt. Die jeweilige Notlage sei entscheidend für gewährte Hilfe.

Der Verein habe folgende Schwerpunkte:

  • Die große Mehrheit der Kinder werde durch die Zahlung von Schulgeld unterstützt, um deren Schulbesuch zu sichern. In der Region habe kaum jemand eine bezahlte Arbeit. Lebensmittel werden größtenteils selber angebaut, doch alle anderen Produkte und Dienstleistungen (z.B. medizinische Versorgung), die bezahlt werden müssen, seien für viele kaum erschwinglich.
  • In einem Kinderhaus leben ca. zwanzig Waisen in familienähnlicher Situation. Sie gehen zur Schule, werden erzogen und in alltäglichen praktischen Arbeiten angeleitet, um später ein selbstständiges Leben führen zu können.
  • Hilfe in akuten Notlagen. Mal ist es eine Krankheit, dort ein Unglück oder ein anderer Schicksalsschlag. Einheimische Mitarbeiter entscheiden über die Bedürftigkeit und überlegen, wie man individuell helfen kann.
  • Hilfe zur Selbsthilfe. Dies kann die Gewährung eines Kleinkredits sein oder aktive Bildungsarbeit. Die Menschen sollen befähigt werden, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Dies geht eben am besten über Bildung und ggf. einen kleinen Startkredit für Material, Werkzeug oder Vieh. Man verhungert nicht, weil zu wenig Nahrung da sei, sondern man leide unter Mangelerscheinungen, weil man sich zu einseitig ernähre. Hier kann Anleitung in Pflanzenbau und Viehhaltung konkret ansetzen.

Zur Verdeutlichung der Arbeit von „Okoa Sasa“ hatte Pfarrer Edson ein Plakat mitgebracht, das tansanische Kinder gemalt hatten. Es zeigt die Bausteine Bildung, medizinische Versorgung, Anleitung in Viehhaltung und Gartenbau. „Karibuni“ heißt es unten auf dem Plakat – Herzlich willkommen!

Foto: trainarchivator
Ein von Kindern gemaltes Plakat aus Tansania

Anhand von Fotos wurde von der praktischen Arbeit berichtet und einige Lebensgeschichten der betreuten Menschen vorgestellt. Zum Schluss bedankten sich die im Kinderhaus lebenden Kinder und Jugendlichen für die Unterstützung mit einem Gruppenbild. Natürlich konnte Pfarrer Edson auch aus Unna eine Spende für seinen Verein mitnahmen.

Foto: trainarchivator
Das Abschlussbild des beeindruckenden Vortrags

Wer mehr über den deutsch-tansanischen Verein wissen will:
http://okoa-sasa.com/index.htm

5 Antworten zu “Nachbesprechung „Okoa Sasa“ in Unna-Massen 08.09.2013

  1. Einfach super, dieser Beitrag – egal ob Wort oder Bild. Eigentlich kann man Gefühle, vor allem, wenn sie so tief sind, wie nach diesem einmaligen Gottesdienst, nicht beschreiben, auch nicht, wenn man sie mündlich mitteilen möchte. Aber Du, Susanne, hast wie immer den Punkt getroffen. Auch ich war regelrecht ergriffen von dem Inhalt und der Gestaltung dieses besonderen Gottesdienstes. Zuvor hatte ich mir nicht recht vorstellen können, wie eine Gruppe Sänger/innen, die noch nie zuvor gemeinsam gesungen hat, harmonieren soll. Aber dieses Zusammenspiel war so gelungen, dass es mich den ganzen Sonntag bis heute zu nahezu euphorischen Empfindungen hinreißen ließ und lässt. Heute Morgen war mein erster Gedanke: Ich habe bisher einen so wunderschönen Sonntagvormittag noch nicht erlebt. Allerdings ist der Gedanke, warum wir uns alle zusammengefunden haben, unvermindert präsent. Ich bin einfach nur froh, Mitglied dieser Truppe gewesen zu sein. Dass alles so harmonisch und wunderbar ablaufen konnte, ist nicht zuletzt Sebastian zu verdanken, der „seine“ Sänger/innen in so kurzer Zeit überzeugen konnte, dass dieser Gottesdienst für uns alle ein Erlebnis werden würde. Es war eines!!!

  2. Ja, genau so war`s……..! Ich kann mich Christa`s Worten nur anschließen, es war für mich unbeschreiblich schön, und sicherlich unvergesslich!!!
    Auf die Frage: wie definiere ich „Glück“, gibt es für mich eine ganz klare Antwort. Es sind solche Erlebnisse, wie das gestrige: eine „zusammengewürfelte“ Chorgemeinschaft (…..geprägt von starker „Wewerabhängigkeit“ :-))), und eine wunderbare Gottesdienstgestaltung. Mein Gefühl war: JESUS IS RIGHT HERE !
    Vielen, vielen Dank lieber Sebastian für Deine Kreativität und Spontanität!!! Zweifel und Ängste sind überflüssig, Du hast uns ALLE soooo…im Griff. Danke aber auch für Dein Vertrauen, was Du in DEINE CHÖRE setzt !
    Ein ganz DICKES DANKE auch an Dich, liebe Susanne. Durch Deine tollen Berichte (ich kann es oft kaum abwarten, Deinen Rückblick im Blog zu lesen ) machst Du ein VERGESSEN unmöglich.
    Es war so schööööön……!!!!!

  3. Ja!!! Was für Worte, was für Bilder, was für Empfindungen kamen da über einen. Dieser Gottesdienst wird mir unvergessen bleiben…noch immer habe ich das gemeinsame Tansaniische Lied (schreibt man das so?) in mir und summe es vor mich hin. Es ist sozusagen mein „Tagbegleiter“ geworden. Regnet es draußen? Keine Ahnung-das Lied wird angestimmt und es scheint die Sonne im Herzen.
    Vielen Dank für das einmalige Erlebnis, die tolle Berichterstattung in Bild und Wort und danke, dass wir daran teilnehmen durften. Ich hätte noch bis zum nächsten Tag weitersingen können ohne müde zu werden. Und auch ich hatte dieses seltsame Gefühl: Jesus is right here. Wahrscheinlich hat er uns von oben her zugezwinkert; in diesem Moment!
    Heavenly Peace shall be with you.

  4. Pingback: Zweiter Blogaufruf aus Afrika | Gospeltrain Hamm e.V.

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